Archiv

Posts Tagged ‘Maßschnittmuster’

CAPE & PONCHO

Cape / Poncho Beispiele

Ganz im top-aktuellen modischen Trend: Das Cape und der Poncho. Schauen wir uns diese beiden Kleidungsstücke einmal aus der Sicht der SelberschneiderIn etwas näher an:

So sieht´s aus

Cape und Poncho sind sehr einfach geschnittene, wärmende, Ärmel- und Verschluss-freie Umhänge. Unterschied zwischen Cape und Poncho ist hierbei, dass das Cape vorn offen ist und um Hals und über die Schultern gelegt wird, während der Poncho rundherum geschlossen ist lediglich mit der Kopföffnung zum Hineinschlüpfen.

Die Länge kann sehr unterschiedlich sein. Während häufig schenkel- bis knöchellange Modelle zu sehen sind, ist ab Unterbrust-Länge abwärts eigentlich alles möglich. Auch kann die Länge vorn und hinten unterschiedlich ausfallen, optisch angepasst auch an die übrige Kleidung. Längere Ausführungen beider Kleidungsstücke können zusätzlich seitlich Öffnungen für die Hände besitzen.

Der Saumformen sind viele. Neben einfach gerade ist zipfelig und wellig häufig anzutreffen, gerne immer  mit Fransen oder auch Quasten verziert. Krägen und Taschen sind möglich, aber nicht mehr  „pur“. Tolerierbar ist sicher ein einzelner Verschlussknopf oder -riegel oben am Cape ;-).

So war´s damals

Cape Fell LederAuch wenn das, was diese Saison Cape oder Poncho genannt wird, gerade extrem angesagt ist – eine innovative Neuschöpfung ist es in keinster Weise. Diese einfachste Form wärmender Umhänge ist seit Jahrtausenden auf der ganzen Welt verbreitet. Bereits früheste archäologische Funde zeigen zu heute unverändert geschnittene derartige Kleidungsstücke. Griechen wie Römer hatten mehrere Begriffe für Capes je nach Länge und Anlass.  Die mittelalterliche Kotze (von Kotzen – Wollzeug) war ein Vertreter des Ponchos. In den letzten Jahrhunderten und Jahrzehnten war das Cape unverzichtbares Requisit für Bösewichte wie Superhelden. Ein Western-Film wäre unvollständig ohne den klischeehaft Siesta-haltenden Poncho-tragenden Mexikaner lehnend an der Hauswand.  Zur vorletzten Jahrhundertwende war das Cape als  Pelerine modern, die letzte Modewelle schwappte das Kleidungsstück in den 1970ern an die Frau. Und sollte es in kommenden Jahrtausenden menschliche Zivilisation mit Bedarf an Körperbedeckung geben: Cape und Poncho werden präsent sein.

So ist´s konstruiert

Denn einfacher und passformmäßig unproblematischer lässt sich der Zuschnitt von Material für ein Kleidungsstück kaum gestalten – nähtechnisch müssen für die Grundform nur sehr wenige, gerade, nicht belastete Teile zusammengefügt werden.

Schnittformen

Von der Schnittform sind unterschiedliche Grundansätze für Capes und Ponchos möglich. Die Urform war wohl das Bären- oder Wolfsfell, in das einfach in der Mitte ein Loch für den Kopf geschnitten wurde. Hiervon rührt wohl der kreisrunde Schnittansatz her, der darüber hinaus aber durchaus Vorteile z.B. des homogenen Falls und der recht gleichmäßigen Saumlänge hat. Mit Aufkommen gewebter Materialien und damit technisch begrenzter Stoffbahn-Breite war die naheliegende (da sparsame und einfache) Grundform das Rechteck. Guter Beleg hierfür ist beispielsweise auch die historische Tunika oder der Kimono. Und als guter Kompromiss ist der seitliche Zwickel zu sehen. Eine Stoffbahn-Breite in etwa der Schulterbreite, und für die Weite ein seitlicher Zwickel in gewünschter Breite nähert an die Kreisform an.

So wird´s gemacht

Cape und Poncho sind Kleidungsstücke der kälteren, windigen, ungemütlichen Jahreszeit. Entsprechend  sind die typischen Materialien dicht und wärmend: Oft Wolle, gern auch in der verdichteten Form als Loden.

