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Schnittmuster für Menschen

Gestern hat der Facebook Auftritt von golden-pattern Schnittmuster nach Maß ein neues Profilbild erhalten. Keine große Sache eigentlich, wird doch täglich von Millionen Nutzern dieses kleine persönliche Logo durch ein allerneuestes Selfie ersetzt. Und das alte war ja nun wirklich vom letzten Jahrtausend. Dennoch hier einige Worte über die Ideen hinter diesem kleinen Bild und vor allem über die Menschen, für die wir arbeiten.

Schauen wir uns das Profilbild kurz an: Die Schere – klar. Die Schere ist schon immer das Icon der golden-pattern Software. Und dieses Werkzeug symbolisiert wohl am besten die Schneiderei – zumindest wenn eine Erkennbarkeit bei sehr kleinen Bildgrößen eine Rolle spielt.

Aber schauen wir auf die Silhouetten:

Schnittmuster für Menschen

v.r.n.l.: Teenie, Knuffie, Mann, Frau, Preggy, Skinny, Kiddy, Dolly

Die Silhouetten symbolisieren die Menschen, für die wir Schnittmuster entwickeln. Der Anspruch: Egal ob klein oder groß, dünn oder dick, Frau oder Mann – das Schnittmuster soll stets die bestmögliche Anpassung an die persönlichen Proportionen bieten. „Mensch ist Mensch“ könnte man denken, aber bei näherem Hinsehen ist keine Person wie die andere geformt.

Falls Sie mehr weibliche als männliche Silhouetten identifizieren: In der Tat. Obwohl sich fast die Hälfte unserer Schnittmuster auch für Herren eignet, sind etwa 90% unserer KundInnen weiblichen Geschlechts; und auch die meisten verkauften Schnittmuster sind typisch weiblich.

Je nach Proportion des Menschen zeigen sich unterschiedliche Motivationen zum Selberschneidern und es bieten sich die unterschiedlichen schnitttechnischen Herausforderungen.

Schauen Sie sich einmal die nachfolgenden Kategorien an: Finden Sie sich wieder? Kommentare willkommen!

FRAU – der statistische Mittelwert

Mit „Frau“ ist hier nicht die Hälfte der menschlichen Bevölkerung gemeint, sondern die hinsichtlich Ihrer Körperform „normale“ Frau, die sich in der Normalverteilung im Interessenbereich der Standardkonfektionsketten befindliche. Sagen wir so etwa Konfektionsgröße 36 bis 42, vielleicht etwas größer oder kleiner als die Norm-168.
Die Frau kann in jedes Kleidungsgeschäft, in jede Boutique gehen und findet schnell etwas Passendes. Warum also nähen?

Für die Frau wie für alle anderen Kategorien gilt: Wohl niemand in unserem Kulturkreis schneidert heute selber, um Geld zu sparen. Für die Dumpingpreise fernöstlicher Diskountketten-Importe kann niemand bei uns auch nur das Material kaufen, von der Nähzeit ganz zu schweigen.

Die Frau näht für das persönliche Kleidungsstück, für etwas Außergewöhnliches. Besonderes Material, besondere Form, besonderer Anlass sind die Motivationen. Und natürlich Hobbies, wie bei jeder anderen erwachsenen Kategorie.

Schnitttechnisch ist die „normale“ Frau bestens erforscht. Bücher – besser Standardwerke – über Schnittkonstruktion für Damenmode gibt es zuhauf. Zwar nicht für stufenlos proportionale Maßalgorithmen (glücklicherweise, unser Wettbewerbsvorteil ;-)), aber unter Wegdenken der Zentimeter-von-oben-Paradigmen dieser Branche können platte Stoffteile der persönlichen Form der Frau gut angepasst werden.

MANN – seltenerer Selberschneider

Wie oben bereits erwähnt, liegt der Männeranteil unserer KundInnen bei etwa 10%. In dieser Größenordnung oder nur wenig höher schätzen wir auch den Anteil der Kleidungsstücke, die aus unseren Schnittmustern am Mann landen (schwieriger zu sagen; Männer nähen für Frauen und Frauen für Männer).

Der „normale“ Mann (bekommt Alltagskleidung in jedem Geschäft) schneidert selbst nach den Rückmeldungen hauptsächlich für sein Hobby – Mittelalter-Sachen und Kleidungsstücke für Auftritte jeder Art spielen eine wichtige Rolle.

