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Posts Tagged ‘Lingerie’

LINGERIE

Schönes Etwas auf der weiblicher Haut“ – das ist es wohl, was mit der Bezeichnung LINGERIE heute vor allem verbunden wird.

Ursprünglich vom französischen Wort „linge“ – Leinen > Wäsche > Unterwäsche stammend, hat sich die Lingerie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer eigenen, umworbenen Kleidungsgruppe entwickelt. Weit gefasst alles direkt auf der Haut Getragene, ob als Unterwäsche, als Nachtwäsche, oder nur so in Freizeit oder zum Spaß. Enger gefasst Frauenkörper umspielend, gern sexy, gern transparent.

Wenn die SelberschneiderIn sich typische Lingerie Kleidungsstücke ansieht, ist zunächst einmal gar keine Verwandtschaft, keine Kategorie erkennbar hinsichtlich Schnittkonstruktion, möglichem Material oder Zweck der Verwendung. Die meisten der Schnittmuster sind verwendbar für Frauen, aber oft auch für Männer und bedenkenlos sogar für Kinder; aus Seide und Spitze, aber auch aus Baumwolle oder dem namensgebenden Leinen; Details entscheiden über explizit supersexy bis bequem lässig alltagstauglich. Und natürlich entscheidend wie immer der Inhalt des Kleidungsstücks in den Augen des Betrachters.

Schauen wir uns einmal einige Lingerie Kleidungsstücke näher an.

Wer übrigens zuerst wirklich schauen mag statt lesen: Fotos von Lingerie Musterstücken aus unterschiedlichsten Schnittmustern sind hier in einem kleinen Fotoshow-Video zusammengestellt.

https://youtu.be/eB4RHZKf_n8

Einige der folgenden Kleidungsstücke wurden übrigens bereits in früheren Blogartikeln ausführlich vorgestellt. In diesen Fällen einfach dem Link folgen.

Corsagen

Laut verbreiteter Definition ist die CORSAGE ein den Oberkörper eng umschließendes, festes und steifes Kleidungsstück; als Unterbekleidung oder Oberbekleidung zu tragen, als einzelnes Kleidungsstück oder zum Kombinieren oder Ansetzen…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2014/06/24/corsage-formenkunde/

Babydolls

Der BABYDOLL ist ein sehr leichtes, oft transparentes, oft weit geschnittenes Nachthemdchen.

Manchmal nur durch eine Oberbrust-Raffung gehalten, manchmal mit angesetzten Cups, ist ein ausgestellt gearbeitetes Rockteil unterschiedlich möglicher Länge angesetzt.

Weite Ausführungen können über den Kopf gestreift werden, im Brustbereich anliegende Modelle sind an der Unterbrust mit einem Knopf, Haken oder Bändchen verschlossen.

Ergänzt zu einer kompletten Nachtkleidung wird der Babydoll durch ein passend luftig gearbeitetes kurzes Höschen, wie in dem namensgebenden Film von 1956 zu sehen.

Shirts

Ein Grundelement von Unterwäsche und anderer Lingerie ist das ärmellose SHIRT in unterschiedlichen Weiten und Längen. Als Unterhemd für Frauen, Männer und Kinder ist das Shirt genauso unverzichtbar wie als Freizeitkleidung oder beim Sport.

Slips

Ein SLIP (vom englischen „slip“ – hineinschlüpfen) ist eine Unterhose (oder Badehose) für Frauen. Es existieren viele unterschiedliche Grundformen und Benennungen…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2014/03/18/slip-formenkunde/

Bodysuits

Die Bezeichnung BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, alternativ können Arme / Hände, Beine / Füße und Hals(ausschnitt) / Kopf integriert sein…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2015/01/29/bodysuit-formenkunde/

Body & Leggings

Die Kombination BODY & LEGGINGS aus einem eng anliegenden, beinlosen und meist im Schritt geschlossenen Oberteil (Body) mit separater, ebenfalls eng anliegender Hose (Leggings) ist ein Klassiker nicht nur für Sportanzüge unterschiedlichster Disziplinen.

