MATROSENKRAGEN

Was haben Donald und Miss Moon gemeinsam? Klar! Den Modegeschmack. Beide tragen bei öffentlichen Auftritten stets Matrosenkragen.

Der Matrosenkragen in seiner typischen hinten recht langen, rechteckigen Form oft mit aufgesetzten Streifen am robusten oder auch feinen  Shirt fand in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bei europäischen (wohl zuerst deutschen und britischen) Marineuniformen Verbreitung. Geschichten über den Sinn dieser Kragenform sind da viele: Evolutionäre Entwicklung aus einem Halstuch, besonderer Regenschutz, Schutz gegen Verschmutzung durch lange, umwickelte Zöpfe, Streifen als Rangabzeichen oder als Kerben gewonnener Schlachten, einfache Form für nähungeübte Männerhände, …  – alles Teile der Wahrheit oder Seemannsgarn.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts fand der Matrosenkragen den Weg aus der militärischen Kleidungsordnung in den Fashion Mainstream. Besonders Kinderkleidung mit Matrosenkragen war für Jungen (am Hemd, meist mit kurzen Hosen) wie für Mädchen (meist am Kleid oder an der Bluse mit Rock) ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis weit in das 20. Jahrhundert hinein sehr verbreitet.

Traditionell wird der Matrosenkragen von einem (schwarzen) gebundenen Tuch zusammen gehalten. In moderneren Zusammenstellungen sieht man häufig Schleifen (bei den Mädchen) oder Krawatten.

Die vorherrschenden Farben der Seemannskleidung, meist aus Baumwolle oder Leinen, waren dunkelblau und weiß, möglich auch kombiniert mit grau und rot.

In der Mode wurde das Uniformvorbild diesbezüglich – besonders in der Kindermode –  im Wesentlichen übernommen. Bei der Damenmode durfte das Stilelement Matrosenkragen freier interpretiert werden: angepasste Formen, Pasteltöne oder edles Material wie Seide oder Spitze waren erlaubt.

Beide – Matrose wie Mode – kamen herum in der Welt.

Ob nach Vorbild der Seemänner oder der vorherrschenden westlichen Kindermode oder beidem, initiiert durch westlich-aufgeschlossen-moderne ErzieherInnen: Der Marine-Look mit Matrosenkragen wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die Vorlage von Schuluniformen, am bekanntesten wohl in Japan, da bis heute erhalten und in Mangas millionenfach abgebildet.

In den Schuluniformen wurden über die Jahre Materialien wie Farben oder Ergänzung mit anderen Kleidungsstücken (oft ein Blazer) der Matrosenstil weiterentwickelt. Es wurde teilweise bunter und kariert-gemusterter, weiter bestimmt aber dunkelblau und weiß das Bild.

Die japanische Mädchen-Schuluniform – Bluse mit Matrosenkragen und kurzer Faltenrock – ist durch die alltägliche Verbreitung auch die natürliche, typische Kleidung vieler Teenie-Heldinnen in asiatischen Comics und Zeichentrickfilmen. Über Mangas und Anime-Fernsehserien findet dieser Look wieder zurück rund um die Welt: Wer heute zu den Cosplay-Fans zählt (siehe vorhergehender Blog-Artikel), kommt am Matrosenkragen kaum vorbei.

Fest verbunden ist der Matrosenkragen sowohl mit dem ewig junggeblieben-chaotischen US-Bürger mit dem gelben Schnabel wie auch mit dem langzöpfigen japanischen Wunderschulmädchen. Das Modedetail Matrosenkragen vereint so denkbar westlichste und östlichste Kulturen.

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
MATROSENKRAGEN (Gratis-Schnittmuster)
Basisschnittmuster MATROSENKRAGEN in vielen klassischen und modernen Varianten. Kragenform, Ausschnittform, Länge und Breite des Kragens sind einstellbar. Ansetzbar an viele Schnittmuster von Oberteilen …
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Schnittmuster für COSPLAY

3. Juli 2015 1 Kommentar

George sitzt in der Lounge mit Blick von der Reede vor Road Town, auf den Knien das Notebook zur Durchsicht der Mails. „Der wohl coolste Arbeitsplatz wo gibt“, denkt er bei sich.

Neben dem ganz normalen Tagesgeschäft eine spannende Mail: Eine Claud fragt nach Schnittmustern: „Ich schreibe aufgrund einer Sponsoring Anfrage des deutschen European Cosplay Gathering Teams 2015. Wir haben uns auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahres beim deutschen Vorentscheid für das European Cosplay Gathering qualifiziert und werden Anfang Juli zur Japan Expo nach Paris reisen, um dort Deutschland in einem europaweitem Kostüm-Wettbewerb zu vertreten. Hierbei geht es darum mit einem Kostüm zu überzeugen, bei dem eine gewählte Vorlage so genau wie möglich umgesetzt wird, und dieses dann in Form eines kurzen Theater-Sketches auf einer Bühne zu präsentieren.“

Da George die Kreativität und besondere Affinität zum Selberschneidern der Cosplay-Szene sowohl bei seinen Besuchen auf der Leipziger Buchmesse wie auch auf einer Cosplay-/-BJD-Convention in Berlin bewundert hat, wurden die benötigten Schnittmuster gern bereit gestellt.

Aus dem folgenden Mailverkehr:

George: „Was ist eigentlich Cosplay?“

Claud: „Cosplay ist das Hobby sich als seine Lieblingsfigur egal aus welchen Medien zu verkleiden, mit selbst genähten und gebastelten Kostümen und das nicht nur zur Karneval oder Halloween Saison sondern das ganze Jahr über.“

George: „Und dazu wird gern genäht…“

Claud: „Cosplay ist, wie kein zweites, vergleichbares Hobby in Deutschland, eine riesige neue Subkultur, die sich die Freude des Nähens angeeignet und wieder salonfähig gemacht hat.“

George: „Nach welchen Kriterien sucht Ihr die Schnittmuster aus?“

Claud: „Wir verwenden die Schnittmuster immer je nachdem ob sie zur Vorlage passen, dabei benutzen wir sie meistens für Cosplay und ändern sie dann entsprechend der Vorlage ab, aber auch für Eigendesigns, bei denen man ja freier ist, sind sie sehr praktisch, da hier dann die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten zusätzlich inspirierend sind, und auch für LARP (z.B. Harry Potter, dort hat man ja als feste Vorlage die Mäntel aus den Filmen. Bei Fantasy LARPs ist man wieder freier, da man hier zwar je nach Setting auf eine bestimmte Epoche festgelegt ist, aber dennoch die genauen Schnitte freier wählen kann).“

Claud: „Viele Cosplays bestehen aus einer Schuluniform, meistens aus einem Faltenrock, einem Oberteil mit Matrosenkragen und einem Blazer.“

Claud: „Ein kleiner Trick von uns: Da wir auch männliche Charaktere cosplayen haben wir uns mit unseren Maßen zweimal im Programm eingetragen, einmal als weiblich und einmal als männlich, das berechnet dann die Schnitte authentischer.“

