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LINGERIE

Schönes Etwas auf der weiblicher Haut“ – das ist es wohl, was mit der Bezeichnung LINGERIE heute vor allem verbunden wird.

Ursprünglich vom französischen Wort „linge“ – Leinen > Wäsche > Unterwäsche stammend, hat sich die Lingerie in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einer eigenen, umworbenen Kleidungsgruppe entwickelt. Weit gefasst alles direkt auf der Haut Getragene, ob als Unterwäsche, als Nachtwäsche, oder nur so in Freizeit oder zum Spaß. Enger gefasst Frauenkörper umspielend, gern sexy, gern transparent.

Wenn die SelberschneiderIn sich typische Lingerie Kleidungsstücke ansieht, ist zunächst einmal gar keine Verwandtschaft, keine Kategorie erkennbar hinsichtlich Schnittkonstruktion, möglichem Material oder Zweck der Verwendung. Die meisten der Schnittmuster sind verwendbar für Frauen, aber oft auch für Männer und bedenkenlos sogar für Kinder; aus Seide und Spitze, aber auch aus Baumwolle oder dem namensgebenden Leinen; Details entscheiden über explizit supersexy bis bequem lässig alltagstauglich. Und natürlich entscheidend wie immer der Inhalt des Kleidungsstücks in den Augen des Betrachters.

Schauen wir uns einmal einige Lingerie Kleidungsstücke näher an.

Wer übrigens zuerst wirklich schauen mag statt lesen: Fotos von Lingerie Musterstücken aus unterschiedlichsten Schnittmustern sind hier in einem kleinen Fotoshow-Video zusammengestellt.

https://youtu.be/eB4RHZKf_n8

Einige der folgenden Kleidungsstücke wurden übrigens bereits in früheren Blogartikeln ausführlich vorgestellt. In diesen Fällen einfach dem Link folgen.

Corsagen

Laut verbreiteter Definition ist die CORSAGE ein den Oberkörper eng umschließendes, festes und steifes Kleidungsstück; als Unterbekleidung oder Oberbekleidung zu tragen, als einzelnes Kleidungsstück oder zum Kombinieren oder Ansetzen…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2014/06/24/corsage-formenkunde/

Babydolls

Der BABYDOLL ist ein sehr leichtes, oft transparentes, oft weit geschnittenes Nachthemdchen.

Manchmal nur durch eine Oberbrust-Raffung gehalten, manchmal mit angesetzten Cups, ist ein ausgestellt gearbeitetes Rockteil unterschiedlich möglicher Länge angesetzt.

Weite Ausführungen können über den Kopf gestreift werden, im Brustbereich anliegende Modelle sind an der Unterbrust mit einem Knopf, Haken oder Bändchen verschlossen.

Ergänzt zu einer kompletten Nachtkleidung wird der Babydoll durch ein passend luftig gearbeitetes kurzes Höschen, wie in dem namensgebenden Film von 1956 zu sehen.

Shirts

Ein Grundelement von Unterwäsche und anderer Lingerie ist das ärmellose SHIRT in unterschiedlichen Weiten und Längen. Als Unterhemd für Frauen, Männer und Kinder ist das Shirt genauso unverzichtbar wie als Freizeitkleidung oder beim Sport.

Slips

Ein SLIP (vom englischen „slip“ – hineinschlüpfen) ist eine Unterhose (oder Badehose) für Frauen. Es existieren viele unterschiedliche Grundformen und Benennungen…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2014/03/18/slip-formenkunde/

Bodysuits

Die Bezeichnung BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, alternativ können Arme / Hände, Beine / Füße und Hals(ausschnitt) / Kopf integriert sein…

Ausführliche Informationen HIER in diesem Blog.

https://selberschneidern.wordpress.com/2015/01/29/bodysuit-formenkunde/

Body & Leggings

Die Kombination BODY & LEGGINGS aus einem eng anliegenden, beinlosen und meist im Schritt geschlossenen Oberteil (Body) mit separater, ebenfalls eng anliegender Hose (Leggings) ist ein Klassiker nicht nur für Sportanzüge unterschiedlichster Disziplinen.

Body und Leggings werden typischerweise aus unterschiedlichem Material gearbeitet und können auch komplett separat getragen werden (der Body z.B. aus gut sitzende, nicht verrutschende Unterwäsche).

Der Unterschied zum einteiligen Bodysuit mit angeschnittenen Hosenteilen ist, das die Leggings separat in typischer Hosenform geschnitten sind.

Kimono

Das „Ding zum Anziehen“, was Kimono übersetzt bedeutet, ist wohl das typische in aller Welt mit Japan verbundene Kleidungstück.

Der Kimono wird in fast unveränderter Form seit etwa dem 9. Jahrhundert von Frauen wie Männern in Japan getragen. Während er in vergangenen Jahrhunderten verbreitete Tagesbekleidung darstellte, ist der Kimono heutzutage – wohl auch mit der zunehmenden Verbreitung westlicher Kleidung in Japan – meist Festen und zeremoniellen Anlässen vorbehalten.

Der Grundschnitt eines Kimonos ist – wie viele sehr alte historische Schnitte – stark an der gewebten Stoffbahn orientiert und somit rechteckig und einfach.

Mit einem selbergeschneiderten Kimono lässt sich recht unkompliziert eine exotische, fernöstliche Stimmung zaubern (jedenfalls, wenn die strengen fernöstlichen Regeln zur kunstgerechten Herstellung, Lagerung, Reinigung, den Anlässen und dem Anlegen dieses Kult-Kleidungsstückes einmal außeracht gelassen werden).

Bademäntel

Ein BADEMANTEL ist ein kuscheliges Kleidungsstück für direkt auf feuchter Haut; zu sehen meist auf dem Weg zum und am Weg vom Badezimmer.

Der Bademantel ist meist knie- bis knöchellang mit Kapuze zum Schutz feuchter Haare oder mit halsschmeichelndem Schalkragen.

Der typische Bademantel entspringt einem normalen Jackenschnitt und  ist in Frottee oder Waffelpiqué gearbeitet.

Morgenmäntel

Ein MORGENMANTEL oder HAUSMANTEL ist ein leichtes Kleidungsstück, getragen über Schlafkleidung, Unterkleidung oder auch auf nackter Haut, um beim Herumlaufen in der Wohnung kulturell ordnungsgemäß verhüllt zu sein.

Je nach Geschmack ist der Mantel sehr kurz schenkel- bis vielleicht dreiviertellang, gern aus edlem Material wie Seide hergestellt.

Für Lingerie-Kombinationen sieht man häufig ein transparentes Kleidungsstück (Kleid, Babydoll, …) „darunter“ und ein in Farbe und Material abgestimmter, verdeckender Morgenmantel „darüber“.

Schlafanzüge

Der SCHLAFANZUG besteht aus einem Oberteil in T-Shirt-Form mit kurzen oder langen Ärmeln und einer separaten Hose mit kurzen oder langen Beinen, aus gleichem, weichem und hautfreundlichem Material.

Wie der Name sagt, wird der Schlafanzug zum Schlafen getragen, von Frauen, Männern und Kindern.

Oft gesehen die Ausführung in tristen Farben und öden Mustern. SelberschneiderInnen haben die Chance, hier Zeichen zu setzen!

Nachtkleider

Das Nachtkleid (manchmal Nachthemd genannt) ist traditionell die Nachtkleidung der Mädchen und Damen. Ein nicht zu enges bis weites, knie- bis knöchellanges Kleid aus hautsympathischem Material Kleidungsstück.

Leinen und Baumwolle sind zur Herstellung die traditionelle Wahl, optisch eindrucksvoller können auch edlere Materialien verwendet werden.

Unterkleider

Das UNTERKLEID wird unter einem Kleid oder einer Kombination Pullover/Bluse und Rock getragen. Gründe können sein zusätzlicher Kälteschutz, unerwünschte Transparenz der Oberbekleidung, besserer Fall  oder Vermeidung „hochkriechender“ Röcke oder Oberteile an der Haut.

Unterkleider sind in der Regel aus glattem, fallendem  Material, meist einfarbig, meist schlicht oder gezielt mit etwas Bling-Bling aufgewertet.

Bikini

Auch der BIKINI kann in die Gruppe der Lingerie Kleidungsstücke eingeordnet werden.

Die nett anzusehende Form des stoffsparenden Zweiteilers aus knapper Brustverdeckung + knappem Höschen ist bei Frauen zwar bereits seit dem Altertum bekannt und verdankt seinen heutigen Namen skurrilerweise amerikanischen Atomwaffentests auf dem gleichnamigen Südseeatoll.

Heute ist der Bikini an den Stränden dieser Welt verbreitet. Als typische Lingerie lässt sich der Schnitt aber auch in anderem Material gearbeitet gut als Unterbekleidung tragen und zeigen.

Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
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Schnittmuster für Menschen

18. September 2015 Hinterlasse einen Kommentar

Gestern hat der Facebook Auftritt von golden-pattern Schnittmuster nach Maß ein neues Profilbild erhalten. Keine große Sache eigentlich, wird doch täglich von Millionen Nutzern dieses kleine persönliche Logo durch ein allerneuestes Selfie ersetzt. Und das alte war ja nun wirklich vom letzten Jahrtausend. Dennoch hier einige Worte über die Ideen hinter diesem kleinen Bild und vor allem über die Menschen, für die wir arbeiten.

Schauen wir uns das Profilbild kurz an: Die Schere – klar. Die Schere ist schon immer das Icon der golden-pattern Software. Und dieses Werkzeug symbolisiert wohl am besten die Schneiderei – zumindest wenn eine Erkennbarkeit bei sehr kleinen Bildgrößen eine Rolle spielt.

