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Internationales Maritimes Museum Hamburg


Über Sylvester 2015/2016 einmal wieder in Hamburg – Gelegenheit am Rückreisetag – nasskalt und windig – eine der noch nicht besichtigten Museen aufzusuchen. Die Wahl fiel auf das Internationale Maritime  Museum Hamburg in einem der ältesten Gebäude der Speicherstadt.

Diese Wahl hat sich als lohnenswert herausgestellt, für mehr als die Flucht vor der Kälte bis der Zug geht. Gar nicht geplant, aber wirklich SelberschneiderInnen-relevant und somit einen Blogeintrag wert.

Das Museum befindet sich im „Kaispeicher B“, einem aufwendig restaurierten Getreidespeicher aus 1878, heute an prominenter Stelle der Grenze von der historischen Speicherstadt zur Hafen-City in Entstehung mit ihrer modernen Architektur. Tolles Gebäude, super Lage – fast sind zu viele Besucher zu befürchten, sobald die Kreuzfahrt-Terminals in Sichtweite erst einmal fertig gestellt sein werden…

Aber heute am Tag nach Neujahr 2 Minuten vor Öffnungszeit ist George noch der erste Besucher. Eine nordisch-herbe Erinnerung „Wir öffnen um 10!“ veranlasst ihn noch ein wenig zu warten.

8 große Etagen und zusätzliche Halbetagen bieten viel Raum in dem – hatte ich es schon erwähnt? – wirklich schönen und beeindruckenden Gebäude. Ein Traum für jeden Schifffahrts-Interessierten. Jede Bereich ist einem bestimmten Schwerpunkt gewidmet, gefühlt thematisch fair aufgeteilt über die 3000 Jahre Seefahrts-Geschichte, auf militärische und zivile Seefahrt, auf Wirtschaft und Wissenschaft, Entdecker und Sport, auf Alltag, Schiffskonstruktion und Schiffsbau, Modellbau und Gemälde.

Und – Achtung SelberschneiderInnen! – eine wirklich beeindruckende Sammlung von marinen Kleidungsstücken aus aller Welt, thematisch zugeordnet in den einzelnen Abteilungen. Die hierfür verwendete Fläche, die Anzahl und Qualität der Stücke übersteigt die Möglichkeiten manch anderer bereits besuchter, spezialisierter Fashion-Sammlung.

Besonders Uniformen der letzten beiden Jahrhunderte sind zahlreich zusammengetragen und sehenswert präsentiert, aber auch zivile Kleidungsstücke rund um die Seefahrt sind häufig eingestreut.  Bemerkenswert ist die Vollständigkeit der einzelnen Outfits – so sind meist beispielsweise komplett Jacke, Hemd und Hose, Kopfbedeckung und Handschuhe an strumpfgesichtigen Dummys zu bestaunen.

Noch nie hat George eine umfangreichere Sammlung von Kopfbedeckungen gesehen – vielleicht die Inspiration für eine Kappen-, Mützen- und Hüte-Kollektion demnächst?

Wer also Anregungen sucht für maritime Bekleidung im Allgemeinen und seemännischen Uniformen im Besonderen – im Internationalen Maritimen Museum in Hamburg schauen Sie richtig.

 

Einschätzung: Besuch absolut empfehlenswert!

Offizielle Webseite des Museums: http://www.imm-hamburg.de/

 

Schnittmuster zum Thema

Wer etwas Seefahrt nachschneidern möchte, kommt am typischen blau-weißen Matrosen-Shirt natürlich nicht herum. Beide verwendeten Maß-Schnittmuster T-SHIRT und MATROSENKRAGEN stehen kostenlos bereit.

MATROSENKRAGEN
Basisschnittmuster MATROSENKRAGEN (TSHIRT inclusive) in vielen klassischen und modernen Varianten. Kragenform, Ausschnittform, Länge und Breite des Kragens sind einstellbar. Ansetzbar an viele Schnittmuster von Oberteilen …
Details…

Schnittmuster Matrosenkragen

MK&G Hamburg

Sonderangebot des Hamburger Lieblingshotels – Vorwand genug für George einmal wieder ein langes Wochenende in dieser schönen Stadt zu verbringen.

