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KRAMPUS

 

Die ostalpenländische Gestalt des KRAMPUS begleitet den Nikolaus auf seinen Besuchen bei den Kindern. Während der Heilige Nikolaus brave Kinder beschenkt, bestraft der grimmige Krampus unartigen Nachwuchs.

Die tierähnliche, auf historischen Abbildungen oft mit Hufen dargestellte Figur des Krampus hat seinen Ursprung wohl in der vor Zeit vor der Christianisierung des Nordost-Alpenraums und wurde in folgenden Jahrhunderten mit der Tradition des Heiligen Nikolaus verbunden.

Die traditionelle Bekleidung des Krampus besteht aus Ganzkörper-Fell, oft aus praktischen Gründen mit einer Fellhose und einem längeren Fell-Oberteil umgesetzt. Krampus hat einen langen Fellschwanz mit Quaste. Der Kopf ist mit einer Haube oder einer Maske verhüllt. Wichtig sind Hörner und allgemein möglichst gruseliges Aussehen. Freibleibende Gesichtsteile werden entsprechend geschminkt. Eine lang bis zur Brust heraushängende, rote Zunge ist häufig zu sehen.  Auf dem Rücken trägt der Krampus oft ein großes Behältnis oder einen Sack, mitgeführt wird eine Rute.

Krampus-Darstellungen auf alten Postkarten

Das Verhalten des Krampus ist erheblich ruppiger als das des in anderen Regionen anzutreffenden Begleiters des Nikolaus Knecht Ruprecht. Die mitgeführte Reisigrute bleibt nicht ungenutzt, und als unartig empfundene Kleinkinder werden gern einmal in den Sack oder den Zuber am Rücken gesteckt und zur weiteren Maßregelung mitgenommen.

Oder wie ein Blogger-Kollege von BizarroCentral sehr treffend schreibt: „One of the greatest examples of the proper way to scare the shit out of kids is the legend of Krampus.” Ein aktueller Fall des Exports mitteleuropäischen Kulturguts nach Amerika – danke übrigens für den Reimport von Halloween ;-).

Da ein Krampus durch das jährlich ein-abendliche Erschrecken unseres Nachwuchses nicht wirklich ausgelastet ist, tritt er an Winterabenden auch gern in pöbelnden Gruppen auf und erschreckt zusammengelaufene, feierfreudige Bürger (Krampuslauf). Hier vermengt sich häufig die Krampus-Tradition mit der geschichtlich noch älteren, optisch ähnlichen Figur der Frau Perchta, die praktisch immer in großer (offensichtlich geklonter) Anzahl und noch grausamer handelnd als Perchten auftritt – vielleicht ein andermal hierzu mehr.

Ob Berufsbild und Benehmen des Krampus noch dem heutigen pädagogischen Zeitgeist entspricht? Allerdings sollte das traditionelle Verhalten wenn überhaupt noch in abgelegenen Alpendörfern anzutreffen sein. Wer zumindest in Wien zur Adventszeit shoppen geht, trifft lediglich  auf Schoko- und Kuschel-Krampusse…

Ein anderer Blog-Artikel beschäftigt sich übrigens näher mit dem  -> Nikolaus.

Wer sich in der Weihnachtszeit angemessen verkleiden möchte:

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster zum nachschneidern bereit.
KRAMPUS
Der Krampus (ostalpenländischer, grimmiger Begleiter des Nikolaus) ist perfekt bekleidet mit einem Fellkostüm aus…
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und weitere weihnachtliche Schnittmuster: Weihnachtsmann und Weihnachtsfrauen, Nikolaus, Engel, …
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Schneidern im Mittelalter (13/13): Weihnachts-Nähprojekt MITRA

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 13 – Weihnachts-Nähprojekt: MITRA

George hat eine Weihnachtsüberraschung versprochen in seinem Buch „Schneidern im Mittelalter“. Recherche ist angesagt. Was wäre zu schneidern zum Thema Weihnachten, ohne gleich in die Fänge der roten Marketingphantasien eines führenden amerikanischen Erfrischungsgetränks zu geraten?