Aber schauen wir auf die Silhouetten:

Schnittmuster für Menschen

v.r.n.l.: Teenie, Knuffie, Mann, Frau, Preggy, Skinny, Kiddy, Dolly

Die Silhouetten symbolisieren die Menschen, für die wir Schnittmuster entwickeln. Der Anspruch: Egal ob klein oder groß, dünn oder dick, Frau oder Mann – das Schnittmuster soll stets die bestmögliche Anpassung an die persönlichen Proportionen bieten. „Mensch ist Mensch“ könnte man denken, aber bei näherem Hinsehen ist keine Person wie die andere geformt.

Falls Sie mehr weibliche als männliche Silhouetten identifizieren: In der Tat. Obwohl sich fast die Hälfte unserer Schnittmuster auch für Herren eignet, sind etwa 90% unserer KundInnen weiblichen Geschlechts; und auch die meisten verkauften Schnittmuster sind typisch weiblich.

Je nach Proportion des Menschen zeigen sich unterschiedliche Motivationen zum Selberschneidern und es bieten sich die unterschiedlichen schnitttechnischen Herausforderungen.

Schauen Sie sich einmal die nachfolgenden Kategorien an: Finden Sie sich wieder? Kommentare willkommen!

FRAU – der statistische Mittelwert

Mit „Frau“ ist hier nicht die Hälfte der menschlichen Bevölkerung gemeint, sondern die hinsichtlich Ihrer Körperform „normale“ Frau, die sich in der Normalverteilung im Interessenbereich der Standardkonfektionsketten befindliche. Sagen wir so etwa Konfektionsgröße 36 bis 42, vielleicht etwas größer oder kleiner als die Norm-168.
Die Frau kann in jedes Kleidungsgeschäft, in jede Boutique gehen und findet schnell etwas Passendes. Warum also nähen?

Für die Frau wie für alle anderen Kategorien gilt: Wohl niemand in unserem Kulturkreis schneidert heute selber, um Geld zu sparen. Für die Dumpingpreise fernöstlicher Diskountketten-Importe kann niemand bei uns auch nur das Material kaufen, von der Nähzeit ganz zu schweigen.

Die Frau näht für das persönliche Kleidungsstück, für etwas Außergewöhnliches. Besonderes Material, besondere Form, besonderer Anlass sind die Motivationen. Und natürlich Hobbies, wie bei jeder anderen erwachsenen Kategorie.

Schnitttechnisch ist die „normale“ Frau bestens erforscht. Bücher – besser Standardwerke – über Schnittkonstruktion für Damenmode gibt es zuhauf. Zwar nicht für stufenlos proportionale Maßalgorithmen (glücklicherweise, unser Wettbewerbsvorteil ;-)), aber unter Wegdenken der Zentimeter-von-oben-Paradigmen dieser Branche können platte Stoffteile der persönlichen Form der Frau gut angepasst werden.

MANN – seltenerer Selberschneider

Wie oben bereits erwähnt, liegt der Männeranteil unserer KundInnen bei etwa 10%. In dieser Größenordnung oder nur wenig höher schätzen wir auch den Anteil der Kleidungsstücke, die aus unseren Schnittmustern am Mann landen (schwieriger zu sagen; Männer nähen für Frauen und Frauen für Männer).

Der „normale“ Mann (bekommt Alltagskleidung in jedem Geschäft) schneidert selbst nach den Rückmeldungen hauptsächlich für sein Hobby – Mittelalter-Sachen und Kleidungsstücke für Auftritte jeder Art spielen eine wichtige Rolle.

Männer mit eher nicht alltäglichen Proportionen haben dieselbe Motivation zum Selberschneidern wie ihre jeweiligen weiblichen Form-Genossinnen – siehe dort.

Für die Schnittkonstruktion für Männer gilt das oben bereits gesagte: Ausreichend jahrzehntelang bewährte Fachliteratur bietet sichere Algorithmen für den „normalen“ Mann.

KNUFFIE – inniger Wunsch nach passender Kleidung

Die größte Herausforderung und mit die dankbarsten Kundinnen: Die Frau mit üppigeren Rundungen an den unterschiedlichsten Stellen.

Die XXL-Ecken in den Bekleidungshäusern sind übersichtlich, die Spezialgeschäfte für Übergrößen teuer und oftmals einfallslos, und keines der Stangen-Kleider will wirklich gescheit sitzen. Hier kann selberschneidern auch für Alltagskleidung Erfolgserlebnisse bringen.

Mit der Schnittmusterkonstruktion – insbesondere mit der stufenlosen Gradierung universeller Schnittmuster – ist es im fortschreitenden Übergrößenbereich absolut nicht einfach. Die persönlichen Proportionen selbst von Personen gleicher Grundmaße können sehr unterschiedlich ausfallen. Auch eignet sich nicht jeder Grundschnitt speziell im Bereich der Brust und des Ärmelausschnitts für jede Proportion.

Wir mögen unsere knuffigen Kundinnen und bemühen uns. Wir testen unsere Schnittmuster standardmäßig bis Größe Damen 64, auch in kurz und lang, und gegen vorhandene Kunden-Referenzmaße. Nicht immer ist alles möglich, aber in jedem Fall bietet das Schnittmuster eine bessere Ausgangsbasis mit weniger manuellen Anpassungen gegenüber einem Standardgrößen-Papierschnittmuster.

SKINNY – Idealbild der Mode

Die ideale Figur der Kundin für die Hersteller von Kleidung (und damit auch Schnittmustern) ist die (sehr) schlanke Frau mit kleiner Brust und wenig Po. Wir wollen uns bitte dabei aber gar nicht in die Diskussion über die Model-Branche und wandelnde Schönheitsideale einmischen und schon überhaupt gar kein Ziel vorgeben.

Die schlanke, eher knabenhaft gebaute Frau hat die besten Chancen, recht einfach mit nur minimalem Optimierungsaufwand perfekt sitzende Kleidungsstücke selber zu schneidern: schmale Abnäher oder gar Abnäher-freie Varianten, spannungsarme Hals- und Armausschnitte, glatter geschmeidiger Fall langer Kleider ganz ohne Unterbrechung durch Love Handles.

PREGGY – Babybäuche und mehr

Ein häufiger Grund, Kleidungsstücke selber zu schneidern, ist eine (temporäre) körperliche Veränderung, für die es im Geschäft ein nicht so großes Angebot gibt, oder für die besondere optische oder materialtechnische Wünsche vorliegen.

Warum so kompliziert ausgedrückt? Schließlich will ein Babybauch bequem verhüllt werden und angemessen stolz vorangetragen. Und ein Hängerchen aus weicher Baumwolle mit süßem Druck ist schnell genäht.

Spezielle Schwangerschafts-Modelle bieten wir (derzeit nicht besonders ausgewiesen – eigentlich eine gute Idee!) nicht an, aber viele Modelle eignen sich auch für die rundesten Bäuche. Am besten hierfür den Taillenumfang anpassen. Und der Saum muss eh gerade abgesteckt werden.

Zurück zum komplizierten ersten Satz. In dieser Kategorie sehen wir auch die KundInnen, deren Körperform oder typische Körperhaltung aus anderen Gründen, z.B. einer körperlichen Behinderung, stark vom Durchschnitt abweicht. Auch hier kann ein Maßschnittmuster in vielen Fällen helfen (z.B. Ausdruck unterschiedlicher linker und rechter Schnittteile bei Asymmetrie)

TEENIE – junge SelberschneiderInnen

Erfreut beobachten wir die Verjüngung unserer KundInnen über die letzten Jahre. Wer sich in den Stoffgeschäften umschaut oder die wieder zunehmende Anzahl von Sew-it-yourself Zeitschriften bemerkt: Selberschneidern kommt wieder verstärkt in Mode.

Junge SelberschneiderInnen wünschen sich einfach zu schneidernde Modelle, schnelle Erfolgserlebnisse, die sich im Stil den jeweiligen Trends hinsichtlich Form und Material anpassen lassen. Vielleicht ein individuelles Kleidungsstück für die nächste Party oder der „Nachbau“ des Outfits eines Idols.

KIDDY – Selbstgeschneidertes für Kinder

Kinder selbst werden eher selten schneidern (Warum eigentlich nicht? Bestehen Erfahrungen?), aber für Kinder wird häufig genäht.

Neben Alltagskleidung (während schnellem Wachstums vielleicht schon lohnenswert) sind besondere Outfits wie Verkleidungen häufige Projekte. Recht schnell und vor allem individuell entsteht die Prinzessin oder der Zombie.

Auch immer wieder gern genäht: der Partner-Look Mutter – Tochter, z.B. bei Nachthemden.
Rein schnitttechnisch ist bei Kindern ab einer gewissen Größe (so ab dem Alter von 2 Jahren) wenig zu beachten. Bei der Realisierung der Projekte sollte durch die entsprechende Variante auf ausreichende Bequemlichkeitszugaben geachtet werden.

Für Baby-Proportionen sind unsere Schnittmuster nicht optimiert.

DOLLY – kleine Abbilder des Menschen

Viele unserer KundInnen schneidern für Puppen. Hier gibt es die unterschiedlichsten Ausprägungen, die sich untereinander vielfach gar nicht wahrnehmen, obwohl sie das gleiche Schnittmuster verwenden.

Da gibt es die traditionellen Puppen mit Kinderproportionen, edel mit Porzellankopf, dann aus immer lebensechteren und vor allem stabileren Kunststoffen. Da werden Teddybären benäht. Da gibt es die meist jungen Fans der Modepuppen im Barbie-Format, die ihre Puppen benähen. Da gibt es die meist erwachsenen Fans hochwertiger Fashion Dolls mit aufwändigsten Kreationen. Da gibt es die Fans fernöstlicher BJD`s, gern auf Conventions im Partnerlook mit ihren kleinen Gliederpuppen anzutreffen. Aber auch übergroße Stücke für stangengeführte Riesenpuppen auf Veranstaltungen werden genäht.