Body und Leggings werden typischerweise aus unterschiedlichem Material gearbeitet und können auch komplett separat getragen werden (der Body z.B. aus gut sitzende, nicht verrutschende Unterwäsche).

Der Unterschied zum einteiligen Bodysuit mit angeschnittenen Hosenteilen ist, das die Leggings separat in typischer Hosenform geschnitten sind.

Kimono

Das „Ding zum Anziehen“, was Kimono übersetzt bedeutet, ist wohl das typische in aller Welt mit Japan verbundene Kleidungstück.

Der Kimono wird in fast unveränderter Form seit etwa dem 9. Jahrhundert von Frauen wie Männern in Japan getragen. Während er in vergangenen Jahrhunderten verbreitete Tagesbekleidung darstellte, ist der Kimono heutzutage – wohl auch mit der zunehmenden Verbreitung westlicher Kleidung in Japan – meist Festen und zeremoniellen Anlässen vorbehalten.

Der Grundschnitt eines Kimonos ist – wie viele sehr alte historische Schnitte – stark an der gewebten Stoffbahn orientiert und somit rechteckig und einfach.

Mit einem selbergeschneiderten Kimono lässt sich recht unkompliziert eine exotische, fernöstliche Stimmung zaubern (jedenfalls, wenn die strengen fernöstlichen Regeln zur kunstgerechten Herstellung, Lagerung, Reinigung, den Anlässen und dem Anlegen dieses Kult-Kleidungsstückes einmal außeracht gelassen werden).

Bademäntel

Ein BADEMANTEL ist ein kuscheliges Kleidungsstück für direkt auf feuchter Haut; zu sehen meist auf dem Weg zum und am Weg vom Badezimmer.

Der Bademantel ist meist knie- bis knöchellang mit Kapuze zum Schutz feuchter Haare oder mit halsschmeichelndem Schalkragen.

Der typische Bademantel entspringt einem normalen Jackenschnitt und  ist in Frottee oder Waffelpiqué gearbeitet.

Morgenmäntel

Ein MORGENMANTEL oder HAUSMANTEL ist ein leichtes Kleidungsstück, getragen über Schlafkleidung, Unterkleidung oder auch auf nackter Haut, um beim Herumlaufen in der Wohnung kulturell ordnungsgemäß verhüllt zu sein.

Je nach Geschmack ist der Mantel sehr kurz schenkel- bis vielleicht dreiviertellang, gern aus edlem Material wie Seide hergestellt.

Für Lingerie-Kombinationen sieht man häufig ein transparentes Kleidungsstück (Kleid, Babydoll, …) „darunter“ und ein in Farbe und Material abgestimmter, verdeckender Morgenmantel „darüber“.

Schlafanzüge

Der SCHLAFANZUG besteht aus einem Oberteil in T-Shirt-Form mit kurzen oder langen Ärmeln und einer separaten Hose mit kurzen oder langen Beinen, aus gleichem, weichem und hautfreundlichem Material.

Wie der Name sagt, wird der Schlafanzug zum Schlafen getragen, von Frauen, Männern und Kindern.

Oft gesehen die Ausführung in tristen Farben und öden Mustern. SelberschneiderInnen haben die Chance, hier Zeichen zu setzen!

Nachtkleider

Das Nachtkleid (manchmal Nachthemd genannt) ist traditionell die Nachtkleidung der Mädchen und Damen. Ein nicht zu enges bis weites, knie- bis knöchellanges Kleid aus hautsympathischem Material Kleidungsstück.

Leinen und Baumwolle sind zur Herstellung die traditionelle Wahl, optisch eindrucksvoller können auch edlere Materialien verwendet werden.

Unterkleider

Das UNTERKLEID wird unter einem Kleid oder einer Kombination Pullover/Bluse und Rock getragen. Gründe können sein zusätzlicher Kälteschutz, unerwünschte Transparenz der Oberbekleidung, besserer Fall  oder Vermeidung „hochkriechender“ Röcke oder Oberteile an der Haut.