Schnittmuster Material

Was sagt dies alles der SelberschneiderIn? Sehr gut! – denkt sie. Für die AnfängerIn sind einfacher Schnitt und unkompliziertes Nähen Garant für Erfolgserlebnisse. Und für die erfahrene ExpertIn  liegt im zugrundeliegenden Minimalismus die Chance auf Kreativität hinsichtlich Material, Farbe, Muster und Details.

Cape und Poncho sind ideale Kleidungsstücke für SelberschneiderInnen!

Das Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
CAPE / PONCHO passt! Maßschnittmuster
Das variantenreiche PASST! Basisschnittmuster nach Maß CAPE und PONCHO ermöglicht sehr einfach geschnittene, wärmende, Ärmel- und Verschluss-freie Umhänge. …
Details…

Schnittmuster Cape / Poncho

SAKKO Formenkunde

21. Mai 2015 2 Kommentare

Inzwischen bewährte Praxis, im Rahmen neuer, komplexerer Schnittmuster-Projekte auch etwas Hintergrundinformation zusammenzutragen:

Das SAKKO

Das Kleidungsstück „Sakko“  umfasst bestimmte Ausprägungen  einer Jacke.

Typisch ist das Sakko die formal recht festgelegte, meist etwa hüftlange Jackenform für einen Herrenanzug (Hose in gleichem Material gefertigt) oder einer Herren-Kombination (Hose aus anderem, teilweise auch legeren Material). Aber auch für Damen ist dieses Kleidungsstück – oft als Teil eines Hosenanzugs oder mit etwa knielangem Bleistiftrock  – sehr elegant im Businessbereich anzutreffen.

Das Sakko hat sich im Laufe der letzten 200 Jahre aus dem Gehrock entwickelt, der bereits in den Jahrhunderten davor in den jeweilig zeitgemäßen Modevarianten eine typische Jackenform für Männer darstellte. Der Gehrock war schnitttechnisch in Taillen-Höhe geteilt aus einem oberen Jackenteil und einem unteren – oft ausgestellten – Rockteil gearbeitet. Das Sakko dagegen ist einteilig geschnitten, in der Regel durch einen Taillenabnäher geformt.

Kaum ein anderes Alltagskleidungsstück ist heutzutage so formal definiert  wie das Sakko. Gesprochen wird über  Anzahl der Knöpfe und Knopfreihen, wenige Reversformen, bestimmte Materialien und Farben, einige andere Details, aber meist steht aufgrund der vorgesehenen Nutzung eigentlich schon alles fest.  Dies soll aber die geübte SelberschneiderIn nicht hindern, aus traditionellen Schnittformen individuelle Kunstwerke zu fertigen. Passend zu den formalen Formen des Sakkos besteht eine Reihe von unterschiedlichen formalen Verhaltensweisen beim Tragen dieses Kleidungsstücks. Wir sind aber hier SelberschneiderInnen-Blog und nicht Benimm-Lexikon…

Viele andere Bezeichnungen beschreiben entweder das gleiche Kleidungsstück in verschiedenen deutschsprachigen Regionen, oder ganz bestimmte Varianten für traditionell bestimmte Anlässe.

Häufig zu finden sind die Bezeichnungen Jackett, Blazer, Smoking, Tuxedo ,  Frack, Cutaway,  Veston , Janker oder Joppe.

Knöpfe / Knopfleiste

Generell unterschieden werden Sakkos mit einer oder zwei Knopfreihen. Gängig im Alltag und im Büro sind einreihige Sakkos. Noch formaler aber auch eleganter, meist auf bestimmte Anlässe beschränkt, Uniform-artiger wirkend sind Zweireiher.

Meist besteht jede Knopfreihe aus zwei oder drei Knöpfen. Ein einzelner Knopf ist typisch an festlicher Abendgarderobe zu finden. Vier Knöpfe sind seltener. Viele Knöpfe sind vor allem an traditionellen Trachtenmodellen zu finden.

Der Ärmel mit einem Schlitz an der hinteren Naht ist typischerweise mit vier kleineren, funktional unnotwendigen  Knöpfen geschlossen. Hier ist eine offene Ausführung mit richtigen Knopflöchern Indiz für ein Maßmodell – Stangenware ist hier meist nur mit Fake-Knopfleiste ausgestattet.

Revers

Das Revers ist der lang vom Hals bis zur Knopfleiste heruntergezogene, aus einem breiten inneren Beleg heraus umgeschlagene Kragen des Sakkos.