Generell lassen sich alle Schnittmuster auch für Puppen mit grob menschlichen Proportionen ausgeben. Die Herausforderung beim Nähen für Puppen ist eher die Größe.
Traditionelle Kinderpuppen oder große Modepuppen (Maßstab 1:2 bis 1:3) lassen sich noch ohne große Veränderungen beschneidern. Für kleinere Puppen (1:4, eine häufige Größe hochwertiger Dolls, bis 1:6, der Barbie-Größe) sollte schon überlegt werden, ob Schnittteile manuell vereinfacht werden oder gar zusammengelegt werden. Darunter wird es schwierig – obwohl – eine Kundin hatte Schnittmuster für Ihre Schweizer 1:12 Puppenstuben-Figuren angefragt.

Zum Schluss – Schneidern Sie selbst!

Sie haben es gelesen: Ihre Chancen auf individuelle, außergewöhnliche, selbstgeschneiderte Kleidungsstücke stehen gut! Versuchen Sie es einfach einmal mit unserer kostenlosen Maßschnittmuster-Software PASST! und den vielen unterschiedlichsten Schnittmuster-Modellen.

Übrigens: Für alle, die das alte Profilbild nicht kennen oder sich nicht erinnern können: Zur Anmeldung von golden-pattern bei Facebook wurde das 1999 für den ersten Internet-Auftritt von golden-pattern kreierte Logo verwendet. Wie der Zeitgeist und damit oft auch der persönliche Geschmack sich doch ändert…

Schnittmuster für COSPLAY

3. Juli 2015 1 Kommentar

George sitzt in der Lounge mit Blick von der Reede vor Road Town, auf den Knien das Notebook zur Durchsicht der Mails. „Der wohl coolste Arbeitsplatz wo gibt“, denkt er bei sich.

Neben dem ganz normalen Tagesgeschäft eine spannende Mail: Eine Claud fragt nach Schnittmustern: „Ich schreibe aufgrund einer Sponsoring Anfrage des deutschen European Cosplay Gathering Teams 2015. Wir haben uns auf der Leipziger Buchmesse dieses Jahres beim deutschen Vorentscheid für das European Cosplay Gathering qualifiziert und werden Anfang Juli zur Japan Expo nach Paris reisen, um dort Deutschland in einem europaweitem Kostüm-Wettbewerb zu vertreten. Hierbei geht es darum mit einem Kostüm zu überzeugen, bei dem eine gewählte Vorlage so genau wie möglich umgesetzt wird, und dieses dann in Form eines kurzen Theater-Sketches auf einer Bühne zu präsentieren.“

Da George die Kreativität und besondere Affinität zum Selberschneidern der Cosplay-Szene sowohl bei seinen Besuchen auf der Leipziger Buchmesse wie auch auf einer Cosplay-/-BJD-Convention in Berlin bewundert hat, wurden die benötigten Schnittmuster gern bereit gestellt.

Aus dem folgenden Mailverkehr:

George: „Was ist eigentlich Cosplay?“

Claud: „Cosplay ist das Hobby sich als seine Lieblingsfigur egal aus welchen Medien zu verkleiden, mit selbst genähten und gebastelten Kostümen und das nicht nur zur Karneval oder Halloween Saison sondern das ganze Jahr über.“

George: „Und dazu wird gern genäht…“

Claud: „Cosplay ist, wie kein zweites, vergleichbares Hobby in Deutschland, eine riesige neue Subkultur, die sich die Freude des Nähens angeeignet und wieder salonfähig gemacht hat.“

George: „Nach welchen Kriterien sucht Ihr die Schnittmuster aus?“

Claud: „Wir verwenden die Schnittmuster immer je nachdem ob sie zur Vorlage passen, dabei benutzen wir sie meistens für Cosplay und ändern sie dann entsprechend der Vorlage ab, aber auch für Eigendesigns, bei denen man ja freier ist, sind sie sehr praktisch, da hier dann die verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten zusätzlich inspirierend sind, und auch für LARP (z.B. Harry Potter, dort hat man ja als feste Vorlage die Mäntel aus den Filmen. Bei Fantasy LARPs ist man wieder freier, da man hier zwar je nach Setting auf eine bestimmte Epoche festgelegt ist, aber dennoch die genauen Schnitte freier wählen kann).“

Claud: „Viele Cosplays bestehen aus einer Schuluniform, meistens aus einem Faltenrock, einem Oberteil mit Matrosenkragen und einem Blazer.“

Claud: „Ein kleiner Trick von uns: Da wir auch männliche Charaktere cosplayen haben wir uns mit unseren Maßen zweimal im Programm eingetragen, einmal als weiblich und einmal als männlich, das berechnet dann die Schnitte authentischer.“

George: „Und welche Schnittmuster nutzt Ihr aktuell?“

Claud: „Für die Japan Expo in Paris speziell arbeiten wir mit folgenden Schnittmuster für unsere Finalkostüme: MANTEL, CORSAGE, BLUSE, T-SHIRT, HERRENHEMD, JEANS. Und bei den Kostümen des Vorentscheid – also die mit denen wir uns den Platz im Finale ergattert haben: Dort haben wir auch einen Schnitt verwendet, nämlich den T-SHIRT-Schnitt mit dem wir die Weste und die Ärmel gemacht haben.“

George: „Danke für die interessanten Einblicke, Claud. Und viel Erfolg in Paris!“

Claud (schon auf dem Sprung): „Danke noch einmal für die Unterstützung, die Schnitte helfen wirklich ungemein Zeit zu sparen. Wir sind etwas unter Zeitdruck mit den Kostümen für Frankreich. Eine typische Cosplayerkrankheit :D“

Weg war sie, auf nach Paris. Aber das Problem der Knappheit an Zeit haben nun wirklich nicht nur die Cosplayer gepachtet. Wohl eher eine Eigenschaft engagierter ZeitgenossInnen jeder Branche. Deshalb ergänzend besserwisserisch mit auf den Weg:

George: „Wie erging es Ihnen seinerzeit mit Ihren Projekten?“

Mark Twain: Gäbe es die letzte Minute nicht, so würde niemals etwas fertig.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung zur Verfügung gestellt von Claud von den Rainbow Riders. Fotos der fertigen Modelle folgen nach Abschluss der Japan Expo.

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen die genannten Maß-Schnittmuster bereit.
MANTEL
Basisschnittmuster MANTEL. Variabel in genereller Weite und Rockausstellung, Länge und Verschlussbreite. Reverkragen, Umlegekragen und Stehkragen. Zweiteiliger Ärmel …
Details…
CORSAGEN
CORSAGEN Basisschnittmuster in den Grundformen CORSAGE mit Cups, mit Brusthebe und offen sowie als BUSTIER und WASPIE. Verschiedene Längen und Abschüsse wie Schnebbe, Läppchen/Schößchen oder Strumpfhalter. Viele geeignete Varianten für Ober- und Unterbekleidung …
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BLUSEN
Das Basisschnittmuster DAMENBLUSE für passt! ermöglicht mit tausenden einstellbaren Varianten die Grundlage unterschiedlichster Blusenformen für jeden Anlass. Einstellbar sind: …
Details…
T-SHIRT
Basisschnittmuster T-SHIRT für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in hunderten Varianten aus kombinierbaren Passformen, Ausschnittformen, Ärmelformen, -weiten und –längen, Saumlängen …
Details…
HERRENHEMD
Basisschnittmuster klassisches HERRENHEMD mit Schulterpasse. Variable Paßformen, Krägen, Ärmelweiten und -abschluss. In vielen Varianten auch für die Dame geeignet …
Details…
5-POCKET-JEANS
Basisschnittmuster 5-Pocket-JEANS für passt! nach Ihren persönlichen Maßen in zahlreichen kombinierbaren Varianten für Sie, Ihn und Es. Einstellbar sind …
Details…

SAKKO Formenkunde

21. Mai 2015 2 Kommentare

Inzwischen bewährte Praxis, im Rahmen neuer, komplexerer Schnittmuster-Projekte auch etwas Hintergrundinformation zusammenzutragen:

Das SAKKO

Das Kleidungsstück „Sakko“  umfasst bestimmte Ausprägungen  einer Jacke.

Typisch ist das Sakko die formal recht festgelegte, meist etwa hüftlange Jackenform für einen Herrenanzug (Hose in gleichem Material gefertigt) oder einer Herren-Kombination (Hose aus anderem, teilweise auch legeren Material). Aber auch für Damen ist dieses Kleidungsstück – oft als Teil eines Hosenanzugs oder mit etwa knielangem Bleistiftrock  – sehr elegant im Businessbereich anzutreffen.

Das Sakko hat sich im Laufe der letzten 200 Jahre aus dem Gehrock entwickelt, der bereits in den Jahrhunderten davor in den jeweilig zeitgemäßen Modevarianten eine typische Jackenform für Männer darstellte. Der Gehrock war schnitttechnisch in Taillen-Höhe geteilt aus einem oberen Jackenteil und einem unteren – oft ausgestellten – Rockteil gearbeitet. Das Sakko dagegen ist einteilig geschnitten, in der Regel durch einen Taillenabnäher geformt.