Unterkleider sind in der Regel aus glattem, fallendem  Material, meist einfarbig, meist schlicht oder gezielt mit etwas Bling-Bling aufgewertet.

Bikini

Auch der BIKINI kann in die Gruppe der Lingerie Kleidungsstücke eingeordnet werden.

Die nett anzusehende Form des stoffsparenden Zweiteilers aus knapper Brustverdeckung + knappem Höschen ist bei Frauen zwar bereits seit dem Altertum bekannt und verdankt seinen heutigen Namen skurrilerweise amerikanischen Atomwaffentests auf dem gleichnamigen Südseeatoll.

Heute ist der Bikini an den Stränden dieser Welt verbreitet. Als typische Lingerie lässt sich der Schnitt aber auch in anderem Material gearbeitet gut als Unterbekleidung tragen und zeigen.

Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
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BODYSUIT Formenkunde

29. Januar 2015 1 Kommentar

George bekommt eine Mail von einer Stammkundin der ersten Stunde: Sie hätte doch vor einigen Monaten bereits einmal angefragt, sie bräuchte ihn jetzt für ein Karnevalsprojekt wieder, den einteiligen, anliegenden Ganzkörperanzug, wie denn die Chancen stünden.

Nun gibt es ja den Ablage-Ordner für Schnittmuster Kundenwünsche. Er füllt sich ungefähr fünfmal schneller als er abgearbeitet werden kann. Viele gute Ideen sind dabei. Dennoch kamen spontan Erinnerungen auf an zahlreiche Anfragen seit Jahren nach etwa so etwas – tatsächlich wird scheinbar in vielen unterschiedlichen, immer irgendwie spannenden Anwendungsfällen ein solches Kleidungsstück benötigt.

Spontane Entscheidung und Rückmeldung an die Kundin: Wird unverzüglich realisiert.

Die übliche folgende Recherche – für welche Anwendungen sollen welche Varianten, welche Grundkonstruktionen realisiert werden? Welche Musterstücke könnten entstehen? – enthüllt auf Basis der bereits bekannten InteressentInnen-Anfragen unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten abseits des Alltäglichen.

Teils nach Kleidungsform, teils nach „Erfinder“, nach Material oder Anwendung existieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für einen Ganzkörperanzug (mit Garantie auf Unvollständigkeit – wer ergänzt?):

BODYSUIT

Die Bezeichnung BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, alternativ können Arme / Hände, Beine / Füße und Hals(ausschnitt) / Kopf integriert sein.  Alle anderen Bezeichnungen sind eher spezielle Ausprägungen dieses Grundbegriffs.

Genutzt wird ein solches Kleidungsstück in den unterschiedlichsten Bereichen: Durch seine anliegende, die Bewegung nicht behindernde Form ist der Bodysuit in vielen Sportarten typisch, beispielsweise beim Turnen oder Ringen.

Bei vielen „schnellen“ Sportarten kommt der geringe Windwiederstand des anliegenden Bodysuits zum Tragen, z.B. beim Fahrrad-Rennsport , und George erinnert sich an sein Eisschnelllauf-Vergangenheit.

Neben der Bewegungsfreiheit ist die Körpernähe an sich oft eine optisch erwünschte Eigenschaft. Dies spielt in ästhetisch orientierten Sportarten eine Rolle, beim Ballett / Tanz und Theater und vielen anderen Veranstaltungen wie z.B. im Karneval.

Ebenfalls genutzt wird die Körpernähe in verschiedenen Spielarten sexuell motivierter Nutzung. Diese Interessen werden durch spezielle Materialien, beispielsweise Latex, Spandex  oder transparentes / Netz-Material unterstützt.

Ein weiterer spezieller Einsatzfall der Ganzkörperverhüllung ist die Möglichkeit, sich technisch in der optischen Wahrnehmung „verschwinden“ zu lassen. Die sehr verbreitete Methode, eine Farbe bei einer Filmaufnahme nachträglich durch ein beliebiges anderes Bild zu ersetzen, kann damit auch auf Personen angewendet werden. Und ein mattschwarzer Bodysuit vor mattschwarzem Vorhang konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Puppe und nicht auf den Puppenspieler.

