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MATT(L)ANGEL?

4. Januar 2013 1 Kommentar

MATT (L) ANGEL?
oder
Die kulturelle Barriere zwischen BJD und Fashion Doll

Der Autor ist derzeit bei Recherchen zur Vorbereitung eines Schnittmuster-Projektes für Fashion Dolls.

Für das Schneidern von Musterstücken werden „Models“ der verschiedenen gängigen Puppengrößen benötigt, also fleißig Marktbeobachtung und gezieltes eBay-Shopping. Nicht ganz trivial: Wenn zugunsten von Versandzeiten und Zollformalitäten europäische Angebote bevorzugt werden, ist das Angebot und die Anbieterzahl übersichtlich und Auktionspreise der Puppen steigen locker einmal deutlich über den Neuwert. Aber von je etwa 10 Puppen – in der letzten Minute nur bis zum eisern eingehaltenen Limit beboten – wird eine Puppe günstig erhascht. So wächst in den Wochen der Vorweihnachtszeit die Sammlung der BJDs und Fashion Dolls für den Start der Modelinie im Frühjahr.

Großes Glück, eine der limitierten RanD ANGEL von R&D Taiwan recht günstig zu ersteigern, wohl da im Angebotstext nicht das instantly teure  „BJD MSD“ erwähnt wurde sondern die erheblich preiswertere Formulierung „Puppe in Tonner-Größe“. 16 Zoll sei Dank!

Mann ist schwer zu bekommen: Ohne zu große Verzögerung benötigten die vielen, anfangs wohl übermotiviert bebotenen Fashion Doll Tonner Tyler 16“ Damen der unterschiedlichsten Haarkolorationen einen Partner. Nach vielen Gebots-Niederlagen dann Erfolg bei einem Tonner MATT, slightly überbezahlt, aber supernetter Kontakt zur Verkäuferin und – was soll‘s.

Jetzt liegen Tonner Matt und R&D Angel zusammen in der Kiste. [Anm. d. Autors: Er sammelt seine neuen Models im Moment noch in einer Kiste gestapelt, inventarisiert und vermessen, bevor sie dann neu eingekleidet nach dem Fotoshooting einen angemessenen Platz in der Show-Vitrine einnehmen werden…]

Schon bei der Vermessung fiel auf, dass Matt und Angel ein hübsches Paar abgeben würden. Bei den ersten Fotos steht Matt noch brav hinten neben seiner zugeordneten Tyler, während Angel sich frech in der Mitte der ersten Reihe positioniert. Aber später zurück in der Kiste liegen die Beiden plötzlich nebeneinander…

Matt und Angel werden es nicht leicht haben. Scheinen doch viele Widerstände die dauerhafte Zweisamkeit zu bedrohen:

Naheliegend (wortwörtlich) und verständlich: Wird Tyler im Karton schräg darunter wohl eifersüchtig sein?

Fashion Doll und BJD. Werden die kulturellen Barrieren der in fast sämtlichen demographischen Aspekten gegensätzlichen Klientel dieser beiden Sammler-Gemeinden die aufkeimende Liebe zermürben? [Anm. d. Autors: Wer mag, absolut spannend, beispielsweise in Facebook-Auftritten die Menschen, die Aussagen, die Dolls, das Umfeld bei Tonner-Veranstaltungen mit z.B. einer Anime Convention zu vergleichen!]

Und nicht zuletzt die Beiden selbst. Angloamerikanisch coole Übereleganz trifft fernöstlich geformte Naughtiness. Während Matt oft etwas steif rüberkommt, ist Angel aufgrund ihrer losen Joins tendentiell überaktiv. Wird der künftige Alltag der Models mit der branchenüblichen Bissigkeit im Wettbewerb um Gelenkezahl, Positionierbarkeit, Hautverfärbungen und Google-Erfolg Einfluss haben auf die gemeinsame Arbeit oder die Freizeit in der Kiste?

Und ja noch eine vierte, existentielle Bedrohung: Wird der Autor Matt oder Angel vielleicht wieder verkaufen und das Paar so brutal auseinanderreißen? [Anm. d. Autors: niemals! – versprochen.]

Werden Matt und Angel ihr gemeinsames Glück finden?

Time in der Kiste will tell.

Oder wie ist Ihre Meinung?

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Safer Sex

DAS  SCHWERT DES SCHMERZES oder

WIE EIN SELBERSCHNEIDER DEN SAFER SEX ERFAND

(Teil 1 von 2)

Es war einmal ein glücklicher Mann, der lebte mit seiner wunderbaren Frau mitten im Wald am Ende eines lauschigen Weges in einem kleinen Häuschen. Der Mann – nennen wir ihn George – hatte zwei Leidenschaften: Er unternahm gerne mit seiner Frau alle schönen Dinge; und er schneiderte vielfältige Gewänder zur Ansicht der Menschen in der ganzen Welt. Im Innersten, verborgen unter der Schale des blassen alltäglichen Broterwerbs, war George auch ein Goth, ein Anhänger des geheimnisvollen Schwarzen.

Auch das Geschmeide von George spiegelte diese Lebensinhalte wieder. Neben Ringen der Liebe zu seiner Frau trug er eine Halskette, geschmückt mit den Symbolen seines Interesses: winzige Schneiderwerkzeuge aus edlem Silber und ein stattliches Schwert, besetzt mit kostbaren schwarzen Steinen.

Nun war es genau dieses Schwert, das das Glück des Mannes zu beenden drohte.

Immer wieder, wenn George mit seiner Frau eng aneinander geschmiegt kuschelte, kam es zu störenden,  gänzlich unerwünschten, kleinen Unfällen. Die Spitze des Schwertes, locker, fast fröhlich beschwingt baumelnd an der Halskette, bohrte sich schmerzhaft in die vorteilhaft einladenden Rundungen seiner Frau – sehr zum Verdruss dieser.

[Anmerkung des Autoren : Alle Ansätze, diesen Bug zu einem Feature umzudefinieren, wurden von der Frau unverständlicherweise im Keim erstickt.]

So kam es, dass die liebevollen Annäherungen von George und seiner Frau sich immer vorsichtiger, distanzierter, fast muss man schon sagen unbefriedigender gestalteten. Mehr wurde bereits auf die Physik der Schwerkraft drohend pendelnder Schwertspitzen geachtet als auf die erfüllende Zweisamkeit. Dennoch, in Momenten des Vergessens, … (autsch!) .

Nach Wochen solch ständiger – wortwörtlicher – Sticheleien stellte die malträtierte Frau mit akut  schmerzverzerrtem Gesicht nun den armen George vor die ultimative, schreckliche Wahl: Schwert oder Kuscheln.

George rollte auf den Rücken und fragte sich, welchen Sinn das Leben ihm bei diesen Alternativen noch in der Lage war zu eröffnen. Glück schien in weite Ferne gerückt.

Wird  George je wieder glücklich?

Werden die Wunden heilen?

Welche Rolle spielt die zweite Leidenschaft von George eigentlich in dieser Geschichte?

Fragen über Fragen.

Antworten folgen.

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