George: „Und welche Schnittmuster nutzt Ihr aktuell?“

Claud: „Für die Japan Expo in Paris speziell arbeiten wir mit folgenden Schnittmuster für unsere Finalkostüme: MANTEL, CORSAGE, BLUSE, T-SHIRT, HERRENHEMD, JEANS. Und bei den Kostümen des Vorentscheid – also die mit denen wir uns den Platz im Finale ergattert haben: Dort haben wir auch einen Schnitt verwendet, nämlich den T-SHIRT-Schnitt mit dem wir die Weste und die Ärmel gemacht haben.“

George: „Danke für die interessanten Einblicke, Claud. Und viel Erfolg in Paris!“

Claud (schon auf dem Sprung): „Danke noch einmal für die Unterstützung, die Schnitte helfen wirklich ungemein Zeit zu sparen. Wir sind etwas unter Zeitdruck mit den Kostümen für Frankreich. Eine typische Cosplayerkrankheit :D“

Weg war sie, auf nach Paris. Aber das Problem der Knappheit an Zeit haben nun wirklich nicht nur die Cosplayer gepachtet. Wohl eher eine Eigenschaft engagierter ZeitgenossInnen jeder Branche. Deshalb ergänzend besserwisserisch mit auf den Weg:

George: „Wie erging es Ihnen seinerzeit mit Ihren Projekten?“

Mark Twain: Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von Claud von den Rainbow Riders. Fotos der fertigen Modelle folgen nach Abschluss der Japan Expo.

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
MANTEL
Basisschnittmuster MANTEL. Variabel in genereller Weite und Rockausstellung, Länge und Verschlussbreite. Reverkragen, Umlegekragen und Stehkragen. Zweiteiliger Ärmel …
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CORSAGEN
CORSAGEN Basisschnittmuster in den Grundformen CORSAGE mit Cups, mit Brusthebe und offen sowie als BUSTIER und WASPIE. Verschiedene Längen und Abschüsse wie Schnebbe, Läppchen/Schößchen oder Strumpfhalter. Viele geeignete Varianten für Ober- und Unterbekleidung …
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BLUSEN
Das Basisschnittmuster DAMENBLUSE für passt! ermöglicht mit tausenden einstellbaren Varianten die Grundlage unterschiedlichster Blusenformen für jeden Anlass. Einstellbar sind: …
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T-SHIRT
Basisschnittmuster T-SHIRT für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in hunderten Varianten aus kombinierbaren Passformen, Ausschnittformen, Ärmelformen, -weiten und –längen, Saumlängen …
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HERRENHEMD
Basisschnittmuster klassisches HERRENHEMD mit Schulterpasse. Variable Paßformen, Krägen, Ärmelweiten und -abschluss. In vielen Varianten auch für die Dame geeignet …
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5-POCKET-JEANS
Basisschnittmuster 5-Pocket-JEANS für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in zahlreichen kombinierbaren Varianten für Sie, Ihn und Es. Einstellbar sind …
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SAKKO Formenkunde

21. Mai 2015 2 Kommentare

Inzwischen bewährte Praxis, im Rahmen neuer, komplexerer Schnittmuster-Projekte auch etwas Hintergrundinformation zusammenzutragen:

Das SAKKO

Das Kleidungsstück „Sakko“  umfasst bestimmte Ausprägungen  einer Jacke.

Typisch ist das Sakko die formal recht festgelegte, meist etwa hüftlange Jackenform für einen Herrenanzug (Hose in gleichem Material gefertigt) oder einer Herren-Kombination (Hose aus anderem, teilweise auch legeren Material). Aber auch für Damen ist dieses Kleidungsstück – oft als Teil eines Hosenanzugs oder mit etwa knielangem Bleistiftrock  – sehr elegant im Businessbereich anzutreffen.

Das Sakko hat sich im Laufe der letzten 200 Jahre aus dem Gehrock entwickelt, der bereits in den Jahrhunderten davor in den jeweilig zeitgemäßen Modevarianten eine typische Jackenform für Männer darstellte. Der Gehrock war schnitttechnisch in Taillen-Höhe geteilt aus einem oberen Jackenteil und einem unteren – oft ausgestellten – Rockteil gearbeitet. Das Sakko dagegen ist einteilig geschnitten, in der Regel durch einen Taillenabnäher geformt.

Kaum ein anderes Alltagskleidungsstück ist heutzutage so formal definiert  wie das Sakko. Gesprochen wird über  Anzahl der Knöpfe und Knopfreihen, wenige Reversformen, bestimmte Materialien und Farben, einige andere Details, aber meist steht aufgrund der vorgesehenen Nutzung eigentlich schon alles fest.  Dies soll aber die geübte SelberschneiderIn nicht hindern, aus traditionellen Schnittformen individuelle Kunstwerke zu fertigen. Passend zu den formalen Formen des Sakkos besteht eine Reihe von unterschiedlichen formalen Verhaltensweisen beim Tragen dieses Kleidungsstücks. Wir sind aber hier SelberschneiderInnen-Blog und nicht Benimm-Lexikon…

Viele andere Bezeichnungen beschreiben entweder das gleiche Kleidungsstück in verschiedenen deutschsprachigen Regionen, oder ganz bestimmte Varianten für traditionell bestimmte Anlässe.

Häufig zu finden sind die Bezeichnungen Jackett, Blazer, Smoking, Tuxedo ,  Frack, Cutaway,  Veston , Janker oder Joppe.

Knöpfe / Knopfleiste

Generell unterschieden werden Sakkos mit einer oder zwei Knopfreihen. Gängig im Alltag und im Büro sind einreihige Sakkos. Noch formaler aber auch eleganter, meist auf bestimmte Anlässe beschränkt, Uniform-artiger wirkend sind Zweireiher.

Meist besteht jede Knopfreihe aus zwei oder drei Knöpfen. Ein einzelner Knopf ist typisch an festlicher Abendgarderobe zu finden. Vier Knöpfe sind seltener. Viele Knöpfe sind vor allem an traditionellen Trachtenmodellen zu finden.

Der Ärmel mit einem Schlitz an der hinteren Naht ist typischerweise mit vier kleineren, funktional unnotwendigen  Knöpfen geschlossen. Hier ist eine offene Ausführung mit richtigen Knopflöchern Indiz für ein Maßmodell – Stangenware ist hier meist nur mit Fake-Knopfleiste ausgestattet.

Revers

Das Revers ist der lang vom Hals bis zur Knopfleiste heruntergezogene, aus einem breiten inneren Beleg heraus umgeschlagene Kragen des Sakkos.

Meist ist das Revers schnitttechnisch vorn geteilt in einen angeschnittenen Teil und ein extra Kragenteil, wobei durch die Schnittform offene Spitzen am Revers entstehen, die nach unten zeigen können (fallende Fasson) oder nach oben (steigende Fasson). Möglich ist aber auch ein komplett am Vorderteil / Beleg angeschnittener Schalkragen, z.B. beim Smoking.