Kaum ein anderes Alltagskleidungsstück ist heutzutage so formal definiert  wie das Sakko. Gesprochen wird über  Anzahl der Knöpfe und Knopfreihen, wenige Reversformen, bestimmte Materialien und Farben, einige andere Details, aber meist steht aufgrund der vorgesehenen Nutzung eigentlich schon alles fest.  Dies soll aber die geübte SelberschneiderIn nicht hindern, aus traditionellen Schnittformen individuelle Kunstwerke zu fertigen. Passend zu den formalen Formen des Sakkos besteht eine Reihe von unterschiedlichen formalen Verhaltensweisen beim Tragen dieses Kleidungsstücks. Wir sind aber hier SelberschneiderInnen-Blog und nicht Benimm-Lexikon…

Viele andere Bezeichnungen beschreiben entweder das gleiche Kleidungsstück in verschiedenen deutschsprachigen Regionen, oder ganz bestimmte Varianten für traditionell bestimmte Anlässe.

Häufig zu finden sind die Bezeichnungen Jackett, Blazer, Smoking, Tuxedo ,  Frack, Cutaway,  Veston , Janker oder Joppe.

Knöpfe / Knopfleiste

Generell unterschieden werden Sakkos mit einer oder zwei Knopfreihen. Gängig im Alltag und im Büro sind einreihige Sakkos. Noch formaler aber auch eleganter, meist auf bestimmte Anlässe beschränkt, Uniform-artiger wirkend sind Zweireiher.

Meist besteht jede Knopfreihe aus zwei oder drei Knöpfen. Ein einzelner Knopf ist typisch an festlicher Abendgarderobe zu finden. Vier Knöpfe sind seltener. Viele Knöpfe sind vor allem an traditionellen Trachtenmodellen zu finden.

Der Ärmel mit einem Schlitz an der hinteren Naht ist typischerweise mit vier kleineren, funktional unnotwendigen  Knöpfen geschlossen. Hier ist eine offene Ausführung mit richtigen Knopflöchern Indiz für ein Maßmodell – Stangenware ist hier meist nur mit Fake-Knopfleiste ausgestattet.

Revers

Das Revers ist der lang vom Hals bis zur Knopfleiste heruntergezogene, aus einem breiten inneren Beleg heraus umgeschlagene Kragen des Sakkos.

Meist ist das Revers schnitttechnisch vorn geteilt in einen angeschnittenen Teil und ein extra Kragenteil, wobei durch die Schnittform offene Spitzen am Revers entstehen, die nach unten zeigen können (fallende Fasson) oder nach oben (steigende Fasson). Möglich ist aber auch ein komplett am Vorderteil / Beleg angeschnittener Schalkragen, z.B. beim Smoking.

Abstich

Als Abstich bezeichnet wird der Verlauf / die Form von der Knopfleiste bis zum Saum.

Typisch beim Sakko ist hier ein geschwungener, runder Verlauf zu finden. Besonders bei zweireihigen Modellen ist der Abstich eckig.  Einen außergewöhnlichen Abstich zeigt der Cutaway (kurz „Cut“, ähnlich dem „Stresemann“) , bei dem der runde Verlauf bis in den Rücken hinein reicht. Und da ist natürlich der Frack, bei dem der Abstich nach einem kurzen, taillenhohen Verlauf vorn steil zu einem recht langen, spitzen Rückenteil zuläuft („Pinguin“).

Schlitze

Im Rücken der meisten Sakko-Formen sind Schlitze eingearbeitet, die die Bewegungsfreiheit (ursprünglich vor allem beim Reiten) verbessern.

Meist ist entweder ein zentraler Schlitz in der hinteren Mittelnaht gearbeitet, oder zwei seitlichere Schlitze in der Naht zwischen Rücken- und Seitenteil.

Taschen

Traditionell besitzen Sakkos drei äußere Taschen: zwei große, vorn/seitliche Hüfttaschen und eine oben offene kleine Tasche im linken Brustbereich, die gern für ein sorgfältigst drappiert eingestecktes Tuch verwendet wird.

Die Hüfttaschen sind oft innenliegend gearbeitet und mit einer abgerundeten Taschenklappe verschlossen (Patten-Tasche), können aber auch aufgesetzt sein mit und ohne Klappe, oder auch offen durch einen Schlitz oder eine Paspel erreichbar.

Seltener zu finden sind weitere, formal  definierte Zusatztaschen im vorderen Hüftbereich, z.B. Billet-Taschen oder Uhren-Taschen.

Futter

Sakkos sind meist komplett gefüttert. Lediglich sehr legere Modelle (z.B. aus Jeans-Stoff) sind ohne Futter und zeigen damit innen die Verarbeitung. Im Futter sind üblicherweise mehrere Innentaschen eingearbeitet.

Material

Das Sakko erscheint oft in schwarzen, dunkelgrauen oder dunkelblauen Wollstoffen, nicht oder nur dezent (z.B. mit schmalen, unaufdringlichen Nadelstreifen) gemustert. Den Damen vorbehalten sind für die meisten Anlässe kräftigere gewebte Muster bis hin zu Designer-Wollstoffen (1. Reihe der Materialbilder).

Wer es spannender mag, fertigt sein Sakko aus alternativen, dennoch sehr geeigneten Materialien:  Seide in uni oder gemustert (2.Reihe, Bild 1+2), Baumwoll-/Jeans-Stoffe (2.Reihe, Bild 3+4) oder warum nicht auch aus Kunstpelz, der kuschelig am umgeschlagenen Revers das innere Kunstwildleder umspielt (2. Reihe Bild 5).

Auch beim Futter die Entscheidung: Traditionell schlicht schwarz/grau oder – in den letzten Jahren auch im Handel häufiger anzutreffen – Futter mit Mut zur Farbe (3.Reihe).


Das Schnittmuster

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster bereit.
SAKKO
Variantenreiches PASST! Basisschnittmuster für Damen- und Herren-SAKKOs mit verschiedenen Grundformen geeignet beispielsweise auch für Jackett, Blazer, Smoking, Cut, Stresemann, Frack  …
Details…

NÄHMASCHINENTISCH

29. April 2015 1 Kommentar

Rückenschonend, platzsparend und transportabel: Innerhalb weniger Stunden entstand dieser höhenverstellbare NÄHMASCHINENTISCH aus günstigen Standardkomponenten vom Baumarkt. Falls Interesse besteht, kann George einmal eine Bauanleitung zusammenstellen…

So stand es auf der golden-pattern Facebook Seite – und es bestand Interesse – hier also die versprochene Anleitung zum Selberbauen:

Anlass und Idee

Erste Test- und Musterstücke neuer Schnittmuster von golden-pattern entstehen oft im Home-Office bei George. Das Büro ist eigentlich für das Selberschneidern nicht speziell ausgerüstet – die gängige Haushalts-Nähmaschine wartete im Lager und wurde bisher zur Nutzung auf den Esstisch gestellt.

Diese minimalistische Lösung hatte zwei wesentliche Nachteile:  Erstens war der Esstisch trotz aller Stuhlwechselversuche etwas zu hoch; nach wenigen Stunden, spätestens am zweiten Tag lauerten Rückenverspannungen. Zweitens war zum Abend das gemeinsame Familienessen behindert – Wegräumen und Fusselentfernen war lästig.

Deshalb die Idee, die Nähmaschine auf einem speziellen, ergonomischen, transportablen, immer bereitstehenden Nähmaschinen-Tischchen zu platzieren, das bei Bedarf jederzeit komplett vom Lager neben  den Schreibtisch getragen werden und dort auch solange benötigt verbleiben kann.

Konstruktion

Folgende Anforderungen  sollten bei der Konstruktion des Nähmaschinentischs erfüllt werden:

  • Größe und Gewicht sind in einem Rahmen, um von einer Person incl. Nähmaschine von Raum zu Raum getragen werden zu können.
  • Ergonomie: Versenkung des Nähmaschinenfußes auf die höhenverstellbare und deshalb stets optimale Arbeitsebene.
  • Alles stabil beisammen und bei Bedarf möglichst schnell einsatzbereit.
  • Alle erforderlichen Komponenten sind schnell, einfach und nicht zu kostspielig zu beschaffen.
  • Der Tisch ist ohne viel Werkzeug oder Spezialwissen schnell und einfach zusammenzubauen.

Also schnell eine Skizze gemacht und losgefahren,  um alles Notwendige zu beschaffen.

Beschaffung

Alle für diesen konkreten Nähmaschinentisch erforderliche  Komponenten wurden im Bauhaus und bei Ikea beschafft – George bekommt aber keine Prozente hierfür und  es können auch beliebige andere Häuser mit bestimmt genauso geeigneten Produkten aufgesucht werden.

Hier die Material- und Werkzeugliste:

Noch Hinweise zu einzelnen Komponenten:

Als Kompromiss zwischen Arbeitsfläche und Transportierbarkeit wurde als Arbeitsplattengröße 80×40 cm gewählt. Die reicht komplett für kleinere Arbeiten, und für große, unhandliche Stoffteile kann bei George der direkt angrenzende Schreibtisch mit zur Ablage genutzt werden.

Zur genauen Definition des Abstandes zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte (= Höhe des Nähmaschinenfußes) wurden aneinander verschraubte Winkel gewählt, die sich ohne zusätzliche Vorbereitungen durch die vorhandenen Löcher für unterschiedliche Höhen zusammenfügen ließen (s.Detailfoto).

Der Kabelkanal zur Aufnahme des Nähmaschinenanschlusses, der überschüssigen Länge des Fußschalter-Anschlusses und des Leuchtenkabels wurde nicht neu gekauft, sondern war von einem früheren Schreibtischkauf in dem genannten Möbelhaus übrig (ob es genau diesen Typ noch gibt? – aber ähnliche bestimmt).

Bei Auswahl der Steckdosenleiste ist vor allem zu beachten, dass seitlich Laschen für eine Wandmontage angebracht sind für die spätere Befestigung am Tisch. Ein Schalter in der Steckdose ist praktisch, um alles zusammen stromlos zu machen. Auch die Anschluß-Längen sind bei den einzelnen Modellen sehr unterschiedlich – vielleicht kann eine zusätzliche Verlängerungsschnur eingespart werden.