Und schlussendlich muss nicht jeder Bodysuit anliegend ausgeführt sein.  Zumindest zwei Anwendungsfälle nutzen die Ganzkörperverhüllung in weiter Variante: Der Strampler für Babies und der Fursuit für Furies (hierzu später mehr).

Gerade beim Selberschneidern im Auge zu behalten ist die geplante Methode, dieses Kleidungsstück an- und ausziehen, oder es sogar den ganzen Tag tragen zu können. Sehr elastische Ausführungen lassen sich ggf. durch einen weiteren Halsausschnitt verlassen. Ansonsten sind je nach gewünschter Variante Verschlüsse einzuplanen: Bei beinlosen Modellen oft Druckknöpfe im Schritt, sonst wohl kürzere oder längere Reißverschlüsse vorn oder hinten. Auch ein Tropfenverschluss ist vielfach möglich.

Kreativen Erweiterungen / Ergänzungen des Bodysuits sind kaum Grenzen gesetzt. Oft zu sehen sind angenähte Röcke unterschiedlichsten Längen und Formen – vom Tutu beim Ballett bis zum bodenlangen, hochgeschlitzten Paillettenmodell als Abendrobe.

 LEOTARD / UNITARD

Der LEOTARD ist benannt nach dem französischen Artisten Jules Léotard, der im 19. Jahrhunderts einen beinlosen Bodysuit bei seinen Auftritten trug. Diese Form hat sich als typischer Turnanzug durchgesetzt, ergänzt durch Strumpfhosen oder Leggings.

Später wurde vom Leotard abgeleitet der UNITARD benannt, der über ein angeschnittenes Hosenteil verfügt.

 RINGER-TRIKOT

Das RINGER-TRIKOT ist eine spezielle Ausprägung des Bodysuits mit angeschnittener, kurzer Hose.  Der enge, glatte Körpersitz garantiert dem Ringer Bewegungsfreiheit und wenig Angriffsfläche zum Festhalten durch den Gegner. Regeln in der Sportart definieren das genaue Aussehen.

SPANDEX

SPANDEX ist die asiatische Bezeichnung für ein besonders bi-elastisches Synthetikmaterial, das sich generell hervorragend zur Herstellung von Bodysuits unterschiedlichster Form eignet. Oft werden aber auch die Kleidungsstücke selbst unter diesem Namen angeboten.

Speziell wird die Bezeichnung Spandex auf für Komplett-Ganzkörperanzüge incl. Kopf, Händen und Füßen verwendet.

 CATSUIT

Der CATSUIT Ist ein eng anliegender Bodysuit mit angeschnittenen langen Beinen und meist langen Ärmeln, mit Halsausschnitt oder Kappe. Verwendet werden elastische Materialien. Unter dieser Bezeichnung werden praktisch ausschließlich Damen-Modelle angeboten.

 TAUCHERANZUG

Auch der TAUCHERANZUG ist letztendlich ein Bodysuit – vom Grundschnitt (angeschnittene meist lange Beine, oft lange Ärmel, Halsausschnitt oder angeschnittene Kappe) einem Catsuit vergleichbar.

 BODYSTOCKINGS

BODYSTOCKINGS sind ein meist aus transparentem / Netz-Material hergestellter, oft ärmelloser Damen-Bodysuit  mit langen Beinen und angeschnittenen Füßen.

 ZENTAI

Ein ZENTAI (japanisch, übersetzt Ganzkörper-Strumpfhose) Ist ein Ganzkörperanzug, der neben dem Rumpf, Armen und Beinen auch Füße, Hände und Kopf bedeckt. Bei den meist dünnen, sehr elastischen Geweben ist die Atmung durch das Material möglich (Achtung! für SelberschneiderInnen solcher Kleidungsstücke) .