Abstich

Als Abstich bezeichnet wird der Verlauf / die Form von der Knopfleiste bis zum Saum.

Typisch beim Sakko ist hier ein geschwungener, runder Verlauf zu finden. Besonders bei zweireihigen Modellen ist der Abstich eckig.  Einen außergewöhnlichen Abstich zeigt der Cutaway (kurz „Cut“, ähnlich dem „Stresemann“) , bei dem der runde Verlauf bis in den Rücken hinein reicht. Und da ist natürlich der Frack, bei dem der Abstich nach einem kurzen, taillenhohen Verlauf vorn steil zu einem recht langen, spitzen Rückenteil zuläuft („Pinguin“).

Schlitze

Im Rücken der meisten Sakko-Formen sind Schlitze eingearbeitet, die die Bewegungsfreiheit (ursprünglich vor allem beim Reiten) verbessern.

Meist ist entweder ein zentraler Schlitz in der hinteren Mittelnaht gearbeitet, oder zwei seitlichere Schlitze in der Naht zwischen Rücken- und Seitenteil.

Taschen

Traditionell besitzen Sakkos drei äußere Taschen: zwei große, vorn/seitliche Hüfttaschen und eine oben offene kleine Tasche im linken Brustbereich, die gern für ein sorgfältigst drappiert eingestecktes Tuch verwendet wird.

Die Hüfttaschen sind oft innenliegend gearbeitet und mit einer abgerundeten Taschenklappe verschlossen (Patten-Tasche), können aber auch aufgesetzt sein mit und ohne Klappe, oder auch offen durch einen Schlitz oder eine Paspel erreichbar.

Seltener zu finden sind weitere, formal  definierte Zusatztaschen im vorderen Hüftbereich, z.B. Billet-Taschen oder Uhren-Taschen.

Futter

Sakkos sind meist komplett gefüttert. Lediglich sehr legere Modelle (z.B. aus Jeans-Stoff) sind ohne Futter und zeigen damit innen die Verarbeitung. Im Futter sind üblicherweise mehrere Innentaschen eingearbeitet.

Material

Das Sakko erscheint oft in schwarzen, dunkelgrauen oder dunkelblauen Wollstoffen, nicht oder nur dezent (z.B. mit schmalen, unaufdringlichen Nadelstreifen) gemustert. Den Damen vorbehalten sind für die meisten Anlässe kräftigere gewebte Muster bis hin zu Designer-Wollstoffen (1. Reihe der Materialbilder).

Wer es spannender mag, fertigt sein Sakko aus alternativen, dennoch sehr geeigneten Materialien:  Seide in uni oder gemustert (2.Reihe, Bild 1+2), Baumwoll-/Jeans-Stoffe (2.Reihe, Bild 3+4) oder warum nicht auch aus Kunstpelz, der kuschelig am umgeschlagenen Revers das innere Kunstwildleder umspielt (2. Reihe Bild 5).

Auch beim Futter die Entscheidung: Traditionell schlicht schwarz/grau oder – in den letzten Jahren auch im Handel häufiger anzutreffen – Futter mit Mut zur Farbe (3.Reihe).


Das Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster bereit.
SAKKO
Variantenreiches PASST! Basisschnittmuster für Damen- und Herren-SAKKOs mit verschiedenen Grundformen geeignet beispielsweise auch für Jackett, Blazer, Smoking, Cut, Stresemann, Frack  …
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NÄHMASCHINENTISCH

29. April 2015 1 Kommentar

Rückenschonend, platzsparend und transportabel: Innerhalb weniger Stunden entstand dieser höhenverstellbare NÄHMASCHINENTISCH aus günstigen Standardkomponenten vom Baumarkt. Falls Interesse besteht, kann George einmal eine Bauanleitung zusammenstellen…

So stand es auf der golden-pattern Facebook Seite – und es bestand Interesse – hier also die versprochene Anleitung zum Selberbauen:

Anlass und Idee

Erste Test- und Musterstücke neuer Schnittmuster von golden-pattern entstehen oft im Home-Office bei George. Das Büro ist eigentlich für das Selberschneidern nicht speziell ausgerüstet – die gängige Haushalts-Nähmaschine wartete im Lager und wurde bisher zur Nutzung auf den Esstisch gestellt.

Diese minimalistische Lösung hatte zwei wesentliche Nachteile:  Erstens war der Esstisch trotz aller Stuhlwechselversuche etwas zu hoch; nach wenigen Stunden, spätestens am zweiten Tag lauerten Rückenverspannungen. Zweitens war zum Abend das gemeinsame Familienessen behindert – Wegräumen und Fusselentfernen war lästig.

Deshalb die Idee, die Nähmaschine auf einem speziellen, ergonomischen, transportablen, immer bereitstehenden Nähmaschinen-Tischchen zu platzieren, das bei Bedarf jederzeit komplett vom Lager neben  den Schreibtisch getragen werden und dort auch solange benötigt verbleiben kann.

Konstruktion

Folgende Anforderungen  sollten bei der Konstruktion des Nähmaschinentischs erfüllt werden:

  • Größe und Gewicht sind in einem Rahmen, um von einer Person incl. Nähmaschine von Raum zu Raum getragen werden zu können.
  • Ergonomie: Versenkung des Nähmaschinenfußes auf die höhenverstellbare und deshalb stets optimale Arbeitsebene.
  • Alles stabil beisammen und bei Bedarf möglichst schnell einsatzbereit.
  • Alle erforderlichen Komponenten sind schnell, einfach und nicht zu kostspielig zu beschaffen.
  • Der Tisch ist ohne viel Werkzeug oder Spezialwissen schnell und einfach zusammenzubauen.

Also schnell eine Skizze gemacht und losgefahren,  um alles Notwendige zu beschaffen.

Beschaffung

Alle für diesen konkreten Nähmaschinentisch erforderliche  Komponenten wurden im Bauhaus und bei Ikea beschafft – George bekommt aber keine Prozente hierfür und  es können auch beliebige andere Häuser mit bestimmt genauso geeigneten Produkten aufgesucht werden.

Hier die Material- und Werkzeugliste:

Noch Hinweise zu einzelnen Komponenten:

Als Kompromiss zwischen Arbeitsfläche und Transportierbarkeit wurde als Arbeitsplattengröße 80×40 cm gewählt. Die reicht komplett für kleinere Arbeiten, und für große, unhandliche Stoffteile kann bei George der direkt angrenzende Schreibtisch mit zur Ablage genutzt werden.

Zur genauen Definition des Abstandes zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte (= Höhe des Nähmaschinenfußes) wurden aneinander verschraubte Winkel gewählt, die sich ohne zusätzliche Vorbereitungen durch die vorhandenen Löcher für unterschiedliche Höhen zusammenfügen ließen (s.Detailfoto).