Termine in der Weihnachtszeit

Die Termine und Gebräuche des Christentums rund um das Weihnachtsfest herum festigten sich in der Zeit zwischen spätem Altertum und frühem Mittelalter, etwa in den Jahren 300 bis 700 n.Chr.. Während früh noch die eine Fastenzeit ab November auf die Erscheinung des Herrn am 6. Januar vorbereitete, entwickelte sich dann eine Adventszeit von genau 4 Sonntagen vor dem 25. Dezember – wer mag darf gern selbst versuchen schlussendlich zu durchdringen, wie die Geburt Christi auf dieses Datum festgelegt wurde – im 7. Jahrhundert.


Nikolaus

Eigentlich gar nicht wirklich mit dem Weihnachtsfest verbunden ist die Geschichte um Nikolaus von Myra (an der Mittelmeer-Küste der heutigen Türkei), einem gutherzigen Bischof im 4. Jahrhundert. Ihm werden eine Reihe von Hilfsaktionen in Form von Geschenken an Verzweifelte und Bedürftige nachgesagt. So soll er unter anderem weiblichen Jugendlichen durch einen im Strumpf durch den Kamin zugestellten Geldbetrag eine freie Berufswahl ermöglicht haben.

Am Namenstag Nikolaus am 6. Dezember wird diesem Mann deshalb seit dem frühen Mittelalter gedacht, Kinder werden beschenkt. Dieser Bischof ist auch einer der Vorbilder für den Weihnachtsmann, der dann später die Verantwortung für Geschenke zum Weihnachtsfest übernahm. Dadurch, durch seine thematisch passende Gesinnung und durch die zufällige terminliche Lage des Namenstags im Advent wird Bischof Nikolaus heute in enger Verbindung zu Weihnachten wahrgenommen.

Wenn auch wie damals üblich einige Jahrhunderte verspätet, so sind doch erste ausführliche Lebensbeschreibungen und zahlreiche Abbildungen von Nikolaus von Myra ab dem 5. Jahrhundert erhalten, die den Bischof in seiner damals typischen Arbeitskleidung zeigen – Tunika, Umhang, Mitra.

Und schon sind wir beim gesuchten Kleidungsstück zum Selberschneidern: der Mitra.

Mitra

Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. Sie besteht aus einem festen, schildförmigen Vorder- und Hinterteil, zusammen- und am Kopf gehalten durch eine Innenmütze. Hinten sind zwei Bänder befestigt, die das Alte und Neue Testament symbolisieren.

Für die Mitra wurde als Material Leinen oder Seide verwendet, je nach Anlass teils umfangreich verziert, beispielsweise mit Borten oder Edelsteinen. Farblich bieten sich historisch wie thematisch vor allem Weiß, Gold und Rot an (Insider mögen bitte diese Vereinfachungen entschuldigen – dennoch hofft der Autor auf gelungenere Ergebnisse als das Filz-Teil aus dem Supermarkt).

Das Schnittmuster MITRA

Das Schnittmuster MITRA zeigt vier verschiedene, verbreitete Formen dieser Kopfbedeckung. Der Schnittmusterbogen ist ab sofort kostenlos verfügbar (Details siehe unten).

Für eine komplette Darstellung des Nikolaus (Ihr Nachwuchs wird die historische Authentizität sicher zu schätzen wissen!): eine knöchellange TUNIKA als Untergewand, Schultersack (für Geschenke) und Beutel (für willkommene Geldzuwendungen) aus dem Bogen ALLTAG IM MITTELALTER, HALBKREISMANTEL dreiviertellang mit umlaufender breiter Borte für drüber, durch eine große Fibel geschlossen. Ein großes Kreuz an langer Kette vor der Brust ergänzt den perfekten Eindruck. Bitte kein Polyesterbart.

Das Schnittmuster im Download beinhaltet eine bebilderte Schritt-für-Schritt Nähanleitung.

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) und in vielen Standardgrößen kostenlos in der Rubrik „Gratis“ zur Verfügung.
Mittelalterliche MITRA / Bischoffshaube
Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. …
 
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