Genutzt werden die komplett verdeckenden Bodysuits im künstlerischen Bereich zur Konzentration auf Rolle und Bewegung weg von der darstellenden Person, im Film für die Bluescreen Technik (s. folgenden Begriff).

Generell führt das Tragen des Zentai zu einer weitgehenden Nicht-Erkennbarkeit, zu einer Neutralisierung der Persönlichkeit des Trägers / der Trägerin. Diese Eigenschaft verhilft dem Zentai zu einer Nutzung bei fetischistischen  Aktivitäten.

 BLUESCREEN SUIT

Der Zentai (s. dort) wird in der Filmbranche auch als BLUESCREEN SUIT bezeichnet. Genutzt wird die Eigenschaft, im Film eine definierte Farbe durch eine andere, beliebige Darstellung ersetzen zu können. Dies kann den Träger eines Bluescreen Suits im Film komplett verschwinden lassen, oder auch (mit weiteren technischen Tricks) durch eine andere Darstellung (z.B. einen Affen, einen Alien) ersetzen.

 STAMPLER

Einem den vorgehenden Begriffen völlig anderem Einsatzfall dient der STRAMPLER. Der Strampler ist ein Ganzkörperanzug, meist sehr weit geschnitten aus kuscheligem Material, mit langen Beinen, oft mit Füßen, manchmal mit Kappe/Kapuze, für Babies.

Gar nicht so selten wird der Strampler aber auch in Erwachsenen-Größe als Hausanzug oder als Faschingsverkleidung genäht – Material, Muster und Zubehör entscheidet.

 FURSUIT

Ein FURSUIT (Pelzanzug) ist ein Ganzkörper-Anzug in Tierform. Verhüllt wird der gesamte Körper incl. Händen, Füßen und Kopf. Für die Herstellung der gewünschten Tierform ist eine individuelle Modifikation des Grundschnittes speziell für die Kopfform des Ziel-Tieres und der Tatzen/Klauen/… erforderlich. Eine zusätzliche, entsprechend gepolsterte, teilweise als Futter eingearbeitete Unterbekleidung perfektioniert den Eindruck des Trägers.

Fursuits werden auf Faschingsveranstaltungen, für die Werbung oder als Maskottchen bei z.B. Sportveranstaltungen getragen.

Daneben gibt es eine weltweit anzutreffende Interessengruppe der Fury Fans (auch als Fursuiter, Furries, Furs bezeichnet), die sich aus Selbstzweck gern in Tierkostümen kleiden und sich auf speziellen Veranstaltungen treffen und austauschen.


Das Schnittmuster zum Blog-Artikel:

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster zum selberschneidern bereit.
BODYSUIT
BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, …
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CORSAGE: Formenkunde

24. Juni 2014 4 Kommentare

Vor einiger Zeit, zu Beginn der Kollektion der LINGERIE Schnittmuster bei golden-pattern, hatte George hier über die Begriffsvielfalt und –verwirrung bei SLIP-Formen berichtet und sich an einer persönlichen Definition versucht.

Nun, bei den Recherchen zur Variantenbildung für das neue Schnittmuster CORSAGE, erscheint die frei erfundene, redundante, widersprüchliche oder teils schlicht offensichtlich falsche Wortwahl für das sexy Darunter oder heute vermehrt auch Darüber fast einem Prinzip zu folgen, selbst in ansonsten sehr wertgeschätzter deutscher wie englischer Fachliteratur.

Oder man ((n) und frau) sollten sich dem Thema lieber physikalisch nähern als strukturiert mental definierend…

Wie auch immer – hier wiederum einige persönliche Definitionen:

CORSAGE

Laut verbreitet einvernehmlicher Definition ist die CORSAGE ein den Oberkörper eng umschließendes, festes und steifes Kleidungsstück; als Unterbekleidung oder Oberbekleidung zu tragen, als einzelnes Kleidungsstück zum Kombinieren oder ein- bzw. angearbeitet, z.B. an ein Kleid / Rock.