Je nach konkreter Auswahl der Winkel und der Platten muss die genaue Dimensionierung der Schrauben festgelegt werden: Die Gewindeschrauben  müssen durch die Winkel-Löcher passen und in der Länge jeweils zwei Winkel aufeinander schrauben können. Die Holzschrauben müssen Winkel und Beine sicher an den Holzplatten halten, die Plattendicke aber nicht durchstoßen. Also hier nochmal vor Ort genau schauen.

Alles beisammen? Dann jetzt zusammen bauen.

Zusammenbau

Außer dem puren Zusammenschrauben der Einzelteile ist bei dieser Ausführung des Nähmaschinentischs nur an einer einzigen Stelle wirklich Hand anzulegen: Beim Ausschnitt in der Arbeitsplatte für die Nähmaschine.

Die Anzahl der benötigten Werkzeuge ist übersichtlich:

  • Der Nähmaschinen-Ausschnitt gelingt am besten mit einer Stichsäge.
  • Schmirgelpapier verschiedener Körnungen sorgt für späteres splitterfreies Nähen.
  • Ein Schraubenzieher und ggf. einen Schraubenschlüssel / eine Zange für die Holz- und Gewindeschrauben.

Schauen wir uns die Arbeitsgänge jetzt einmal genauer an:

  1. Die Nähmaschine soll in die Arbeitsplatte zur Arbeitsebene bündig versenkt werden und darunter auf der Bodenplatte stehen. Hierzu den Fuß ausmessen und die persönlich bevorzugte Position in der Arbeitsplatte einzeichnen. Bei dieser konkreten Ausführung wurden die Anschluss-Leitungen der Nähmaschine gleich noch geschützt, sowie Befindlichkeiten von George als Linkshänder berücksichtigt. Noch wichtig: Für den Tausch des Unterfadens kann die Maschine leicht herausgehoben und diagonal auf den Plattenausschnitt gestellt werden.
  1. Jetzt ist es an der Zeit, alle Kanten der beiden Platten mit feinem Sandpapier rund und absolut splitterfrei zu schleifen, damit später der Stoff keinen Schaden nimmt. An den Baumarktplatten war hier nicht mehr viel zu tun, vor allem aber an dem gerade gearbeiteten Ausschnitt.
  1. Ein zweiter für die Funktion wesentlicher Arbeitsschritt ist die Vorbereitung und Befestigung der Winkel für den gewünschten Abstand von Arbeitsplatte und Bodenplatte. Hier ist etwas probieren angesagt. George hatte Glück: Je 2 Winkel konnten genau zur Höhe des Nähmaschinen-Fußes zusammengeschraubt werden (notfalls passende Löcher in die Winkel bohren). Insgesamt 6 vorbereitete Winkelpaare halten die Bodenplatte unter der Arbeitsplatte und werden mit den Holzschrauben unter der Arbeitsplatte und an der Bodenplatte angeschraubt (Bild s. oben).
  1. Zeit für die Beine: Jeweils in den Ecken der Arbeitsplatte mit Holzschrauben befestigen. Jetzt das im Rohbau fertige Tischchen einmal auf die richtige Höhe einstellen, die Nähmaschine platzieren und schauen, ob es behagt (Stichpunkte Beinfreiheit, Zugänglichkeit der Bedienelemente der Nähmaschine, Ablagefläche etc.) (Bild s. oben).
  1. Jetzt kann der Kabelkanal hinten unter die Arbeits- oder Bodenplatte geschraubt werden.
  1. Die Steckdose hält angeschraubt unter der Arbeitsplatte, seitlich an der Bodenplatte oder – wie im konkreten Fall – mit 2 Winkeln am Kabelkanal (Bild s. oben).
  1. Als letztes noch eine Arbeitsleuchte mit hellem LED-Licht an der Arbeitsplatte befestigt: Zum einen ist George das eingebaute Nähmaschinen-Leuchtchen zu funzelig, zum anderen brauchen gelegentlich geschossene Muster-Fotos mehr Lumen.
  1. Alles noch stolperfrei verkabeln, anschließen,

Fertig!

Losschneidern!

 Optionen

Der Nähmaschinentisch von George ist mehr auf Einfachheit ausgelegt als auf Eleganz und handwerkliche Perfektion – erfahrenere Hobbybastler werden wahrscheinlich schon hier und da die Nase gerümpft haben. Nachfolgend einige Anregungen zur Optimierung für diesbezüglich anspruchsvollere SelberschneiderInnen (oder deren heimwerkeraffine PartnerInnen):

  1. Je nach persönlicher körperlicher Konstitution und Länge der Arme kann sich das Tragen des Tischchens incl. Nähmaschine von Raum zu Raum schwierig gestalten. Dies trifft umso sicherer zu, wenn statt der vorliegenden 80x40cm eine Arbeitsplatte von 100x50cm oder gar mehr zugunsten immer benötigtem Ablageplatz verwendet wird. In diesem Fall ist die Verwendung von zwei einsteckbaren, vorzugsweise blockierbaren Rollen unter den Beinen auf einer Seite empfehlenswert. Aber probieren, ob dann noch alles wackelfrei genug steht.
  2. Die Lösung der stabilen Abstandsdefinition zwischen Arbeits- und Bodenplatte mit Winkeln ist sehr praktisch, aber gewinnt sicher keinen Schönheitspreis. In erforderlicher Höhe speziell zugesägte Seitenleisten in der gewählten Holzqualität würden die Wertigkeit des Stückes deutlich steigern.
  3. Der Raum zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte ist außer der Stellfläche der Nähmaschine derzeit ungenutzt . Hier könnte ein zusätzliches Schublädchen Raum schaffen für Nähmaschinenzubehör oder Nähfadenröllchen.
  4. Selbstverständlich kann das Holz nach Belieben, z.B. zur übrigen Einrichtung passend, behandelt (z.B. lasiert) werden.
  5. … und Sie haben bestimmt noch viele eigene weitere Ideen für Ihren ganz individuellen Nähmaschinentisch.


Diese Bauanleitung finden Sie auch – fertig zum Ausdruck als PDF formatiert – in der GRATIS-Rubrik des Schnittmuster-Shops www.passt-online.de. In diesem Shop finden Sie natürlich auch alle Schnittmuster zum Selberschneidern auf Ihrem neuen Nähmaschinentisch…

MK&G Hamburg

Sonderangebot des Hamburger Lieblingshotels – Vorwand genug für George einmal wieder ein langes Wochenende in dieser schönen Stadt zu verbringen.

Ein Besuch des Museums für Kunst und Gewerbe MK&G gleich schräg rechts hinter dem Hauptbahnhof bietet sich für SelberschneiderInnen jeder Interessenlage unbedingt an: Sowieso immer und dieser Tage besonders mit gleich zwei moderelevanten Sonderausstellungen: BILDER DER MODE (bis 3.5.2015) und INSIDE OUT (bis 15.3.2015).

Also gleich am ersten Tag hinspaziert. Am Einlass überrascht positiv die kostenlose, bewachte Garderobe. So fühlt sich auch Reise-Gepäck oder der Einkauf von der nahen Fußgängerzone sicher während des Museumsbesuchs bewahrt.

Die drei weitläufigen Etagen des Gebäudes beherbergen zahlreiche ständige und wechselnde Ausstellungen – es lohnt sich auf jeden Fall einmal komplett durchzuschauen. Zuerst Eindrücke der Dinge, für die George eigentlich gar nicht da ist:

Den klar höchsten Zulauf mit dem klar geringsten Durchschnittsalter hat die Sonderausstellung TATTOO (bis 6.9.2015). Viele schöne (und hässliche ;-)) Fotos, viel geschichtliches und hintergründiges zu diesem Kunstgewerbe.

Die Abteilung ASIEN (z.Zt. teilweise geschlossen wegen Umbau) zeigt  eine wirklich interessante Anzahl von Exponaten zur Geschichte und Kultur der SAMURAI. Interessierte können z.B. einige original Kampfausrüstungen bewundern.

Eine Anzahl besonders schöner (wenn auch nicht zwangsläufig bequemer) Modekreationen sind in der Abteilung DESIGN zu bestaunen. Viele Künstler der Branche haben sich erfolgreich an der Nutzung näh-untypischer Materialien versucht.

Ein Gang zeigt DAMENMODE 1900 – 1945, viele Kleider und viel Zubehör wie z.B. Schuhe. Eine schöne Präsentation, besonders beim Glück allein und in absoluter Ruhe die Glasfront entlang spazierend die Stücke genießen zu können.

Da sind noch die Musikinstrumente mit Empire-Kleidern, die verblüffenden, prämierten Werbeplakate, aber halt: George hat ja immer ein offenes Auge für Modepuppen. Und es gibt neue Fundstücke: zwei griechisch / korinthische Gliederpuppen aus dem 5. Jahrhundert vor Christus mit einem Originaltext  „… und die Puppen mitsamt den Puppengewändern als Jungfrau der Jungfrau Artemis …“; sowie eine „frühe BJD“ nach Proportionsstudien Dürers aus dem 16. Jahrhundert.

Aber jetzt, Besichtigungsstunden später, zum eigentlichen Grund des Besuchs:

BILDER DER MODE

Über 200 Arbeiten von Modezeichnungen bekannter Künstler und für bekannte Modejournale zeigt diese Sonderausstellung. Einerseits die eigentlichen Zeichnungen, teilweise im Entwurfsstadium, andererseits die Umsetzung und Nutzung als Coverbild der Zeitschriften und Bücher des späten 19. und des 20. Jahrhunderts werden gezeigt.