Meist ist das Revers schnitttechnisch vorn geteilt in einen angeschnittenen Teil und ein extra Kragenteil, wobei durch die Schnittform offene Spitzen am Revers entstehen, die nach unten zeigen können (fallende Fasson) oder nach oben (steigende Fasson). Möglich ist aber auch ein komplett am Vorderteil / Beleg angeschnittener Schalkragen, z.B. beim Smoking.

Abstich

Als Abstich bezeichnet wird der Verlauf / die Form von der Knopfleiste bis zum Saum.

Typisch beim Sakko ist hier ein geschwungener, runder Verlauf zu finden. Besonders bei zweireihigen Modellen ist der Abstich eckig.  Einen außergewöhnlichen Abstich zeigt der Cutaway (kurz „Cut“, ähnlich dem „Stresemann“) , bei dem der runde Verlauf bis in den Rücken hinein reicht. Und da ist natürlich der Frack, bei dem der Abstich nach einem kurzen, taillenhohen Verlauf vorn steil zu einem recht langen, spitzen Rückenteil zuläuft („Pinguin“).

Schlitze

Im Rücken der meisten Sakko-Formen sind Schlitze eingearbeitet, die die Bewegungsfreiheit (ursprünglich vor allem beim Reiten) verbessern.

Meist ist entweder ein zentraler Schlitz in der hinteren Mittelnaht gearbeitet, oder zwei seitlichere Schlitze in der Naht zwischen Rücken- und Seitenteil.

Taschen

Traditionell besitzen Sakkos drei äußere Taschen: zwei große, vorn/seitliche Hüfttaschen und eine oben offene kleine Tasche im linken Brustbereich, die gern für ein sorgfältigst drappiert eingestecktes Tuch verwendet wird.

Die Hüfttaschen sind oft innenliegend gearbeitet und mit einer abgerundeten Taschenklappe verschlossen (Patten-Tasche), können aber auch aufgesetzt sein mit und ohne Klappe, oder auch offen durch einen Schlitz oder eine Paspel erreichbar.

Seltener zu finden sind weitere, formal  definierte Zusatztaschen im vorderen Hüftbereich, z.B. Billet-Taschen oder Uhren-Taschen.

Futter

Sakkos sind meist komplett gefüttert. Lediglich sehr legere Modelle (z.B. aus Jeans-Stoff) sind ohne Futter und zeigen damit innen die Verarbeitung. Im Futter sind üblicherweise mehrere Innentaschen eingearbeitet.

Material

Das Sakko erscheint oft in schwarzen, dunkelgrauen oder dunkelblauen Wollstoffen, nicht oder nur dezent (z.B. mit schmalen, unaufdringlichen Nadelstreifen) gemustert. Den Damen vorbehalten sind für die meisten Anlässe kräftigere gewebte Muster bis hin zu Designer-Wollstoffen (1. Reihe der Materialbilder).

Wer es spannender mag, fertigt sein Sakko aus alternativen, dennoch sehr geeigneten Materialien:  Seide in uni oder gemustert (2.Reihe, Bild 1+2), Baumwoll-/Jeans-Stoffe (2.Reihe, Bild 3+4) oder warum nicht auch aus Kunstpelz, der kuschelig am umgeschlagenen Revers das innere Kunstwildleder umspielt (2. Reihe Bild 5).

Auch beim Futter die Entscheidung: Traditionell schlicht schwarz/grau oder – in den letzten Jahren auch im Handel häufiger anzutreffen – Futter mit Mut zur Farbe (3.Reihe).


Das Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster bereit.
SAKKO
Variantenreiches PASST! Basisschnittmuster für Damen- und Herren-SAKKOs mit verschiedenen Grundformen geeignet beispielsweise auch für Jackett, Blazer, Smoking, Cut, Stresemann, Frack  …
Details…

Jubiläum: 15 Jahre golden-pattern

Zum Osterfest 2014 feiert golden-pattern Schnittmuster nach Maß sein 15-jähriges Bestehen. Ein Anlass, einmal die Firmengeschichte mit den wichtigsten Highlights einzelner Jahre Revue passieren zu lassen.

Weihnachtsfest 1998

Die Mutter von George – gelernte Schneiderin – schenkt seinen Töchtern (12 und 13) zu Weihnachten eine Nähmaschine. Anlass, sich nach über 20 Jahren Näh-Abstinenz einmal wieder mit Schere, Nadel und Faden auseinanderzusetzen.