Der Kabelkanal zur Aufnahme des Nähmaschinenanschlusses, der überschüssigen Länge des Fußschalter-Anschlusses und des Leuchtenkabels wurde nicht neu gekauft, sondern war von einem früheren Schreibtischkauf in dem genannten Möbelhaus übrig (ob es genau diesen Typ noch gibt? – aber ähnliche bestimmt).

Bei Auswahl der Steckdosenleiste ist vor allem zu beachten, dass seitlich Laschen für eine Wandmontage angebracht sind für die spätere Befestigung am Tisch. Ein Schalter in der Steckdose ist praktisch, um alles zusammen stromlos zu machen. Auch die Anschluß-Längen sind bei den einzelnen Modellen sehr unterschiedlich – vielleicht kann eine zusätzliche Verlängerungsschnur eingespart werden.

Je nach konkreter Auswahl der Winkel und der Platten muss die genaue Dimensionierung der Schrauben festgelegt werden: Die Gewindeschrauben  müssen durch die Winkel-Löcher passen und in der Länge jeweils zwei Winkel aufeinander schrauben können. Die Holzschrauben müssen Winkel und Beine sicher an den Holzplatten halten, die Plattendicke aber nicht durchstoßen. Also hier nochmal vor Ort genau schauen.

Alles beisammen? Dann jetzt zusammen bauen.

Zusammenbau

Außer dem puren Zusammenschrauben der Einzelteile ist bei dieser Ausführung des Nähmaschinentischs nur an einer einzigen Stelle wirklich Hand anzulegen: Beim Ausschnitt in der Arbeitsplatte für die Nähmaschine.

Die Anzahl der benötigten Werkzeuge ist übersichtlich:

  • Der Nähmaschinen-Ausschnitt gelingt am besten mit einer Stichsäge.
  • Schmirgelpapier verschiedener Körnungen sorgt für späteres splitterfreies Nähen.
  • Ein Schraubenzieher und ggf. einen Schraubenschlüssel / eine Zange für die Holz- und Gewindeschrauben.

Schauen wir uns die Arbeitsgänge jetzt einmal genauer an:

  1. Die Nähmaschine soll in die Arbeitsplatte zur Arbeitsebene bündig versenkt werden und darunter auf der Bodenplatte stehen. Hierzu den Fuß ausmessen und die persönlich bevorzugte Position in der Arbeitsplatte einzeichnen. Bei dieser konkreten Ausführung wurden die Anschluss-Leitungen der Nähmaschine gleich noch geschützt, sowie Befindlichkeiten von George als Linkshänder berücksichtigt. Noch wichtig: Für den Tausch des Unterfadens kann die Maschine leicht herausgehoben und diagonal auf den Plattenausschnitt gestellt werden.
  1. Jetzt ist es an der Zeit, alle Kanten der beiden Platten mit feinem Sandpapier rund und absolut splitterfrei zu schleifen, damit später der Stoff keinen Schaden nimmt. An den Baumarktplatten war hier nicht mehr viel zu tun, vor allem aber an dem gerade gearbeiteten Ausschnitt.
  1. Ein zweiter für die Funktion wesentlicher Arbeitsschritt ist die Vorbereitung und Befestigung der Winkel für den gewünschten Abstand von Arbeitsplatte und Bodenplatte. Hier ist etwas probieren angesagt. George hatte Glück: Je 2 Winkel konnten genau zur Höhe des Nähmaschinen-Fußes zusammengeschraubt werden (notfalls passende Löcher in die Winkel bohren). Insgesamt 6 vorbereitete Winkelpaare halten die Bodenplatte unter der Arbeitsplatte und werden mit den Holzschrauben unter der Arbeitsplatte und an der Bodenplatte angeschraubt (Bild s. oben).
  1. Zeit für die Beine: Jeweils in den Ecken der Arbeitsplatte mit Holzschrauben befestigen. Jetzt das im Rohbau fertige Tischchen einmal auf die richtige Höhe einstellen, die Nähmaschine platzieren und schauen, ob es behagt (Stichpunkte Beinfreiheit, Zugänglichkeit der Bedienelemente der Nähmaschine, Ablagefläche etc.) (Bild s. oben).
  1. Jetzt kann der Kabelkanal hinten unter die Arbeits- oder Bodenplatte geschraubt werden.
  1. Die Steckdose hält angeschraubt unter der Arbeitsplatte, seitlich an der Bodenplatte oder – wie im konkreten Fall – mit 2 Winkeln am Kabelkanal (Bild s. oben).
  1. Als letztes noch eine Arbeitsleuchte mit hellem LED-Licht an der Arbeitsplatte befestigt: Zum einen ist George das eingebaute Nähmaschinen-Leuchtchen zu funzelig, zum anderen brauchen gelegentlich geschossene Muster-Fotos mehr Lumen.
  1. Alles noch stolperfrei verkabeln, anschließen,

Fertig!

Losschneidern!

 Optionen

Der Nähmaschinentisch von George ist mehr auf Einfachheit ausgelegt als auf Eleganz und handwerkliche Perfektion – erfahrenere Hobbybastler werden wahrscheinlich schon hier und da die Nase gerümpft haben. Nachfolgend einige Anregungen zur Optimierung für diesbezüglich anspruchsvollere SelberschneiderInnen (oder deren heimwerkeraffine PartnerInnen):

  1. Je nach persönlicher körperlicher Konstitution und Länge der Arme kann sich das Tragen des Tischchens incl. Nähmaschine von Raum zu Raum schwierig gestalten. Dies trifft umso sicherer zu, wenn statt der vorliegenden 80x40cm eine Arbeitsplatte von 100x50cm oder gar mehr zugunsten immer benötigtem Ablageplatz verwendet wird. In diesem Fall ist die Verwendung von zwei einsteckbaren, vorzugsweise blockierbaren Rollen unter den Beinen auf einer Seite empfehlenswert. Aber probieren, ob dann noch alles wackelfrei genug steht.
  2. Die Lösung der stabilen Abstandsdefinition zwischen Arbeits- und Bodenplatte mit Winkeln ist sehr praktisch, aber gewinnt sicher keinen Schönheitspreis. In erforderlicher Höhe speziell zugesägte Seitenleisten in der gewählten Holzqualität würden die Wertigkeit des Stückes deutlich steigern.
  3. Der Raum zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte ist außer der Stellfläche der Nähmaschine derzeit ungenutzt . Hier könnte ein zusätzliches Schublädchen Raum schaffen für Nähmaschinenzubehör oder Nähfadenröllchen.
  4. Selbstverständlich kann das Holz nach Belieben, z.B. zur übrigen Einrichtung passend, behandelt (z.B. lasiert) werden.
  5. … und Sie haben bestimmt noch viele eigene weitere Ideen für Ihren ganz individuellen Nähmaschinentisch.