Das ähnliche KORSETT unterscheidet sich von der CORSAGE durch eine noch deutlich höhere Steifheit und Festigkeit mit dem Ziel, die Körperform bewusst zu verändern (heute hoffentlich nur zur temporären Bezwingung kleinerer Love Handles, in früheren Jahrhunderten verbreitet sehr zum Schaden weiblicher Besinnung und Gesundheit).

Die Steifigkeit der CORSAGE kann erzielt werden durch die Festigkeit es Materials, zumeist aber durch Unterstützung eingearbeiteten Stangenmaterials. Früher oft aus (Wal-) Knochen, stehen heute vielfältige Versteifungen aus Metallstreifen und flachen Metallfedern, Kunststoff- und festen, beliebig kürzbaren Gewebestreifen zur Verfügung.

Durch die Versteifung und festem Sitz kann die CORSAGE schulterfrei, teilweise völlig ohne TRÄGER getragen werden, bei entsprechender Gestaltung des Brustbereichs auch ohne BH. Wahlweise kann unterstützend aber auch ein schmaler Träger angebracht sein – meist seitlich neben der Brust und nicht wie z.B. bei BHs über der Brustmitte. Auch ein breiterer, seitlich angebrachter Träger zur zusätzlichen Formung und Stützung der Oberweite ist möglich.

Länge der CORSAGE

Von der Unterbrust abwärts sind verschiedene Längen der CORSAGE möglich. Verbreitet sind kurze, nabelfreie Modelle sowohl leicht, teilweise auch aus transparentem Material als Unterwäsche, oder auch als Oberbekleidung solo oder über farblich kontrastierenden Blusen oder Shirts. Die häufigste Länge ist wohl gut Taillen-lang – auch eignet sich die CORSAGE so gut für die Anarbeitung eines Rockteils. Die untere Grenze der Länge ist wohl über der Hüfte, da sonst durch die Steifigkeit die Bewegung oder das Sitzen stark eingeschränkt wäre.

Verschluss der CORSAGE

Bedingt durch die körpernahe, feste Tragweise der CORSAGE ist ein durchgängiger, stabiler Verschluss erforderlich. Hauptsächlich bieten sich folgende Verschlussformen an:

Am einfachsten wie auch am unauffälligsten ist der durchgängige, teilbare REISSVERSCHLUSS zentral vorn oder hinten, oder auch seitlich in der Naht. Dies ermöglicht sowohl eine freie optische Gestaltung der gesamten Fläche des Kleidungsstücks sowie eine helferfreie Bedienung. Wegen der starken Belastung sollte auf Stabilität und zusätzliche zumindest obere Sicherung z.B. durch einen Haken geachtet werden.

Traditioneller ist der Verschluss mit HAKEN, besser noch mit einer KORSETTSCHLIESSE, an der ein Haken-Verschluss bereits an gleichzeitig verstärkenden Metallschienen angearbeitet ist.

Optischer Hingucker ist der vordere oder hintere Verschluss durch eine SCHNÜRUNG, ausgeführt durch Ösen oder im Rand eingenähte Schlaufen oder D-Ringe. Die leichte CORSAGE kann mit Satinbändern gehalten werden, bis hin zu speziellen, unkaputtbaren Korsettschnur. Da eine optisch ansprechende Schnürung mühsam ist und besonders hinten kaum ohne Unterstützung ausführbar, wird eine Schnürung oft als Fake ausgeführt mit einem zusätzlichen, eigentlichen Verschluss an anderer Stelle.

Brustformen der CORSAGE

Der obere Rand der CORSAGE liegt normalerweise knapp über der Brustmitte, aus dem versteiften, am Leib fest anliegenden Rumpfteil ist der Brustbereich etwa halbkreisförmig ausgespart und mit eigenen Schnittteilen bedeckt (oder auch nicht).

Die typische Bedeckung der Brust erfolgt mit angearbeiteten CUPs gleichen Obermaterials, deren Form und Ausarbeitung gängigen BH-Cups entsprechen. Hierdurch werden die weiblichen Formen betont, auf einen zusätzlichen BH kann oft verzichtet werden.