Männer mit eher nicht alltäglichen Proportionen haben dieselbe Motivation zum Selberschneidern wie ihre jeweiligen weiblichen Form-Genossinnen – siehe dort.

Für die Schnittkonstruktion für Männer gilt das oben bereits gesagte: Ausreichend jahrzehntelang bewährte Fachliteratur bietet sichere Algorithmen für den „normalen“ Mann.

KNUFFIE – inniger Wunsch nach passender Kleidung

Die größte Herausforderung und mit die dankbarsten Kundinnen: Die Frau mit üppigeren Rundungen an den unterschiedlichsten Stellen.

Die XXL-Ecken in den Bekleidungshäusern sind übersichtlich, die Spezialgeschäfte für Übergrößen teuer und oftmals einfallslos, und keines der Stangen-Kleider will wirklich gescheit sitzen. Hier kann selberschneidern auch für Alltagskleidung Erfolgserlebnisse bringen.

Mit der Schnittmusterkonstruktion – insbesondere mit der stufenlosen Gradierung universeller Schnittmuster – ist es im fortschreitenden Übergrößenbereich absolut nicht einfach. Die persönlichen Proportionen selbst von Personen gleicher Grundmaße können sehr unterschiedlich ausfallen. Auch eignet sich nicht jeder Grundschnitt speziell im Bereich der Brust und des Ärmelausschnitts für jede Proportion.

Wir mögen unsere knuffigen Kundinnen und bemühen uns. Wir testen unsere Schnittmuster standardmäßig bis Größe Damen 64, auch in kurz und lang, und gegen vorhandene Kunden-Referenzmaße. Nicht immer ist alles möglich, aber in jedem Fall bietet das Schnittmuster eine bessere Ausgangsbasis mit weniger manuellen Anpassungen gegenüber einem Standardgrößen-Papierschnittmuster.

SKINNY – Idealbild der Mode

Die ideale Figur der Kundin für die Hersteller von Kleidung (und damit auch Schnittmustern) ist die (sehr) schlanke Frau mit kleiner Brust und wenig Po. Wir wollen uns bitte dabei aber gar nicht in die Diskussion über die Model-Branche und wandelnde Schönheitsideale einmischen und schon überhaupt gar kein Ziel vorgeben.

Die schlanke, eher knabenhaft gebaute Frau hat die besten Chancen, recht einfach mit nur minimalem Optimierungsaufwand perfekt sitzende Kleidungsstücke selber zu schneidern: schmale Abnäher oder gar Abnäher-freie Varianten, spannungsarme Hals- und Armausschnitte, glatter geschmeidiger Fall langer Kleider ganz ohne Unterbrechung durch Love Handles.

PREGGY – Babybäuche und mehr

Ein häufiger Grund, Kleidungsstücke selber zu schneidern, ist eine (temporäre) körperliche Veränderung, für die es im Geschäft ein nicht so großes Angebot gibt, oder für die besondere optische oder materialtechnische Wünsche vorliegen.

Warum so kompliziert ausgedrückt? Schließlich will ein Babybauch bequem verhüllt werden und angemessen stolz vorangetragen. Und ein Hängerchen aus weicher Baumwolle mit süßem Druck ist schnell genäht.

Spezielle Schwangerschafts-Modelle bieten wir (derzeit nicht besonders ausgewiesen – eigentlich eine gute Idee!) nicht an, aber viele Modelle eignen sich auch für die rundesten Bäuche. Am besten hierfür den Taillenumfang anpassen. Und der Saum muss eh gerade abgesteckt werden.

Zurück zum komplizierten ersten Satz. In dieser Kategorie sehen wir auch die KundInnen, deren Körperform oder typische Körperhaltung aus anderen Gründen, z.B. einer körperlichen Behinderung, stark vom Durchschnitt abweicht. Auch hier kann ein Maßschnittmuster in vielen Fällen helfen (z.B. Ausdruck unterschiedlicher linker und rechter Schnittteile bei Asymmetrie)

TEENIE – junge SelberschneiderInnen

Erfreut beobachten wir die Verjüngung unserer KundInnen über die letzten Jahre. Wer sich in den Stoffgeschäften umschaut oder die wieder zunehmende Anzahl von Sew-it-yourself Zeitschriften bemerkt: Selberschneidern kommt wieder verstärkt in Mode.