Diese Bauanleitung finden Sie auch – fertig zum Ausdruck als PDF formatiert – in der GRATIS-Rubrik des Schnittmuster-Shops www.passt-online.de. In diesem Shop finden Sie natürlich auch alle Schnittmuster zum Selberschneidern auf Ihrem neuen Nähmaschinentisch…

Die Rache der Totholzmedien

30. März 2015 1 Kommentar

Der Morgen am Tag vor der Urlaubsreise. George kopiert noch alles Notwendige aktuell aufs Notebook , um die schnittmustersuchenden SelberschneiderInnen auch von fernen Gefilden aus glücklich machen zu können.

Wie immer läuft nebenbei der Fernseher; Üblicherweise erste Nachrichten, dann Musiksender. Aber diesmal nicht hingeschaut, irgendeine Talkshow, angeregter, eigentlich zu lauter Wortwechsel. Trotz ganz anderer Dinge im Kopf dringt ein Begriff vom Lautsprecher über die Ohren zum scheinbar unterbewusst spontan interessierten Zerebrum: TOTHOLZMEDIEN.

Ein wunderbares Wort.

Beschreibt es doch auf Papier gedruckte Bücher (und anderes Schriftgut) in mehrfacher Hinsicht wortwörtlich wie zwischen den zahlreichen Buchstaben perfekt, hintergründig und interpretationswürdig mehrdeutig. Der Begriff nennt korrekt (oder prangert es gar an? Sehen Sie gerodeten Urwald vor Ihrem inneren Auge?) das Material für die zahlreichen Seiten der vierbändigen Trilogie und anderer Highlights der schriftlichen Formulierungskunst. Und ganz nebenbei assoziiert wird die aktuelle Veränderung in der Buchbranche, der möglicherweise angelaufene Niedergang massenhafter Printmedien zugunsten der elektronischen Verbreitung und Nutzung in Worte gefasster Ergüsse jeder Art.

Nicht zu vergessen der ganz eigene, morbide Charme des Ausdrucks, den wohl besonders Liebhaber langer Spaziergänge auf dem Wiener Zentralfriedhof mit- und nachempfinden können.

Ein Hoch jedenfalls auf den wohl unbekannten ursprünglichen Wort-Schöpfer. Eine kurze Recherche scheint die sporadische Nutzung vor allem in der Blogger-Szene (als propagandistisch formuliertes Feindbild?) ohne klare Quelle zu belegen.

Nur dass ja zwei Herzen schlagen in der Brust von George. Ist er doch trotz aller informationstechnischer Affinität auch ein Sammler – es zieren diverse laufende Meter vor allem mit Fachliteratur aus drei Jahrhunderten die Regale in Sichtweite des Schreibtischs. Und nach jedem Bücherflohmarkt oder dem Besuch einer neuen Stadt mit neuen Antiquariaten droht Zuwachs. So verhält sich sicher niemand, der diese „Totholzmedien“ im Innersten gering achtet.

Aber Schluss jetzt mit träumen – Notebook fertigmachen.

Mutter (80) kommt zum Vorurlaubsbesuch Mittag essen. Noch  angeregt  von den Überlegungen des Vormittags, begeht George den Fehler diesen inzwischen in seine persönlichen Top Ten der phantasieanregensten Wortschöpfungen aufgenommenen Begriff in die Konversation einzuführen: „Weißt – Lehmanns ist praktisch weg, Hugendubel hat geschlossen am Zoo – kaum jemand kauft noch Bücher im Laden. Und die elektronischen Bücher auf den Lesegeräten sind auch praktisch. Heute Morgen habe ich in passendes Wort für traditionelle Bücher gehört: Totholzmedien.“.

„Ein schreckliches Wort!“ sofort Mutter.

Eine Diskussion über das was Bücher ausmacht entsteht, von sehr konträren Standpunkten und Überlegungen geführt. Neigt doch Mutter nicht gerade zu Kompromissen oder gar übertriebener Toleranz gegenüber modernzeitgeistgetriebener Argumentation. So bringt es umso mehr Leben an den Mittagstisch, ein klein bisschen den Anwalt des Teufels zu mimen.

„Weshalb Papier in den Urlaub schleppen, wenn doch mein eBook-Reader zwei komplette Billy´s fasst – incl. Aufsatzregal. Reine Resourcen- und Platzverschwendung dieses Papierzeug!“  provoziert George.

„Ein Buch kann man riechen…“ antwortet Mutter.

„Ja stimmt – noch intensiver nach dem Urlaub am Strand und der nachfolgenden Einlagerung in einer Umzugskiste. „

„Ein Buch kann man umblättern…“

„Aber ist denn nicht der Inhalt das Ziel, die Zeilen des Autors, die unkomplizierte Zugänglichkeit der Informationen und Gedanken?“

„Ein Buch muss man umblättern können – basta!“ schließt Mutter die Diskussion. Genug Teufel, jedes weitere Wort würde die Stimmung für den bereits in der Küche wartenden Kuchen verderben.

Der Besuch ist trotz der in jeder Facette unvereinbaren Position zu Totholzmedien friedlich zu Ende gegangen mit smalltalkfähigeren Themen wie Wetter, Garten, Kinder und dem bevorstehenden Urlaub.

Wieder allein mit dem letzten Glas Rotwein, noch schnell etwas den Schreibtisch aufgeräumt für die morgen früh anstehende Reise.  Der Stapel Bücher, zusammengetragen zur Recherche über die Konstruktion unterschiedlicher Revers-Krägen, wartet auf seine Rückführung ins Regal.

„AUTSCH!!!“. Der Buchstapel gleitet zurück auf die Tischplatte, Blut tropft aufs Laminat. Ein langer Schnitt, messerscharf ausgeführt von der leicht vorstehenden Seite 78  des ringgebundenen Lehrwerks für Schnittmusterkonstruktion des Schweizerischen Modegewerbeverbands, verlangt nach sofortiger Versorgung mit einem Pflaster.

Die Rache der Totholzmedien.

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MK&G Hamburg

Sonderangebot des Hamburger Lieblingshotels – Vorwand genug für George einmal wieder ein langes Wochenende in dieser schönen Stadt zu verbringen.

Ein Besuch des Museums für Kunst und Gewerbe MK&G gleich schräg rechts hinter dem Hauptbahnhof bietet sich für SelberschneiderInnen jeder Interessenlage unbedingt an: Sowieso immer und dieser Tage besonders mit gleich zwei moderelevanten Sonderausstellungen: BILDER DER MODE (bis 3.5.2015) und INSIDE OUT (bis 15.3.2015).

Also gleich am ersten Tag hinspaziert. Am Einlass überrascht positiv die kostenlose, bewachte Garderobe. So fühlt sich auch Reise-Gepäck oder der Einkauf von der nahen Fußgängerzone sicher während des Museumsbesuchs bewahrt.