Eine Inspiration für alle InteressentInnen der Darstellung von Mode. Der dargestellte Weg von der Skizze, der Zeichnung, dem „Gemälde“ bis hin zum Hochglanz-Titel mit Schrift, Datum und Preis macht dem Museumsnamen „Kunst & Gewerbe“ alle Ehre.

INSIDE OUT

Der Ausstellungskatalog beschreibt: „Mit rund 55 Modellen … Blick auf Mode, die das Innere nach außen kehrt und Oberflächen aufbricht.“ Ein Ausstellungsraum zum schauen und staunen. Als Aufhänger gewählt (natürlich) besucherquotenbedingt aufgedruckte Nacktheit, aber auch die anderen Exponate sind absolut hinschauenswert.

Die Modelle verschiedener Designer spielen mit Material, Form und Oberfläche, mit Verhüllungen und Enthüllungen. Ein guter Abschluss des Museumsbesuchs. Nur noch faszinierende Eindrücke sammeln ohne den unbedingten Zwang planvollen Mitdenkens.

Nach dem Besuch der Ausstellungen ist unbedingt ein Rundgang durch den Museumsshop anzuraten. Selten hat George so viele bisher nicht bekannte Modebücher entdeckt. Schade, dass Buch-Etat wie freie Billy-Fläche begrenzt ist…

Empfehlung an alle SelberschneiderInnen: Hinfahren und schauen!

Link zur Museumsseite: http://www.mkg-hamburg.de


 

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BODYSUIT Formenkunde

29. Januar 2015 1 Kommentar

George bekommt eine Mail von einer Stammkundin der ersten Stunde: Sie hätte doch vor einigen Monaten bereits einmal angefragt, sie bräuchte ihn jetzt für ein Karnevalsprojekt wieder, den einteiligen, anliegenden Ganzkörperanzug, wie denn die Chancen stünden.

Nun gibt es ja den Ablage-Ordner für Schnittmuster Kundenwünsche. Er füllt sich ungefähr fünfmal schneller als er abgearbeitet werden kann. Viele gute Ideen sind dabei. Dennoch kamen spontan Erinnerungen auf an zahlreiche Anfragen seit Jahren nach etwa so etwas – tatsächlich wird scheinbar in vielen unterschiedlichen, immer irgendwie spannenden Anwendungsfällen ein solches Kleidungsstück benötigt.

Spontane Entscheidung und Rückmeldung an die Kundin: Wird unverzüglich realisiert.

Die übliche folgende Recherche – für welche Anwendungen sollen welche Varianten, welche Grundkonstruktionen realisiert werden? Welche Musterstücke könnten entstehen? – enthüllt auf Basis der bereits bekannten InteressentInnen-Anfragen unterschiedlichste Einsatzmöglichkeiten abseits des Alltäglichen.

Teils nach Kleidungsform, teils nach „Erfinder“, nach Material oder Anwendung existieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für einen Ganzkörperanzug (mit Garantie auf Unvollständigkeit – wer ergänzt?):

BODYSUIT

Die Bezeichnung BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, alternativ können Arme / Hände, Beine / Füße und Hals(ausschnitt) / Kopf integriert sein.  Alle anderen Bezeichnungen sind eher spezielle Ausprägungen dieses Grundbegriffs.

Genutzt wird ein solches Kleidungsstück in den unterschiedlichsten Bereichen: Durch seine anliegende, die Bewegung nicht behindernde Form ist der Bodysuit in vielen Sportarten typisch, beispielsweise beim Turnen oder Ringen.

Bei vielen „schnellen“ Sportarten kommt der geringe Windwiederstand des anliegenden Bodysuits zum Tragen, z.B. beim Fahrrad-Rennsport , und George erinnert sich an sein Eisschnelllauf-Vergangenheit.

Neben der Bewegungsfreiheit ist die Körpernähe an sich oft eine optisch erwünschte Eigenschaft. Dies spielt in ästhetisch orientierten Sportarten eine Rolle, beim Ballett / Tanz und Theater und vielen anderen Veranstaltungen wie z.B. im Karneval.

Ebenfalls genutzt wird die Körpernähe in verschiedenen Spielarten sexuell motivierter Nutzung. Diese Interessen werden durch spezielle Materialien, beispielsweise Latex, Spandex  oder transparentes / Netz-Material unterstützt.

Ein weiterer spezieller Einsatzfall der Ganzkörperverhüllung ist die Möglichkeit, sich technisch in der optischen Wahrnehmung „verschwinden“ zu lassen. Die sehr verbreitete Methode, eine Farbe bei einer Filmaufnahme nachträglich durch ein beliebiges anderes Bild zu ersetzen, kann damit auch auf Personen angewendet werden. Und ein mattschwarzer Bodysuit vor mattschwarzem Vorhang konzentriert die Aufmerksamkeit auf die Puppe und nicht auf den Puppenspieler.

Und schlussendlich muss nicht jeder Bodysuit anliegend ausgeführt sein.  Zumindest zwei Anwendungsfälle nutzen die Ganzkörperverhüllung in weiter Variante: Der Strampler für Babies und der Fursuit für Furies (hierzu später mehr).

Gerade beim Selberschneidern im Auge zu behalten ist die geplante Methode, dieses Kleidungsstück an- und ausziehen, oder es sogar den ganzen Tag tragen zu können. Sehr elastische Ausführungen lassen sich ggf. durch einen weiteren Halsausschnitt verlassen. Ansonsten sind je nach gewünschter Variante Verschlüsse einzuplanen: Bei beinlosen Modellen oft Druckknöpfe im Schritt, sonst wohl kürzere oder längere Reißverschlüsse vorn oder hinten. Auch ein Tropfenverschluss ist vielfach möglich.

Kreativen Erweiterungen / Ergänzungen des Bodysuits sind kaum Grenzen gesetzt. Oft zu sehen sind angenähte Röcke unterschiedlichsten Längen und Formen – vom Tutu beim Ballett bis zum bodenlangen, hochgeschlitzten Paillettenmodell als Abendrobe.

 LEOTARD / UNITARD

Der LEOTARD ist benannt nach dem französischen Artisten Jules Léotard, der im 19. Jahrhunderts einen beinlosen Bodysuit bei seinen Auftritten trug. Diese Form hat sich als typischer Turnanzug durchgesetzt, ergänzt durch Strumpfhosen oder Leggings.

Später wurde vom Leotard abgeleitet der UNITARD benannt, der über ein angeschnittenes Hosenteil verfügt.

 RINGER-TRIKOT

Das RINGER-TRIKOT ist eine spezielle Ausprägung des Bodysuits mit angeschnittener, kurzer Hose.  Der enge, glatte Körpersitz garantiert dem Ringer Bewegungsfreiheit und wenig Angriffsfläche zum Festhalten durch den Gegner. Regeln in der Sportart definieren das genaue Aussehen.

SPANDEX

SPANDEX ist die asiatische Bezeichnung für ein besonders bi-elastisches Synthetikmaterial, das sich generell hervorragend zur Herstellung von Bodysuits unterschiedlichster Form eignet. Oft werden aber auch die Kleidungsstücke selbst unter diesem Namen angeboten.

Speziell wird die Bezeichnung Spandex auf für Komplett-Ganzkörperanzüge incl. Kopf, Händen und Füßen verwendet.

 CATSUIT

Der CATSUIT Ist ein eng anliegender Bodysuit mit angeschnittenen langen Beinen und meist langen Ärmeln, mit Halsausschnitt oder Kappe. Verwendet werden elastische Materialien. Unter dieser Bezeichnung werden praktisch ausschließlich Damen-Modelle angeboten.

 TAUCHERANZUG

Auch der TAUCHERANZUG ist letztendlich ein Bodysuit – vom Grundschnitt (angeschnittene meist lange Beine, oft lange Ärmel, Halsausschnitt oder angeschnittene Kappe) einem Catsuit vergleichbar.

 BODYSTOCKINGS

BODYSTOCKINGS sind ein meist aus transparentem / Netz-Material hergestellter, oft ärmelloser Damen-Bodysuit  mit langen Beinen und angeschnittenen Füßen.

 ZENTAI

Ein ZENTAI (japanisch, übersetzt Ganzkörper-Strumpfhose) Ist ein Ganzkörperanzug, der neben dem Rumpf, Armen und Beinen auch Füße, Hände und Kopf bedeckt. Bei den meist dünnen, sehr elastischen Geweben ist die Atmung durch das Material möglich (Achtung! für SelberschneiderInnen solcher Kleidungsstücke) .

Genutzt werden die komplett verdeckenden Bodysuits im künstlerischen Bereich zur Konzentration auf Rolle und Bewegung weg von der darstellenden Person, im Film für die Bluescreen Technik (s. folgenden Begriff).

Generell führt das Tragen des Zentai zu einer weitgehenden Nicht-Erkennbarkeit, zu einer Neutralisierung der Persönlichkeit des Trägers / der Trägerin. Diese Eigenschaft verhilft dem Zentai zu einer Nutzung bei fetischistischen  Aktivitäten.

 BLUESCREEN SUIT

Der Zentai (s. dort) wird in der Filmbranche auch als BLUESCREEN SUIT bezeichnet. Genutzt wird die Eigenschaft, im Film eine definierte Farbe durch eine andere, beliebige Darstellung ersetzen zu können. Dies kann den Träger eines Bluescreen Suits im Film komplett verschwinden lassen, oder auch (mit weiteren technischen Tricks) durch eine andere Darstellung (z.B. einen Affen, einen Alien) ersetzen.