Junge SelberschneiderInnen wünschen sich einfach zu schneidernde Modelle, schnelle Erfolgserlebnisse, die sich im Stil den jeweiligen Trends hinsichtlich Form und Material anpassen lassen. Vielleicht ein individuelles Kleidungsstück für die nächste Party oder der „Nachbau“ des Outfits eines Idols.

KIDDY – Selbstgeschneidertes für Kinder

Kinder selbst werden eher selten schneidern (Warum eigentlich nicht? Bestehen Erfahrungen?), aber für Kinder wird häufig genäht.

Neben Alltagskleidung (während schnellem Wachstums vielleicht schon lohnenswert) sind besondere Outfits wie Verkleidungen häufige Projekte. Recht schnell und vor allem individuell entsteht die Prinzessin oder der Zombie.

Auch immer wieder gern genäht: der Partner-Look Mutter – Tochter, z.B. bei Nachthemden.
Rein schnitttechnisch ist bei Kindern ab einer gewissen Größe (so ab dem Alter von 2 Jahren) wenig zu beachten. Bei der Realisierung der Projekte sollte durch die entsprechende Variante auf ausreichende Bequemlichkeitszugaben geachtet werden.

Für Baby-Proportionen sind unsere Schnittmuster nicht optimiert.

DOLLY – kleine Abbilder des Menschen

Viele unserer KundInnen schneidern für Puppen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen, die sich untereinander vielfach gar nicht wahrnehmen, obwohl sie das gleiche Schnittmuster verwenden.

Da gibt es die traditionellen Puppen mit Kinderproportionen, edel mit Porzellankopf, dann aus immer lebensechteren und vor allem stabileren Kunststoffen. Da werden Teddybären benäht. Da gibt es die meist jungen Fans der Modepuppen im Barbie-Format, die ihre Puppen benähen. Da gibt es die meist erwachsenen Fans hochwertiger Fashion Dolls mit aufwändigsten Kreationen. Da gibt es die Fans fernöstlicher BJD`s, gern auf Conventions im Partnerlook mit ihren kleinen Gliederpuppen anzutreffen. Aber auch übergroße Stücke für stangengeführte Riesenpuppen auf Veranstaltungen werden genäht.

Generell lassen sich alle Schnittmuster auch für Puppen mit grob menschlichen Proportionen ausgeben. Die Herausforderung beim Nähen für Puppen ist eher die Größe.
Traditionelle Kinderpuppen oder große Modepuppen (Maßstab 1:2 bis 1:3) lassen sich noch ohne große Veränderungen beschneidern. Für kleinere Puppen (1:4, eine häufige Größe hochwertiger Dolls, bis 1:6, der Barbie-Größe) sollte schon überlegt werden, ob Schnittteile manuell vereinfacht werden oder gar zusammengelegt werden. Darunter wird es schwierig – obwohl – eine Kundin hatte Schnittmuster für Ihre Schweizer 1:12 Puppenstuben-Figuren angefragt.

Zum Schluss – Schneidern Sie selbst!

Sie haben es gelesen: Ihre Chancen auf individuelle, außergewöhnliche, selbstgeschneiderte Kleidungsstücke stehen gut! Versuchen Sie es einfach einmal mit unserer kostenlosen Maßschnittmuster-Software PASST! und den vielen unterschiedlichsten Schnittmuster-Modellen.

Übrigens: Für alle, die das alte Profilbild nicht kennen oder sich nicht erinnern können: Zur Anmeldung von golden-pattern bei Facebook wurde das 1999 für den ersten Internet-Auftritt von golden-pattern kreierte Logo verwendet. Wie der Zeitgeist und damit oft auch der persönliche Geschmack sich doch ändert…

Sensation: Erste Fashion Doll der Geschichte!

12. April 2013 2 Kommentare
jórunn matschwiese fundort

Fundort

Im Jórunner Moor nördlich von Lübeck wurde bei Bauarbeiten für einen Besucherparkplatz, vergraben unter einem abgestorbenen Baum, eine kleine Eichenkiste entdeckt,  die wohl einen der bedeutensten archäologischen frühmittelalterlichen Funde dieser Region der letzten Jahrzehnte darstellt.