Die drei weitläufigen Etagen des Gebäudes beherbergen zahlreiche ständige und wechselnde Ausstellungen – es lohnt sich auf jeden Fall einmal komplett durchzuschauen. Zuerst Eindrücke der Dinge, für die George eigentlich gar nicht da ist:

Den klar höchsten Zulauf mit dem klar geringsten Durchschnittsalter hat die Sonderausstellung TATTOO (bis 6.9.2015). Viele schöne (und hässliche ;-)) Fotos, viel geschichtliches und hintergründiges zu diesem Kunstgewerbe.

Die Abteilung ASIEN (z.Zt. teilweise geschlossen wegen Umbau) zeigt  eine wirklich interessante Anzahl von Exponaten zur Geschichte und Kultur der SAMURAI. Interessierte können z.B. einige original Kampfausrüstungen bewundern.

Eine Anzahl besonders schöner (wenn auch nicht zwangsläufig bequemer) Modekreationen sind in der Abteilung DESIGN zu bestaunen. Viele Künstler der Branche haben sich erfolgreich an der Nutzung näh-untypischer Materialien versucht.

Ein Gang zeigt DAMENMODE 1900 – 1945, viele Kleider und viel Zubehör wie z.B. Schuhe. Eine schöne Präsentation, besonders beim Glück allein und in absoluter Ruhe die Glasfront entlang spazierend die Stücke genießen zu können.

Da sind noch die Musikinstrumente mit Empire-Kleidern, die verblüffenden, prämierten Werbeplakate, aber halt: George hat ja immer ein offenes Auge für Modepuppen. Und es gibt neue Fundstücke: zwei griechisch / korinthische Gliederpuppen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus mit einem Originaltext  „… und die Puppen mitsamt den Puppengewändern als Jungfrau der Jungfrau Artemis …“; sowie eine „frühe BJD“ nach Proportionsstudien Dürers aus dem 16. Jahrhundert.

Aber jetzt, Besichtigungsstunden später, zum eigentlichen Grund des Besuchs:

BILDER DER MODE

Über 200 Arbeiten von Modezeichnungen bekannter Künstler und für bekannte Modejournale zeigt diese Sonderausstellung. Einerseits die eigentlichen Zeichnungen, teilweise im Entwurfsstadium, andererseits die Umsetzung und Nutzung als Coverbild der Zeitschriften und Bücher des späten 19. und des 20. Jahrhunderts werden gezeigt.

Eine Inspiration für alle InteressentInnen der Darstellung von Mode. Der dargestellte Weg von der Skizze, der Zeichnung, dem „Gemälde“ bis hin zum Hochglanz-Titel mit Schrift, Datum und Preis macht dem Museumsnamen „Kunst & Gewerbe“ alle Ehre.

INSIDE OUT

Der Ausstellungskatalog beschreibt: „Mit rund 55 Modellen … Blick auf Mode, die das Innere nach außen kehrt und Oberflächen aufbricht.“ Ein Ausstellungsraum zum schauen und staunen. Als Aufhänger gewählt (natürlich) besucherquotenbedingt aufgedruckte Nacktheit, aber auch die anderen Exponate sind absolut hinschauenswert.

Die Modelle verschiedener Designer spielen mit Material, Form und Oberfläche, mit Verhüllungen und Enthüllungen. Ein guter Abschluss des Museumsbesuchs. Nur noch faszinierende Eindrücke sammeln ohne den unbedingten Zwang planvollen Mitdenkens.

Nach dem Besuch der Ausstellungen ist unbedingt ein Rundgang durch den Museumsshop anzuraten. Selten hat George so viele bisher nicht bekannte Modebücher entdeckt. Schade, dass Buch-Etat wie freie Billy-Fläche begrenzt ist…

Empfehlung an alle SelberschneiderInnen: Hinfahren und schauen!

Link zur Museumsseite: http://www.mkg-hamburg.de


 

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BODYSUIT Formenkunde

29. Januar 2015 1 Kommentar

George bekommt eine Mail von einer Stammkundin der ersten Stunde: Sie hätte doch vor einigen Monaten bereits einmal angefragt, sie bräuchte ihn jetzt für ein Karnevalsprojekt wieder, den einteiligen, anliegenden Ganzkörperanzug, wie denn die Chancen stünden.

Nun gibt es ja den Ablage-Ordner für Schnittmuster Kundenwünsche. Er füllt sich ungefähr fünfmal schneller als er abgearbeitet werden kann. Viele gute Ideen sind dabei. Dennoch kamen spontan Erinnerungen auf an zahlreiche Anfragen seit Jahren nach etwa so etwas – tatsächlich wird scheinbar in vielen unterschiedlichen, immer irgendwie spannenden Anwendungsfällen ein solches Kleidungsstück benötigt.

Spontane Entscheidung und Rückmeldung an die Kundin: Wird unverzüglich realisiert.

Die übliche folgende Recherche – für welche Anwendungen sollen welche Varianten, welche Grundkonstruktionen realisiert werden? Welche Musterstücke könnten entstehen? – enthüllt auf Basis der bereits bekannten InteressentInnen-Anfragen unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten abseits des Alltäglichen.

Teils nach Kleidungsform, teils nach „Erfinder“, nach Material oder Anwendung existieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für einen Ganzkörperanzug (mit Garantie auf Unvollständigkeit – wer ergänzt?):

BODYSUIT

Die Bezeichnung BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, alternativ können Arme / Hände, Beine / Füße und Hals(ausschnitt) / Kopf integriert sein.  Alle anderen Bezeichnungen sind eher spezielle Ausprägungen dieses Grundbegriffs.

Genutzt wird ein solches Kleidungsstück in den unterschiedlichsten Bereichen: Durch seine anliegende, die Bewegung nicht behindernde Form ist der Bodysuit in vielen Sportarten typisch, beispielsweise beim Turnen oder Ringen.

Bei vielen „schnellen“ Sportarten kommt der geringe Windwiederstand des anliegenden Bodysuits zum Tragen, z.B. beim Fahrrad-Rennsport , und George erinnert sich an sein Eisschnelllauf-Vergangenheit.

Neben der Bewegungsfreiheit ist die Körpernähe an sich oft eine optisch erwünschte Eigenschaft. Dies spielt in ästhetisch orientierten Sportarten eine Rolle, beim Ballett / Tanz und Theater und vielen anderen Veranstaltungen wie z.B. im Karneval.

Ebenfalls genutzt wird die Körpernähe in verschiedenen Spielarten sexuell motivierter Nutzung. Diese Interessen werden durch spezielle Materialien, beispielsweise Latex, Spandex  oder transparentes / Netz-Material unterstützt.

Ein weiterer spezieller Einsatzfall der Ganzkörperverhüllung ist die Möglichkeit, sich technisch in der optischen Wahrnehmung „verschwinden“ zu lassen. Die sehr verbreitete Methode, eine Farbe bei einer Filmaufnahme nachträglich durch ein beliebiges anderes Bild zu ersetzen, kann damit auch auf Personen angewendet werden. Und ein mattschwarzer Bodysuit vor mattschwarzem Vorhang konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Puppe und nicht auf den Puppenspieler.