 STAMPLER

Einem den vorgehenden Begriffen völlig anderem Einsatzfall dient der STRAMPLER. Der Strampler ist ein Ganzkörperanzug, meist sehr weit geschnitten aus kuscheligem Material, mit langen Beinen, oft mit Füßen, manchmal mit Kappe/Kapuze, für Babies.

Gar nicht so selten wird der Strampler aber auch in Erwachsenen-Größe als Hausanzug oder als Faschingsverkleidung genäht – Material, Muster und Zubehör entscheidet.

 FURSUIT

Ein FURSUIT (Pelzanzug) ist ein Ganzkörper-Anzug in Tierform. Verhüllt wird der gesamte Körper incl. Händen, Füßen und Kopf. Für die Herstellung der gewünschten Tierform ist eine individuelle Modifikation des Grundschnittes speziell für die Kopfform des Ziel-Tieres und der Tatzen/Klauen/… erforderlich. Eine zusätzliche, entsprechend gepolsterte, teilweise als Futter eingearbeitete Unterbekleidung perfektioniert den Eindruck des Trägers.

Fursuits werden auf Faschingsveranstaltungen, für die Werbung oder als Maskottchen bei z.B. Sportveranstaltungen getragen.

Daneben gibt es eine weltweit anzutreffende Interessengruppe der Fury Fans (auch als Fursuiter, Furries, Furs bezeichnet), die sich aus Selbstzweck gern in Tierkostümen kleiden und sich auf speziellen Veranstaltungen treffen und austauschen.


Das Schnittmuster zum Blog-Artikel:

Schnittmuster zum Artikel:Auf www.passt-online.de stehen zu diesem Artikel Maß-Schnittmuster zum selberschneidern bereit.
BODYSUIT
BODYSUIT ist wohl der allgemeinste, umfassendste Begriff für ein einteiliges, meist anliegendes Kleidungsstück, das einen nennenswerten Teil des Körpers verhüllt. Immer enthalten ist der Rumpf bis in den Schritt, …
Details…

Goodbye EBAY :-(((

10. Januar 2015 4 Kommentare

Seit 9 Jahren ist George – sorry war – gewerblicher Verkäufer bei EBAY mit seinem Schnittmuster-Portfolio. Stets über 99,5% positive Bewertungen, zufriedene KundInnen im deutsch- wie im englischsprachigen Raum, stabiler Umsatz je nach seinem Engagement. Lange Zeit Top-Seller mit entsprechenden Rabatten. Alles Bestens bis dahin.

Nun hat EBAY seine Verkäufer-Bewertungssystematik geändert. Hier wird ihm jetzt zum Verhängnis, dass einige Käufer gern schnell einmal „Artikel nicht erhalten“ geklickt haben, obwohl dies nicht der Fall war und dies auch stets unverzüglich aufgeklärt werden konnte (deshalb liegt die letzte negative Bewertung ja auch 1 Jahr zurück).

LEBENSLANGE SPERRE ALS EBAY VERKÄUFER

Diese Woche wurde George per Serienmail-Textbaustein ohne jede vernünftige einer langjährigen Geschäftsbeziehung angemessenen Ansprache „zum Schutz der Kunden“ wegen „negativer Kauferfahrungen“ und „inakzeptablem Service-Niveau“ persönlich lebenslang als Verkäufer aus EBAY ausgeschlossen.

Seine Versuche der Kontaktaufnahme und Klärung endeten bei einem freundlichen, aber hilflos-uninteressierten Support-Mitarbeiter, der Weiterleitung seines Einspruches und Rückmeldung versprach. Ergebnis war die Wiederholung der Textbaustein-Mail innerhalb weniger Stunden mit dem Hinweis, jeder Widerspruch sei eh sinnlos und er solle ja niemals versuchen, ein neues Account für seine Produkte zu eröffnen – ob da wohl jemand kompetent drauf geschaut hat (rhetorische Frage)? Ist es da beruhigend, dass George bei weitem kein Einzelfall ist, EBAY derzeit in großem Stil unliebsame Verkäufer abschüttelt und Kollateralschäden ohne den leisesten Anflug eines Interesses hingenommen werden?

Glücklicherweise war der Anteil des Geschäfts von George über EBAY gering, sodass hier keine Welt für ihn untergeht. Nicht auszudenken, wenn er wie andere Verkäufer ganz auf das EBAY-Pferd gesetzt hätte.

Aber ein Unternehmen, das jeden Kontaktversuch ignorierend ohne persönliche Prüfung und ohne angemessene Vorwarnung aufgrund einer einzelnen willkürlich neu definierten Kennzahl jahrelange Geschäftsbeziehungen fristlos beendet…

George jedenfalls hat jetzt seine Meinung zu EBAY und wird diese auch mit seinen (auch Unternehmer-)Freunden diskutieren.

Er wird noch einige Tage abwarten, ob sich aus den letzten Verkäufen noch Kommunikationsbedarf ergibt und dann seinen EBAY-Shop und sein Account kündigen. Oder vielleicht ruft ja derweil auch der EBAY Chef an und entschuldigt sich persönlich bei ihm (LeserIn hat schon bemerkt: Hilflosigkeit führt zu Sarkasmus).

Goodbye EBAY, wir hatten einmal schöne Zeiten.

Grüße an Mitbetroffene und Interessierte
George von golden-pattern

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HALLOWEEN

Seit einigen Jahren auch in unseren Gefilden bekannter, wird am Abend des 31.10. zum 01.11. – vor allem von Kindern – Halloween gefeiert.

Halloween – Geschichte und Begriffe

Das Wort „Halloween“ stammt ab von dem irischen „All Hallow’s Eve“, wörtlich „der Abend vor [dem katholischen] Allerheiligen“. An diesem Abend wurde in Irland seit der Christianisierung, so um das 8. Jahrhundert, ein Fest gefeiert. Ganz pragmatisch eingebunden wurden Riten und Gebräuche aus der vorchristlichen, keltischen Zeit.

So haben Elemente des keltischen Totenfests, Verkleidungen zur Vertreibung böser Geister und Freudenfeuer („bonfires“, wörtlich „Knochenfeuer“) Einzug in dieses christliche Event gehalten.

Auch eine alte Sage hatte Raum, in dem ein gewisser Jack Oldfield massiv Streß mit dem Teufel hatte und fortan mit einer ausgehöhlten, kerzenbestückten Rübe durch das Dunkel wandern musste (die „Jack O’Lantern“). Später wurde die Rübe durch den besser verfügbaren und physikalisch geeigneteren Kürbis ersetzt.

Mit der Welle der irischen Auswanderungen im 19. Jahrhundert in die USA und nach Kanada gelangte das Fest über den Atlantik und wurde dort aufgenommen und ausgebaut.

Erst in den letzten Jahren kam die Halloween-Tradition – inzwischen wie bei vielen Festen stark kommerzialisiert – nach Europa zurück und auch nach Deutschland. Das Verhältnis der Erwachsenen zu diesem bei uns wurzellosen (Re-)Imports aus den USA ist kontrovers.  Verbreitet hierzulande ist aber die „gruselige“ Verkleidung von Kindern, die dann Süßigkeiten sammelnd von Haustür zu Haustür ziehen.

Die Halloween Verkleidung

Die typische Verkleidung für Halloween wirkt dunkel und gruselig – gerne gesehen sind Knochen und Skelette. Dies hat seinen Ursprung im keltischen Totenfest und den Geistervertreibungen. Schwarzes oder graues Material ist eine gute Basis, ergänzt durch (Kürbis-) Orange und Rot.

Wer die Polyester-Kaufhaus-Variante scheut (zu Recht, meint der Autor), kann auch leicht selbst eine originelle (und originalere) Verkleidung selberschneidern. Als Vorlage eignen sich viele Schnittmuster mit dem Touch vergangener Jahrhunderte: Lange Kleider und möglichst unförmige Hosen, Weite Gewänder und vor allem Umhänge – vorzugsweise mit weiter Kapuze.

Teilweise lassen sich auch andere Kleidungen für diesen Anlass „upcyclen“. Gothic-Outfits und Piraten-Verkleidungen können leicht im Detail optimiert werden, wie auch alles mit großen Ohren oder gar Hörnern… – schauen Sie einmal mit kreativem Blick in Ihren Kleiderschrank und Ihr Stofflager.

Nähprojekt Kapuzenmantel

Anlässlich von Halloween haben wir dieses Jahr einmal unsere Schnittmuster durchstöbert, was sich so eignet als Verkleidung. Ergebnis: Vieles!

Besonders hervorstechend war der historische  KAPUZENMANTEL von 1643, als wärmende Überbekleidung am kühlen All Hollow‘s Eve bestimmt super und auch angemessen gruselig. Dieses Schnittmuster steht ab sofort bis Halloween 2014 zum kostenlosen Download bereit (mehr unten im Kasten).

Aber auch andere Schnittmuster – KLEIDER, BLUSEN, JACKEN, Mittelalterliche Gewänder wie weite HEMDEN oder BRUCHEN mit dem richtigen Material gearbeitet eignen sich bestens, ebenso Kopfbedeckungen wie der BASCHLIK oder die OHRENHAUBE mit Hörnern.

Echt stressig das Leben als Model…

So entstand auf die Schnelle eine kleine Halloween-Kollektion aus vorhandenen Modellen zur Anregung  (siehe Zusammenstellung oben). Alle Schnittmuster gibt es im Shop von PASST-ONLINE.

Endlich Pause!