Bei der behutsamen Öffnung der auf das frühe 9. Jahrhundert datierten Kiste im Museum für Altnordische Geschichte auf Schloss Jórunn-Matschwiese offenbart sich Unerwartetes. Neben typischen Schmuckstücken aus baltischem Bernstein, Bronze und Gold findet sich der eigentliche Schatz: Eine vollständig erhaltene Puppe, bekleidet mit sauber gearbeiteten, zeitgenössischen Kleidungsstücken, einem Trägerkleid mit Unterkleid, die Fibeln symbolisiert durch kleine Silberknöpfe mit Hornrahmen, gegürtet mit einem schmalen Lederriemen. Den Kopf bedeckt ein gefaltetes und hinten geknotetes quadratisches Leinentuch aus dem Material des Unterkleides. Die Puppe selbst, zweifelsfrei weiblichen Geschlechts, besteht aus graubraunem Leinen, gefüllt mit Stoffresten und Gänsedaunen, durch geschicktes Stopfen an den Gelenken beweglich gehalten. Größe und Proportionen erinnern stark an die heutigen BJDs oder Modepuppen.

jórunn matschwiese puppe

Puppe

Möglich wurde die extrem lange, fast unbeschädigte Erhaltung dieser leicht kompostierbaren textilen Sensation durch den sauerstoff- und organismenfreien Abschluss in der kleinen, aber massiven Eichenkiste ein gutstück vergraben im Moor. Mit großem Glück wurde das äußerlich eher unscheinbare Objekt bei den Baggerarbeiten von Planierraupenführer Leo T. erspäht: „Zuerst dachte ich mir: Wer versteckt da wohl eine Zigarrenkiste im Naturschutzgebiet?“.

Liebevoll von den Experten restauriert, ihr Alter von 1200 Jahren nur noch Experten offenbarend, kann diese erste Fashion Doll der Geschichte jetzt ab 01. April 2013 besichtigt werden in dem speziell neu hergerichteten zentralen Präsentationsraum des Schlosses. In der begleitenden Sonderausstellung „Matsch und Mode – Kindererziehung in der Wikinger-Zeit“ erfahren Sie darüber hinaus bis 26. Juli 2013 viel Wissenswertes über die Kultur dieser Zeit und Details zur Ausgrabung und Restauration dieses bemerkenswerten Fundes.

jórunn matschwiese kleidung

Puppe in Kleidung

Einen Besuch absolut wert!

PS: Dieser Text steht unter „Geschichten“, nicht unter „Artikel“ oder „Orte“, niedergeschrieben am ersten Tag des Monats April.

Kategorien:Fashion Dolls, Geschichten Schlagwörter: ,

Fashion Doll / Ball Jointed Doll (BJD)

3. Januar 2013 1 Kommentar

Seit frühester Geschichte werden von Menschen Puppen hergestellt: Hauptsächlich als Kunstwerk zur Darstellung des Menschen seiner selbst und zur Bewahrung der Erinnerung sowie zum Spiel der Kinder als Übung späterer gesellschaftlicher Aufgaben; aber auch zum Fern-Quälen (Voodoo ;-)) und für andere Zwecke mehr.

Ein Evolutionszweig der Puppe führt zum Liebhaberstück; exklusiv und limitiert und teuer nur für Sammler und Kenner, für einen begrenzten Kreis der Eingeweihten mutiert.

Zwei Begriffe spielen in diesem Umfeld eine besondere Rolle:  „Fashion Dolls“  und „Ball Jointed Dolls“.

Fashion Dolls

Der Name „Fashion Doll“ beschreibt den Zweck: Eine Puppe, die Mode trägt und zeigt. Modepuppen wurden seit langer Zeit genutzt (nach einigen Quellen seit dem 14. Jahrhundert), um Kleidungstrends wirtschaftlich transportieren und wirkungsvoll präsentieren zu können.

In modernerer Zeit mit besseren Möglichkeiten des Transports und der Visualisierung, ist die Modepuppe teils als Kinderspielzeug und teils als Sammlerobjekt erhalten.

Die Firma Mattel hat Ende der 1950er Jahre die Puppe „Barbie“ herausgebracht, die bis heute sowohl mit ihrer Größe von ca. 30cm / 11“ / Maßstab 1:6 wie auch in Ihrer unglaublichen Population  in (rosa) Kinderzimmern bis heute Maßstäbe setzt. Neben dem Massenprodukt sind aber auch wertvolle Sammlerstücke – oft von namhaften Designern gestaltet – auf dem Markt.