Januar 1999

Das erste Nähprojekt, drei Fleecejacken nach einem Mehrgrößen-Schnittmuster des Marktführers, endet katastrophal. Ok, George´s Schuld. Einfach die üblichen Kleidungsgrößen blind zugeschnitten und zusammengenäht. Bei den Mädels wirkten die Jacken wie ein Zelt über einem Streichholz, dafür füllte George das Kleidungsstück prall aus. Mit Dreiviertelärmeln.

Der Blick (besser wäre vorher gewesen) auf die Größentabellen des Schnittmuster-Herstellers verrät: George z.B. liegt in den einzelnen Maßen zwischen Größe 48 und 58 (in der Körpergröße noch darüber). Kann ja nicht passen.

Soweit die Erinnerung nicht trügt, wurden die Jacken 1x alibihalber auf einem Spaziergang getragen und verschwanden dann…

Osterfeiertage 1999

Einige Tage frei, keine Termine, keine Verpflichtungen. Da war doch dieses Schnittmuster-Ärgernis. Ist es nicht im Zeitalter des PCs möglich, einfach seine persönlichen Maße einzugeben und heraus kommt ein Schnittmuster, das passt?

Eine kleine Recherche in den bescheidenen Anfängen des Internets zeigt: Für Hobby-Leute gibt es da wohl nichts, nur Profi-CAD-Systeme, hinsichtlich Komplexität und Preis für eine andere Zielgruppe.

Also hingesetzt an den PC, Delphi aufgerufen (eine seinerzeit sehr beliebte Programmiersprache des Herstellers Borland) – was wird gebraucht – Maße erfassen – eine Syntax zur Definition von Schnittmustern – eine Schnittmuster-Vorschau – Ausdrucken am heimischen Tintendrucker.

Ostermontag 1999 erzeugt ein Software-Rudiment namens „GOLDPATT“ ein erstes Fleecejacken-Schnittmuster mit dem Namen „HEMD01“ – nachträglich gesehen die Geburt der Firma golden-pattern.

Jahre 1999 / 2000

Im Rahmen der nebenberuflich-hobbymäßigen Möglichkeiten Weiterentwicklung von GOLDPATT. Funktioniert gut, erste Kontakte, viele Interessenten. Erstellung einer Internet-Seite mit dem kostenlosen Download von GOLDPATT mit HEMD01:

www.golden-pattern.de

Viele tausend Downloads im ersten Jahr, gute, konstruktive Feedbacks und Nachfrage nach weiteren Schnittmustern zeigen: Das Thema ist interessant und ausbaubar.

Jahr 2001

GOLDPATT hat einen vorzeigbaren Entwicklungsstand erreicht. Ziel: einfache Bedienung und möglichst gute Gradierungs-Ergebnissen der Schnittmuster für jede Größe von Puppe über Kinder und alle Erwachsenen-Proportionen bis extraknuffig.

Einige grundlegende weitere Schnittmuster wie HOSE01 oder ROCK01 sind entwickelt und getestet. Ein kleiner Online-Shop entsteht, Beginn der gewerblichen Nutzung.
Nach und nach Veröffentlichung vieler weiterer grundlegender Schnittmuster. Allzeit-Renner bis heute ist das Schnittmuster 5-Pocket-Jeans JEANS01.

Jahr 2005

Eine stattliche Anzahl unterschiedlichster Schnittmuster steht inzwischen zur Verfügung. Erste CD Zusammenstellungen werden veröffentlicht, zuerst noch selbstgebrannt und –gedruckt. Aber die Möglichkeit, nicht nur über den eigenen Online-Shop zu verkaufen. Der Kundenstamm wächst stetig.

Jahre 2007 / 2008

Gedanken über die Zukunft von golden-pattern. Wo wollen wir hin? Wird der „Zero-Budget“-Gedanke vom Projektstart aufrecht erhalten? Wie lange lässt sich GOLDPATT noch weiterentwickeln, wo sind die Grenzen?

Jahr 2008

Die Internet-Plattform INTERPATT geht online. Die Idee ist, alle Funktionen von GOLDPATT auch online abwickeln zu können, im Browser, Plattform-unabhängig ohne Software-Installation am eigenen Gerät.

Die Menschheit war noch nicht bereit dafür. Oder die Plattform war grottenschlecht. Oder das Marketing. Jedenfalls wurde der Betrieb von INTERPATT nach etwa einem Jahr wegen erwiesener Nichtzurkenntnisnahme durch die KundInnen eingestellt. Die Idee schlummert aber noch in der Schublade – manchmal zuckt sie.