Ein Besuch des Museums für Kunst und Gewerbe MK&G gleich schräg rechts hinter dem Hauptbahnhof bietet sich für SelberschneiderInnen jeder Interessenlage unbedingt an: Sowieso immer und dieser Tage besonders mit gleich zwei moderelevanten Sonderausstellungen: BILDER DER MODE (bis 3.5.2015) und INSIDE OUT (bis 15.3.2015).

Also gleich am ersten Tag hinspaziert. Am Einlass überrascht positiv die kostenlose, bewachte Garderobe. So fühlt sich auch Reise-Gepäck oder der Einkauf von der nahen Fußgängerzone sicher während des Museumsbesuchs bewahrt.

Die drei weitläufigen Etagen des Gebäudes beherbergen zahlreiche ständige und wechselnde Ausstellungen – es lohnt sich auf jeden Fall einmal komplett durchzuschauen. Zuerst Eindrücke der Dinge, für die George eigentlich gar nicht da ist:

Den klar höchsten Zulauf mit dem klar geringsten Durchschnittsalter hat die Sonderausstellung TATTOO (bis 6.9.2015). Viele schöne (und hässliche ;-)) Fotos, viel geschichtliches und hintergründiges zu diesem Kunstgewerbe.

Die Abteilung ASIEN (z.Zt. teilweise geschlossen wegen Umbau) zeigt  eine wirklich interessante Anzahl von Exponaten zur Geschichte und Kultur der SAMURAI. Interessierte können z.B. einige original Kampfausrüstungen bewundern.

Eine Anzahl besonders schöner (wenn auch nicht zwangsläufig bequemer) Modekreationen sind in der Abteilung DESIGN zu bestaunen. Viele Künstler der Branche haben sich erfolgreich an der Nutzung näh-untypischer Materialien versucht.

Ein Gang zeigt DAMENMODE 1900 – 1945, viele Kleider und viel Zubehör wie z.B. Schuhe. Eine schöne Präsentation, besonders beim Glück allein und in absoluter Ruhe die Glasfront entlang spazierend die Stücke genießen zu können.

Da sind noch die Musikinstrumente mit Empire-Kleidern, die verblüffenden, prämierten Werbeplakate, aber halt: George hat ja immer ein offenes Auge für Modepuppen. Und es gibt neue Fundstücke: zwei griechisch / korinthische Gliederpuppen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus mit einem Originaltext  „… und die Puppen mitsamt den Puppengewändern als Jungfrau der Jungfrau Artemis …“; sowie eine „frühe BJD“ nach Proportionsstudien Dürers aus dem 16. Jahrhundert.

Aber jetzt, Besichtigungsstunden später, zum eigentlichen Grund des Besuchs:

BILDER DER MODE

Über 200 Arbeiten von Modezeichnungen bekannter Künstler und für bekannte Modejournale zeigt diese Sonderausstellung. Einerseits die eigentlichen Zeichnungen, teilweise im Entwurfsstadium, andererseits die Umsetzung und Nutzung als Coverbild der Zeitschriften und Bücher des späten 19. und des 20. Jahrhunderts werden gezeigt.

Eine Inspiration für alle InteressentInnen der Darstellung von Mode. Der dargestellte Weg von der Skizze, der Zeichnung, dem „Gemälde“ bis hin zum Hochglanz-Titel mit Schrift, Datum und Preis macht dem Museumsnamen „Kunst & Gewerbe“ alle Ehre.

INSIDE OUT

Der Ausstellungskatalog beschreibt: „Mit rund 55 Modellen … Blick auf Mode, die das Innere nach außen kehrt und Oberflächen aufbricht.“ Ein Ausstellungsraum zum schauen und staunen. Als Aufhänger gewählt (natürlich) besucherquotenbedingt aufgedruckte Nacktheit, aber auch die anderen Exponate sind absolut hinschauenswert.

Die Modelle verschiedener Designer spielen mit Material, Form und Oberfläche, mit Verhüllungen und Enthüllungen. Ein guter Abschluss des Museumsbesuchs. Nur noch faszinierende Eindrücke sammeln ohne den unbedingten Zwang planvollen Mitdenkens.

Nach dem Besuch der Ausstellungen ist unbedingt ein Rundgang durch den Museumsshop anzuraten. Selten hat George so viele bisher nicht bekannte Modebücher entdeckt. Schade, dass Buch-Etat wie freie Billy-Fläche begrenzt ist…

Empfehlung an alle SelberschneiderInnen: Hinfahren und schauen!

Link zur Museumsseite: http://www.mkg-hamburg.de


 

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