Eine andere Form der Brust-Betonung ist die BRUSTHEBE. Hier wird die Brust nur im Unterbrustbereich und etwas seitlich unterstützt und angehoben. Die Brustmitte bleibt frei. Bei sorgfältiger, individueller Ausführung optimiert dies die Brustform / das Dekolletè z.B. bei Trachtenkleidern.

Oder der Brustbereich bleibt einfach OFFEN.  Neben weiteren,  Ihrer Phantasie überlassenen Einsatzfällen wirkt dies besonders Figur betonend als Oberbekleidung über weiten und dadurch durch die CORSAGE gerafften Blusen.

Der untere Abschluss der CORSAGE

Form und Ausführung des unteren Abschlusses der CORSAGE sind oftmals kreativ verspielt, aber oft auch funktional ausgeprägt. Bei Versteifung durch Stäbe aber immer erforderlich: Eine effiziente Verstärkung der Stabenden (auch am oberen Abschluss), sonst werden sich die Enden beim Tragen des Kleidungsstücks schnell, hässlich und schmerzhaft durch das Obermaterial arbeiten.

Der simple untere Abschluss der CORSAGE ist ein GERADER SAUM, abgesichert oft durch ein stabiles, umfassendes Schrägband.

Häufig zu sehen ist die geschwungene Saum-Form der SCHNEBBE. Dies ist ein zentral vorn und/oder hinten von der höheren Seitenline deutlich nach unten mehr oder weniger steil und rund zulaufender Bogen.  Seit Jahrhunderten immer wieder beliebt, betont die SCHNEBBE in besonderem Maße die weibliche Silhouette und eignet sich hervorragend zur umlaufenden Befestigung eines weiten, gerafften Rockes.

Oft zu sehen ist auch der optisch auflockernde untere Abschluss der steifen, engen CORSAGE durch weich fallende LÄPPCHEN, der den Übergang zur darunterliegenden Bekleidung bzw. zum Körper ausgleichen.

Bei der Ausführung als Unterwäsche bietet sich auch der untere Abschluss  als STRUMPFHALTER an. Hier sind die Nähte des Brust- und Rückenabnähers bis in den Unter-Hüft-Bereich heruntergezogen für die Befestigung einer gängigen Strumpfhalter-Mechanik.

Abschließend noch die Beschreibung zweier Sonderformen der CORSAGE:

BUSTIER

Beim BUSTIER ist das Brustteil direkt am Rumpfteil angeschnitten (wie bei Kleidern in Prinzessteilung), und nicht einzeln in einem Brustausschnitt des Rumpfteils ausgeführt. Durch den erforderlichen kontinuierlichen Übergang vom Taillen-/Unterbrustbereich zur Brustmitte/Oberbrustbereich führt dies im Gegensatz zu den zuvor besprochenen Ausführungen eher zu einer Abflachung der Brust.

BUSTIERs sind häufig ohne mechanische Versteifungen anzutreffen, aus festem Material wie z.B. starkem Denim oder Leder. Auch eignet sich ein  BUSTIER hervorragend als Mittelstück einer kompletten Oberbekleidung, an der der Oberbrust-/Schulterbereich in Form beispielsweise einer Bluse direkt am oberen BUSTIER-Abschluss befestigt und gemeinsam geschlossen ist.

WASPIE

Der WASPIE beginnt direkt unterhalb der Brust und umschließt lediglich den Taillenbereich. Auch wenn der Name (von Wespe -> Wespen-Taille) eine unbequem formende, einengende Wirkung assoziiert, kann auch bei gewaltfreier Passform mit diesem Stücks eine sehr ansprechende Optik erreicht werden. Der WASPIE muss für einen faltenfreien Sitz stets mit Versteifungen ausgerüstet sein – es sei denn er besteht aus unknickbarem Material wie starkem Vollleder des Rindes.