Jahr 2009

Mittelalter kommt in Mode. Eine erste kleine Test-Kollektion von mittelalterlichen Schnittmustern erzielt unerwartet positive Resonanz. Seither sind die historischen Schnittmuster ein fester Bestandteil unseres Portfolios mit einem eigenen, sehr fachkundigen, treuen Kundenstamm.

Im Hintergrund wurde mit Start der Mittelalter-Modelle auch die neue Generation der Maßschnittmuster-Software gezeugt – gravierend erweiterte interne Schnittmuster-Syntax und neue Software-Algorithmen ermöglichen künftig noch raffiniertere Modelle und Varianten.

Jahr 2010

Ein Kundenwunsch führt zu dem Versuch der Digitalierung eines authentischen Schnittmusters aus den 1920er Jahren.

Nach Kontakten und freundlichen Genehmigungen einiger Rechteinhaber wie den Staatlichen Museen von Berlin. Ullstein oder dem Buchverlag für die Frau entsteht eine kleine Retro/Vintage-Kollektion: digitalisierte Original-Schnittmuster, aber voll gradierbar, mit Original-Abbildungen und Beschreibungstexten aus dem Zeitraum 1860 bis 1940.

Die Kundenresonanz auf die Retro-Modelle ist sehr unterschiedlich. Einige Fans dieses Zeitraums sind begeistert, wirklich 100% authentische Schnittmuster nach ihren persönlichen Maßen nutzen zu können. Andere, „normale“ Hobby-NäherInnen sind häufiger einmal pikiert über die Qualität der Schnittteile oder der Beschreibung, manchmal sogar über die Rechtschreibung – dies alles hatte halt vor 100 Jahren einen anderen Stand, einen anderen Zeitgeist.

Jahr 2011

Dank an den Buchverlag für die Frau.

In den Kontakten und interessanten Gesprächen mit der Geschäftsführerin und ihrem Mann aus dem Retro-Rechte-Anlass entstand die Idee zu einem Buch über das Schneidern nach Maß. „PASST!“ soll es heißen und die neue Software-Generation auf CD enthalten, die Wörter „Selberschneidern“ sowie „SelberschneiderInnen“ sollen etabliert werden. Nur letzteres ist nicht gelungen – die Lektorin konnte das Paradigma des Dudens nicht überwinden.

Im Mai 2011 erscheint „PASST! Selber schneidern nach Maß“.

Und golden-pattern wird in Facebook aktiv auf facebook.com/goldenpattern unter dem Motto: „Unsere Facebook-Fans wissen mehr!“

Jahr 2012

Durch einen Zufall in einer Auktionsplattform entdeckt: Eine asiatische Gliederpuppe, „Ball-jointed-doll“ oder „BJD“. Nun spielen Jungs nicht mit Puppen (weiteres kann ja hier und hier und hier in diesem Blog nachgelesen werden), aber eine Faszination hinsichtlich der Benähbarkeit dieser Puppen und dem Marktpotential lässt sich nicht leugnen, speziell auch nach Recherchen über die im englischsprachigen Ländern beliebten Fashion Dolls.

Das Thema soll auf der Seite www.dollforce.com angegangen werden; leider liegt die Seite wegen gesundheitsbedingtem Rückzug einer Geschäftspartnerin brach. Interesse an einem kleinen eigenen Geschäftsfeld? Melden!

Ebenfalls 2012 begann die Zusammenarbeit mit der Zeitschrift „Miroque – Lebendige Geschichte“. Bis zur grundlegenden thematischen Umstrukturierung der Miroque dieses Jahr war in allen Regelausgaben 2012/2013 und in vielen Sonderausgaben ein themenbezogenes Maßschnittmuster von golden-pattern enthalten.

Jahr 2013

Der Generationswechsel der Maßschnittmuster-Software wird vollzogen. PASST! ist nicht mehr nur im Buchformat erhältlich, sondern soll wie der Vorgänger GOLDPATT kostenlos im Download bereit stehen, mit einem Shop voller unterschiedlichster Schnittmuster. „Alte“ Schnittmuster der KundInnen sollen auch in PASST! ohne Neukauf verfügbar sein. Im Januar 2013 geht PASST! online auf:

www.passt-online.de

Im Dezember 2013 wird dann endgültig der GOLDPATT Download und der GOLDPATT Shop vom Netz genommen, mehr hier im Blog-Artikel R.I.P. GOLDPATT.

 

Jahr 2014

Es geht weiter:

erste neue Basis-Schnittmuster für PASST! entstehen, die früher nicht möglich gewesen wären.