Eine Reihe weiterer Hersteller von Modepuppen folgten. Für Sammlerstücke und die Präsentation von Mode ist das nähtechnisch praktischere,  etwas größere Format von etwa  40cm / 16“ / Maßstab 1:4 sehr verbreitet, aber auch viele andere, teilweise herstellerspezifische Größen bis über etwa 90cm / 36“  sind anzutreffen.

Modepuppen haben eine annähernd natürliche, gelegentlich aber überhöht „model-hafte“ Figur. Zumeist anzutreffen sind weibliche Puppen. Männliche Puppen sind (eigentlich nicht erstaunlich, als Spiegelbild der Zielgruppe der Modebranche) seltener, oft scheinbar „alibihalber“ oder in limitierten Auflagen zu aktuellen Filmen oder anderen Ereignissen.

Modepuppen sind meist aus Hart-Kunststoff, unterschiedlich ausgeprägt beweglich durch Kunststoffgelenke.  Die Qualität und speziell die Originalgetreue ist bei hochwertigen Puppen erstaunlich – auf guten Fotos ist auf den ersten Blick kaum die Puppe vom lebenden Model zu unterscheiden.

Die Kleidung der Fashion Doll ist – ganz einfach – die Mode. Zeitgeist, aber auch Prunk und Eleganz ist in einem Maße vertreten, wie es der Alltag kaum erlaubt.

Ball Jointed Dolls BJD

Der Begriff „Ball Jointed Doll“ an sich beschreibt die Technik, die der Puppe ermöglicht sich zu bewegen und nahezu alle natürlichen Positionen anzunehmen: Die Gelenke der einzelnen Körperteile  der Puppe (Doll) sind Kugeln (Ball), die über stramm gespannte Gummizüge innen verbunden (Jointed) und zusammengehalten werden.

Verwendet wird dieser Begriff aber fast ausschließlich im Zusammenhang mit asiatischen Puppen (meist) im Manga-/Anime-Stil. Hergestellt sind sie mehrheitlich aus hochwertigen Kunstharzen (Resin).

Der Ursprung der heutigen BJDs liegt auf Basis der jahrhundertealten japanischen Kultur der Puppen als Kunstgegenstand bei der Firma Volks, die Ende der 1990er Jahre die BJD Puppe „Super Dollfie“ herausbrachte.  Andere japanische Hersteller folgten, dann Koreaner, Taiwanesen, Chinesen.

Am verbreitetsten sind zwei Größen von BJDs: die Größe SD (wurde auch namensmäßig von der original „Super Dollfie“ abgeleitet) von etwa 60 cm / Maßstab 1:3; und die kleinere MSD von ca. 40 cm / Maßstab 1:4.

BJDs gibt es in weiblichen und männlichen Ausführungen, in verschiedenen jugendlichen Altersstufen (öfter genannt sind z.B. MSD17 oder MSD13). Die männlichen Modelle wirken androgyn (oder sollten wir es eher metrosexuell nennen?), die weiblichen Modelle haben mangahafte Proportionen.

Neben den beiden Hauptgrößen sind eine große Anzahl, teilweise herstellerspezifische Größen von sehr klein (< 25 cm) bis sehr groß (> 90 cm) auf dem Markt.

BJDs sind so hergestellt, das sich leicht Körperteile (Köpfe, Oberkörper, Hände etc.) austauschen lassen und so ein individuelles Aussehen entsteht. Eine große Rolle bei den BJD-SammlerInnen spielt das „Face-Up“, die kunstvolle, individuelle Bemalung des Gesichts.

Die Kleidung der BJDs ist ebenfalls zumeist Manga-/Anime-inspiriert, Begriffe  wie Lolita, J-Style und Gothic spielen eine Rolle. Nicht selten begegnet man auf einer Anime Convention BJD und BesitzerIn im Partner-Look.


[Anm. d. Autors: Als Fremder, als Quereinsteiger, von außen auf diese Szene blickend  ist das Thema absolut faszinierend.  Man trifft auf interessante Menschen mit Leuchten in den Augen und auf völlig neue Gedankengänge und Zusammenhänge. Ich freue mich im Verlauf des Projektes „DOLLFORCE.COM“ darauf, etwas tiefer einzutauchen.]

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