Das Schnittmuster zum Beitrag: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) zur Verfügung. Sie finden auch weitere Lingerie-Schnittmuster und auch alles für darüber.
Schnittmuster CORSAGEN 
Basisschnittmuster in den Grundformen CORSAGE mit Cups, mit Brusthebe und offen sowie als BUSTIER und WASPIE. Verschiedene Längen und Abschüsse wie Schnebbe, Läppchen/Schößchen oder Strumpfhalter. Wahlweise ohne oder mit Träger. Viele geeignete Varianten für Ober- und Unterbekleidung.
 
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SLIP: Formenkunde

18. März 2014 1 Kommentar

Bei den Recherchen zum Start der Lingerie-Schnittmusterkollektion ergab sich schnell die Notwendigkeit eigener, eindeutiger Definitionen – zu vielfältig war das Wording in Literatur und Handel; kleinste Details inspirieren werbewirksam zu neuen Bezeichnungen trotz eigentlich gleicher Grundform.

Eine besondere Herausforderung war hierbei die Klassifizierung der Formen von Damen-SLIPs. Welche Grundformen sollen mit welchen Varianten in unsere Kollektion aufgenommen werden? Sind alle Formen in unterschiedlichsten Bundhöhen und Material-Elastizitäten erstellbar? Ist Material und Zubehör für SelberschneiderInnen einfach im Handel erhältlich?

Zur Einordnung hier eine kurze Definition von 6 unterschiedlichen SLIP Schnitt-Typen:

Taillen-/Hüft-Slip

Der „normale“ Damenslip: Vorder- und Hinterteil aus elastischem Material mit längerer Seitennaht. Die Bundhöhe kann von der Taille bis zur Hüfte variieren, im Detail unterschiedlich geformte Beinausschnitte sind möglich. Schmückend kann im Vorderteil ein keilförmiger Einsatz aus alternativem, oft nicht elastischem und transparentem Material eingearbeitet sein.

Tanga

Dem Taillen-/Hüft-Slip ähnlich, aber unabhängig von der Bundhöhe (allerdings meist (sehr) hoch) stets mit einer sehr schmalen Seitennaht und weitem Beinausschnitt. Optische Beinverlängerung.

Bikini-Slip

Kleineres vorderes und größeres hinteres etwa dreieckiges Schnittteil mit getrenntem, mehr oder weniger schmalem  Bundteil, angenäht oder im Tunnel.

Hipster

Ähnlich dem Bikini-Slip mit grob dreieckigen Schnittteilen und getrenntem Bund, aber mit einem geraden, breiten, steiferen Bundband, der sowohl seitlich am oft nicht elastischen Vorderteil und am Hinterteil angebracht sein kann oder auch durchgängig darübergesetzt. Der Name legt Hüftbundhöhe nahe, in gleicher Form aber auch nach oben bis zur Taillenhöhe realisierbar.

String

Ebenfalls dem Bikini-Slip ähnlich, aber mit gravierend schmalerem Vorder- und Hinterteil bis hin zu Streifen-Breite („String“) und filigranem Bund.

Bloomer

Sonderform mit historischem Namen (Form in Anlehnung an die Frauenhosen von Frau Bloomer Mitte 19. Jhd). Am Bein sehr weit geschnittene und um das Bein geraffte, oft aus unelastisch(er)em Material gearbeitete Slipform. Die Raffung an Bund und Bein erfolgt oft mit sichtbaren, durchzogenen Bändern, Bund und Bein sind oft mit zusätzlichen Spitzen oder Rüschen umsäumt.

Das Schnittmuster zum Beitrag: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) zur Verfügung. Sie finden auch weitere Lingerie-Schnittmuster und auch alles für darüber.
Schnittmuster SLIP 
Schnittmuster DAMEN SLIPS für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in 6 Grundformen (Taillen-/Hüftslip, Bikinislip, String, Hipster, Tanga, Bloomer), 5 Bundhöhen und weiteren kombinierbaren Varianten. Einstellbare Materialelastizität für optimale Passform.
 
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