Und schlussendlich muss nicht jeder Bodysuit anliegend ausgeführt sein.  Zumindest zwei Anwendungsfälle nutzen die Ganzkörperverhüllung in weiter Variante: Der Strampler für Babies und der Fursuit für Furies (hierzu später mehr).

Gerade beim Selberschneidern im Auge zu behalten ist die geplante Methode, dieses Kleidungsstück an- und ausziehen, oder es sogar den ganzen Tag tragen zu können. Sehr elastische Ausführungen lassen sich ggf. durch einen weiteren Halsausschnitt verlassen. Ansonsten sind je nach gewünschter Variante Verschlüsse einzuplanen: Bei beinlosen Modellen oft Druckknöpfe im Schritt, sonst wohl kürzere oder längere Reißverschlüsse vorn oder hinten. Auch ein Tropfenverschluss ist vielfach möglich.

Kreativen Erweiterungen / Ergänzungen des Bodysuits sind kaum Grenzen gesetzt. Oft zu sehen sind angenähte Röcke unterschiedlichsten Längen und Formen – vom Tutu beim Ballett bis zum bodenlangen, hochgeschlitzten Paillettenmodell als Abendrobe.

 LEOTARD / UNITARD

Der LEOTARD ist benannt nach dem französischen Artisten Jules Léotard, der im 19. Jahrhunderts einen beinlosen Bodysuit bei seinen Auftritten trug. Diese Form hat sich als typischer Turnanzug durchgesetzt, ergänzt durch Strumpfhosen oder Leggings.

Später wurde vom Leotard abgeleitet der UNITARD benannt, der über ein angeschnittenes Hosenteil verfügt.

 RINGER-TRIKOT

Das RINGER-TRIKOT ist eine spezielle Ausprägung des Bodysuits mit angeschnittener, kurzer Hose.  Der enge, glatte Körpersitz garantiert dem Ringer Bewegungsfreiheit und wenig Angriffsfläche zum Festhalten durch den Gegner. Regeln in der Sportart definieren das genaue Aussehen.

SPANDEX

SPANDEX ist die asiatische Bezeichnung für ein besonders bi-elastisches Synthetikmaterial, das sich generell hervorragend zur Herstellung von Bodysuits unterschiedlichster Form eignet. Oft werden aber auch die Kleidungsstücke selbst unter diesem Namen angeboten.

Speziell wird die Bezeichnung Spandex auf für Komplett-Ganzkörperanzüge incl. Kopf, Händen und Füßen verwendet.

 CATSUIT

Der CATSUIT Ist ein eng anliegender Bodysuit mit angeschnittenen langen Beinen und meist langen Ärmeln, mit Halsausschnitt oder Kappe. Verwendet werden elastische Materialien. Unter dieser Bezeichnung werden praktisch ausschließlich Damen-Modelle angeboten.

 TAUCHERANZUG

Auch der TAUCHERANZUG ist letztendlich ein Bodysuit – vom Grundschnitt (angeschnittene meist lange Beine, oft lange Ärmel, Halsausschnitt oder angeschnittene Kappe) einem Catsuit vergleichbar.

 BODYSTOCKINGS

BODYSTOCKINGS sind ein meist aus transparentem / Netz-Material hergestellter, oft ärmelloser Damen-Bodysuit  mit langen Beinen und angeschnittenen Füßen.

 ZENTAI

Ein ZENTAI (japanisch, übersetzt Ganzkörper-Strumpfhose) Ist ein Ganzkörperanzug, der neben dem Rumpf, Armen und Beinen auch Füße, Hände und Kopf bedeckt. Bei den meist dünnen, sehr elastischen Geweben ist die Atmung durch das Material möglich (Achtung! für SelberschneiderInnen solcher Kleidungsstücke) .

Genutzt werden die komplett verdeckenden Bodysuits im künstlerischen Bereich zur Konzentration auf Rolle und Bewegung weg von der darstellenden Person, im Film für die Bluescreen Technik (s. folgenden Begriff).

Generell führt das Tragen des Zentai zu einer weitgehenden Nicht-Erkennbarkeit, zu einer Neutralisierung der Persönlichkeit des Trägers / der Trägerin. Diese Eigenschaft verhilft dem Zentai zu einer Nutzung bei fetischistischen  Aktivitäten.

 BLUESCREEN SUIT

Der Zentai (s. dort) wird in der Filmbranche auch als BLUESCREEN SUIT bezeichnet. Genutzt wird die Eigenschaft, im Film eine definierte Farbe durch eine andere, beliebige Darstellung ersetzen zu können. Dies kann den Träger eines Bluescreen Suits im Film komplett verschwinden lassen, oder auch (mit weiteren technischen Tricks) durch eine andere Darstellung (z.B. einen Affen, einen Alien) ersetzen.

 STAMPLER

Einem den vorgehenden Begriffen völlig anderem Einsatzfall dient der STRAMPLER. Der Strampler ist ein Ganzkörperanzug, meist sehr weit geschnitten aus kuscheligem Material, mit langen Beinen, oft mit Füßen, manchmal mit Kappe/Kapuze, für Babies.

Gar nicht so selten wird der Strampler aber auch in Erwachsenen-Größe als Hausanzug oder als Faschingsverkleidung genäht – Material, Muster und Zubehör entscheidet.

 FURSUIT

Ein FURSUIT (Pelzanzug) ist ein Ganzkörper-Anzug in Tierform. Verhüllt wird der gesamte Körper incl. Händen, Füßen und Kopf. Für die Herstellung der gewünschten Tierform ist eine individuelle Modifikation des Grundschnittes speziell für die Kopfform des Ziel-Tieres und der Tatzen/Klauen/… erforderlich. Eine zusätzliche, entsprechend gepolsterte, teilweise als Futter eingearbeitete Unterbekleidung perfektioniert den Eindruck des Trägers.

Fursuits werden auf Faschingsveranstaltungen, für die Werbung oder als Maskottchen bei z.B. Sportveranstaltungen getragen.

Daneben gibt es eine weltweit anzutreffende Interessengruppe der Fury Fans (auch als Fursuiter, Furries, Furs bezeichnet), die sich aus Selbstzweck gern in Tierkostümen kleiden und sich auf speziellen Veranstaltungen treffen und austauschen.


Das Schnittmuster zum Blog-Artikel:

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster zum selberschneidern bereit.
BODYSUIT
BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, …
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Goodbye EBAY :-(((

10. Januar 2015 4 Kommentare

Seit 9 Jahren ist George – sorry war – gewerblicher Verkäufer bei EBAY mit seinem Schnittmuster-Portfolio. Stets über 99,5% positive Bewertungen, zufriedene KundInnen im deutsch- wie im englischsprachigen Raum, stabiler Umsatz je nach seinem Engagement. Lange Zeit Top-Seller mit entsprechenden Rabatten. Alles Bestens bis dahin.