PASST! Schnittmuster sind jetzt auch gesammelt auf CD verfügbar.

Die Kollektionsplanung für die kommenden Monate steht.

Ostern 2014 wird gefeiert! Wir sind stolz auf 15 Jahre golden-pattern Schnittmuster nach Maß und auf tausende aktive KundInnen.

 

Pläne für die Zukunft

Kurzfristig ist einfach:

Dieser Tage wird das Mitmach-Buchprojekt „SelberschneiderInnen“ gestartet, von KundInnen für KundInnen. Mehr auf www.facebook.com/selberschneiderinnen.

Die neue PASST! CD STARTER ist gerade herausgekommen, muss noch bekannt gemacht werden.

Kommenden Monat wird das als 2. Auflage erweiterte Buch „Schneidern im Mittelalter“ als eBook für den Kindle veröffentlicht.

Ein weiterer persönlicher Auftritt auf dem Stoffmarkt Holland wird vorbereitet.

Und die Oster-Feier-Tage werden auch genutzt, die mittel- und die längerfristige Palme zu fokussieren: am Firmen-Whiteboard hängen 107 Zettel mit Ideen und Konzepten, von roten Magneten gehalten.

Also, Langeweile kommt auch die kommenden 15 Jahre nicht auf.

R.I.P. GOLDPATT 1999 – 2013

6. Oktober 2013 4 Kommentare

Liebe GOLDPATT Fans,

heute sind wir hier beisammen, um einem Teil unseres Lebens zu gedenken.

GOLDPATT ist von uns gegangen. Beachtliche 14 Jahre hat GOLDPATT uns Freude bereitet, erst dem kleinen Kreis Vertrauter, dann den vielen Tausenden auf der ganzen Welt, die GOLDPATT kennen und lieben gelernt haben.

Zum Osterfest 1999 mit Liebe ins Leben gerufen von Mutter DELPHI mit all Ihren in Ihrer Zeit wegweisenden Fähigkeiten und Vater George mit den stets schrägen Ideen, fand GOLDPATT schnell und wie von selbst eine große Fan-Gemeinde.

Mit immer neuen Ideen hat uns GOLDPATT Freude bereitet, nie war das Zusammensein langweilig. GOLDPATT hat viele interessante Kontakte zu interessanten Menschen geknüpft.

In der besten Zeit, den Jahren 2001 bis 2011, hatte GOLDPATT über 30.000 Anhänger gewonnen, eine große Anzahl  davon haben das Leben und die Entwicklung von GOLDPATT regelmäßig und aufmerksam verfolgt. Jede Neuigkeit wurde dankbar aufgenommen, viele Anregungen erreichten GOLDPATT und befruchteten ständigen Fortschritt.

Nach und nach zeigten sich aber erste Spuren des Alters, die GOLDPATT aber stets durch Weisheit, Zuverlässigkeit und Stabilität ausgleichen konnte. Das Umfeld, der Zeitgeist, Wünsche und Möglichkeiten ändern sich, entwickeln sich weiter – schon immer und in allen Bereichen des Lebens kommt irgendwann die Zeit für eine neue Generation.

Die letzten beiden Jahre hat GOLDPATT hingebungsvoll damit verbracht, dem erst noch kleinen, zerbrechlichen Nachwuchs PASST! der Mutter .NET all das Wissen und die Erfahrung bereitzustellen, die den Weg einer erfolgreichen Maßschnittmuster-Software ebnet. PASST!, jetzt durch diese Hilfe gereift und stark, wird uns in der kommenden Zeit über den Verlust trösten können.

Nach dem letzten Tage des Jahres 2013 wird GOLDPATT nicht mehr zum Download bereit stehen.

Wir werden GOLDPATT nicht vergessen. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir gemeinsam verbrachten.

George und das Team
www.golden-pattern.de
facebook.golden-pattern.de

.

.

PS: Zur Erinnerung an das frühe Leben von GOLDPATT hier einige Erinnerungsfotos aus der Zeit um die Jahrtausend-Wende:

 .
R.I.P.: „Requiescat in pace“ (lateinisch), „Rest in peace“ (englisch), übersetzt „Ruhe in Frieden“ – verbreitete Grabinschrift seit dem frühen Mittelalter; heute auch gern angewendetes Akronym vor allem bei bevorzugt schwarz gekleideten ZeitgenossInnen.

Kategorien:Internes Schlagwörter: , , , , ,