Nun hat EBAY seine Verkäufer-Bewertungssystematik geändert. Hier wird ihm jetzt zum Verhängnis, dass einige Käufer gern schnell einmal „Artikel nicht erhalten“ geklickt haben, obwohl dies nicht der Fall war und dies auch stets unverzüglich aufgeklärt werden konnte (deshalb liegt die letzte negative Bewertung ja auch 1 Jahr zurück).

LEBENSLANGE SPERRE ALS EBAY VERKÄUFER

Diese Woche wurde George per Serienmail-Textbaustein ohne jede vernünftige einer langjährigen Geschäftsbeziehung angemessenen Ansprache „zum Schutz der Kunden“ wegen „negativer Kauferfahrungen“ und „inakzeptablem Service-Niveau“ persönlich lebenslang als Verkäufer aus EBAY ausgeschlossen.

Seine Versuche der Kontaktaufnahme und Klärung endeten bei einem freundlichen, aber hilflos-uninteressierten Support-Mitarbeiter, der Weiterleitung seines Einspruches und Rückmeldung versprach. Ergebnis war die Wiederholung der Textbaustein-Mail innerhalb weniger Stunden mit dem Hinweis, jeder Widerspruch sei eh sinnlos und er solle ja niemals versuchen, ein neues Account für seine Produkte zu eröffnen – ob da wohl jemand kompetent drauf geschaut hat (rhetorische Frage)? Ist es da beruhigend, dass George bei weitem kein Einzelfall ist, EBAY derzeit in großem Stil unliebsame Verkäufer abschüttelt und Kollateralschäden ohne den leisesten Anflug eines Interesses hingenommen werden?

Glücklicherweise war der Anteil des Geschäfts von George über EBAY gering, sodass hier keine Welt für ihn untergeht. Nicht auszudenken, wenn er wie andere Verkäufer ganz auf das EBAY-Pferd gesetzt hätte.

Aber ein Unternehmen, das jeden Kontaktversuch ignorierend ohne persönliche Prüfung und ohne angemessene Vorwarnung aufgrund einer einzelnen willkürlich neu definierten Kennzahl jahrelange Geschäftsbeziehungen fristlos beendet…

George jedenfalls hat jetzt seine Meinung zu EBAY und wird diese auch mit seinen (auch Unternehmer-)Freunden diskutieren.

Er wird noch einige Tage abwarten, ob sich aus den letzten Verkäufen noch Kommunikationsbedarf ergibt und dann seinen EBAY-Shop und sein Account kündigen. Oder vielleicht ruft ja derweil auch der EBAY Chef an und entschuldigt sich persönlich bei ihm (LeserIn hat schon bemerkt: Hilflosigkeit führt zu Sarkasmus).

Goodbye EBAY, wir hatten einmal schöne Zeiten.

Grüße an Mitbetroffene und Interessierte
George von golden-pattern

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HAPPY NEW YEAR 2015

George wünscht allen SelberschneiderInnen einen guten Rutsch und ein glückliches, erfolgreiches Neues Jahr 2015. Grüße von über den Dächern von Wien.

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SKAGEN Uhrarmband

Nicht wirklich Selberschneidern, aber zumindest DIY und vielleicht für den einen oder anderen hilfreich: George´s Erfahrungen mit neuen Leder-Armbändern für seine SKAGEN Titan Uhr.

Bei (einigen Modellen der) Uhren von SKAGEN sind die Uhrarmbänder nicht mit einem Metall-Federstift befestigt, sondern in einem Nut flach eingesteckt und von hinten in das Uhrband-Material hinein angeschraubt.

 

Bei dem ersten erforderlichen Armband-Wechsel vor Jahren der vielleicht naheliegende Versuch, das Original-Band über den Fachhandel, bei dem auch die Uhr erworben wurde, zu bestellen. Vielleicht war es nur Pech, aber trotz Vorwarnung des Händlers verlor George nach 3 Monaten Nicht-Lieferung die Nerven – Stornierung.

Er erwarb  daraufhin ein dem Original sehr ähnliches Uhrenarmband mit Titanschließe für normale Metallstift-Befestigung. Stabiles Leder, alles prima. Und kostete etwa ein Drittel des Original-Bandes.

Das Ende mit der Stift-Schlaufe im Schraubstock platt pressen, damit es in den Nut passt. Einführen. Anschrauben. Nach 5 Minuten war das Armband dran und tat bis zum akzeptierten Lebensende eines fast täglich getragenen Gebrauchsgegenstands klaglos seinen Dienst.

Genau dasselbe Band wurde mehrfach bei Bedarf wieder gekauft und befestigt. Das wäre noch nicht der Grund für George gewesen, einen Blog-Artikel zu schreiben.

 

Gestern der Kauf eines neuen Ersatzbandes. Gleiche Firma, gleiches Modell. Zuhause angekommen kommt aber schnell die Erkenntnis auf: diesmal werden es mehr als 5 Minuten.

Erste Erkenntnis: Das Oberleder ist jetzt gravierend dünner als bisher, und in die Schlaufe für den Federstift ist ein Plastikröhrchen zur Verstärkung eingeklebt. Die bewährte Prozedur „plattdrücken mit Schraubstock“ überlebt dieses neue Material nicht: Leder reißt, Plastik splittert, alles ist hässlich und unstabilst.

Idee: (eh verhunzte) Öse abschneiden und direkt das Leder in die Nut einführen.

Zweite Erkenntnis: Das neue Band ist durch den anderen Aufbau (früher schönes, stabiles Oberleder und dünnes Futter – jetzt dünnes Oberleder und dickes, faseriges Unterleder) etwa doppelt so dick wie bisher. Passt so nie in die Nut.

Welche Verbesserung für den Kunden die Designänderung des Uhrbandherstellers auch bringen sollte (doch nicht etwa nur Materialkosten-Ersparnis?): Für diesen Spezialeinsatz jedenfalls voll daneben.

 

Aus Verzweiflung jetzt also folgende Lösung: Mit einem feinen Cutter-Messer vorsichtig (für Material wie für Finger) das fusselige Unterleder in der Breite der Uhren-Nut in der Höhe etwa halbieren. Dann mit einer Zange den schmalen Teil noch etwas zusammenpressen, dann bröselt und staucht das Ganze auch nicht bei einführen in die Nut. Und der zweite Versuch funktionierte auch ganz gut.

Das Armband ist durch das Abschneiden der Ösen und das folgende Rumprobieren etwas kürzer geworden – auf jeden Fall vor der Montage noch einmal schauen, ob es um das Handgelenk passt.

Jetzt vorsichtig das Band bis zum Anschlag in die Nut einführen, gut anpressen und bis zum Anschlag festschrauben. Fertig.

Das schlussendliche Ergebnis erscheint optisch von hinten (findet George) akzeptabel, von vorn einwandfrei. Ob das Ganze auf Dauer stabil genug ist – time will tell. Nach vielleicht einem halben Jahr folgt hier eine Statusmeldung…

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