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Bis 31.10.2014 kann das Schnittmuster KAPUZENMANTEL kostenlos bestellt werden.So geht es genau:

  1. Auf den Link unten klicken, er führt zum PASST! Schnittmuster Shop; anmelden.
  2. Das Schnittmuster KAPUZENMANTEL bestellen, dabei den Gutscheincode eintragen und einlösen (Preis springt auf kostenlos).
  3. Bestellung abschließen. Das Schnittmuster erreicht Sie als eMail innerhalb weniger Minuten.
KAPUZENMANTEL
Schnittmuster eines KAPUZENMANTELs / KAPUZENCAPEs und einer MASKE – verschiedene Formen und Längen. Verbreitet vom Spätmittelalter bis zum frühen Barock. Eignet sich auch als Halloween-Verkleidung.
Gutschein-Code: hw2014 (gültig vom 11.10.-31.10.2014, danach Listenpreis)
Details…

PS: Traumatisierung unserer Kinder?

Von einem vielleicht zum Nachdenken anregenden Erlebnis in diesem Zusammenhang muss der Autor einfach noch berichten: Auf dem Holländischen Stoffmarkt in Berlin-Spandau hatten wir die Kapuzenmantel-Skelettdame auf unserem Stand als (vielfotografierten) Hingucker aufgestellt.

Eine Dame in den Vierzigern tritt an unseren Stand: „Wie können Sie das machen! Drehen Sie doch wenigstens das Gesicht weg!!!“.

Meinerseits freundliches, aber noch völlig unverständiges Lächeln.

„Na das Skelett“, meint die Dame, „ist ja ekelhaft. Sie verstören ja alle Kinder! Verhüllen Sie das Gesicht!“

„Na es ist doch Halloween und die Kinder…“ war der Ansatz meiner basisphilosophischen Antwort, aber die Dame stürmte bereits laut-vor-sich-hin-schimpfend von dannen.

Nun mussten wir über den Umgang mit dem Tod, Skeletten und Knochen in unserer Kultur diskutieren – darf man dabei lächeln, wenn man einer Skelettdame die Haare aus dem Gesicht streicht? – aber vor allen wollten wir keinesfalls an der dauerhaften Schädigung der Berliner Jugend Schuld tragen.

Die folgende repräsentative Umfrage bei etwa einem Dutzend Kindern zwischen 3 und 10 Lebensjahren an unserem Stand hat aber ergeben: NULL Kinder fürchten sich vor dem Skelett, VIER Kinder drehen verschüchtert den Kopf zur Mama, wenn ein Fremder sie anspricht :-).

PLUDERHOSE / SAROUEL

Seit vielen Jahrhunderten und in vielen Kulturen und modischen Trends verbreitet ist die Pluderhose.

Gerade heute ist dieses optisch interessante, praktische und bequeme Kleidungsstück wieder hochaktuell.

Je nach konkreter Umsetzung wurde und wird die Pluderhose von beiden Geschlechtern getragen (Unisex).

Begriffe und Herkunft

Wer heute eine Pluderhose erwerben möchte, kann diese unter verschiedensten Bezeichnungen im Handel finden.

Pluderhose, Pumphose oder Puffhose  sind deutsche Begriffe für eine europäische Hosenform seit dem beginnenden 16. Jh., in vielen Längen von kurz bis knöchellang getragen. Wie oftmals in der frühen Zeit wurde gern modisch übertrieben, sodass aufgrund der übermäßigen Weite und dem damit gewaltigen Stoffverbrauch das Kleidungsstück gewichtsmäßig wortwörtlich kaum noch tragbar war.

Alltagstaugliche Ausprägungen waren anzutreffen in allen Jahrhunderten seither, oft auch im militärischen Bereich als Teil der Uniform (siehe heute z.B. die Schweizer Garde des Vatikan, Foto weiter unten).

Eine Reihe weiterer Bezeichnungen weist auf den viel früheren,  orientalischen Ursprung und weiteren Quellen dieser Hosenform hin.

Als Haremshose benannt nach dem abgeschlossenen Wohnbereich muslimischer Frauen speziell bei Würdenträgern / Polygamie bzw. der Gruppe dieser Frauen selbst.

Als Aladinhose nach den Vorstellungen von der Figur aus „Märchen aus 1001 Nacht“ mit persischem Ursprung im 3.Jhd, über die Zeit vielfachst übersetzt und modifiziert.

Als Sirwal, Punjabi, Goa Hose mit regional indischem Ursprung.

Als Sarouel arabisch nordwestafrikanisch / französisch.

Oder als Salvar türkisch.

Und (bestimmt nicht) zuletzt auch als Junk Hose bezeichnet, oft weniger weit geschnitten und auf das Material/Aussehen bezogen („altes Zeug, Altstoff“), oft aber nicht von der typischen Pluderhose zu unterscheiden.

Orientalismus

Nie ist dieses Kleidungsstück in weitgehend unveränderter Form wirklich komplett aus der Mode gekommen.

Nach den kulturellen und historischen Wurzeln erlebte die Pluderhose in Europa als Haremshose modische Auferstehung in der Phase des Orientalismus mit Höhepunkt in der zweiten Hälfte des 19. Jh. und den ersten Jahren des 20. Jh.. Gern wurde „orientale“ Exotik zur Schau gestellt und imitiert.

Gebäude im „maurischen Stil“ entstanden allerorts, Karl May schrieb „Durchs wilde Kurdistan“, und in der westeuropäischen Kunst häufte sich das Auftreten der Mohren und Türken (selbstverständlich heute so zu recht nicht mehr politically correct). Ganz besonders beliebt waren leicht bekleidete, sinnlich posierende Haremsdamen (natürlich in Haremshosen), die so anders wirkten…

Siehe Oliver Dennett Grover (1861 – 1927) – Harem Scene (oben) und ein Vergleich mit der damals aktuellen westeuropäischen Mode (Giulio Rosati (1857 – 1917) – The Harem Dance (Ausschnitt, rechts)), alles 1899).

Heute

Bis die Pluderhose wieder in der modernen westeuropäischen Mode aufgetaucht ist, dauerte noch. Ob hierzu die Phase des Orientalismus eine entscheidende Rolle spielte oder die pragmatische Übernahme dieses bequemen Kleidungsstücks durch das Kennenlernen im Rahmen privater und modischer Globalisierung – dies wäre ein Thema ausführlicherer Recherche.

Aber gerade auch aktuell heute (2014) ist die Pluderhose auf den Straßen der Metropolen Europas allgegenwärtig – speziell in der jugendlich-alternativen Szene. Wer Samstags im Sommer in Berlin Kreuzberg den Markt am Maybachufer besucht, wird Händler diese verkaufend und viele Besucher jedweder Nationalität diese tragend antreffen.

 

Ausprägungen

Eine Pluderhose ist eine sehr bis extrem weite Hose mit viel Material in unterschiedlichen Längen von kurz bis knöchellang, die am Bund und am Beinsaum stark gerafft oder in Falten gelegt auf Körpermaß eingenommen wird.

Der Schritt kann hosentypisch hoch angelegt sein, in einigen Ausprägungen aber auch tief und tiefer gelegt sein bis hin zu einer waagerechten Linie Beinsaum=Knöchel – Schritt – Beinsaum=Knöchel. Die große Weite ermöglicht dennoch ausreichend Beinfreiheit.

Am Rumpf wurde die Pluderhose traditionell vor allem durch einen Wickel- oder Tunnelbund gehalten. In historischen Abbildungen ist häufig ein geknoteter Schal oder eine Schnur als Halt zu sehen. Heute kann dies einfach durch ein Bundgummi erreicht werden.

Bei Varianten beispielsweise für orientalischen Tanz darf der Bund dabei gern auch tief auf der Hüfte liegen.

Der Bund bei kann aber auch – häufig heutzutage anzutreffen – in und unter Taillenhöhe durch breites elastisches Material ausgeführt sein, was bequem zu tragen ist und eine ansprechende Linie (schmale gerade Taille, breit aufgebauschte Hüfte) ergibt.

Auch anzutreffen waren und sind feste Formbünde unterschiedlicher Breite und Form, beispielsweise zentral spitz zulaufend. Bei festen Bünden ist ein Verschluss erforderlich, heute wohl meist ein kurzer Reißverschluss bis über die Hüfte seitlich oder hinten, bei Männern auch vorn mit Schlitzbeleg.

Der geraffte Beinanschluss wird einfach erreicht durch ein angesetztes, fast anliegendes Saumband. Raffiniertere Abschlüsse können durch ein Tunnelsaum oder ein angesetztes Bündchen erreicht werden.

Zusätzliche funktionale oder optische Verzierungen können die Pluderhose ergänzen.

In den frühen europäischen Formen (für Männer) ist die Hose oft zweilagig gearbeitet, wobei das Obermaterial in Längsstreifen geschnitten, oft auch zweifarbig, das Untermaterial sehen oder sogar hervorquellen lässt.

 

Im Haremsbereich ist die Hose oft aus transparentem Material, zusätzlich mit zentralem, festerem, blickdichten Schurz oder Rüschenschal abgebildet.

Heute sind stabilere Pluderhosen beiderlei Geschlechts oft mit großen, voluminösen Taschen bestückt bis übersät.

Das Schnittmuster zum Beitrag: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) zur Verfügung. Sie finden auch weitere Lingerie-Schnittmuster und auch alles für darüber.
Schnittmuster PLUDERHOSEN / SAROUEL 
Heute wie seit vielen Jahrhunderten und in vielen Kulturen und modischen Trends verbreitet ist PLUDERHOSE (auch Sarouel, Pumphose, Haremshose, Puffhose, Aladinhose, Sirwal, Goa, Salvar oder Junk Hose genannt). Je nach konkreter Umsetzung wird die Pluderhose von beiden Geschlechtern getragen (Unisex). Viele Varianten in Grundschnitt, Länge, Weiten Bund und Bein, Bünde, Schritthöhe uvm. Für den Alltag, die Freizeit, auch für Bauchtanzkostüme geeignet.
 
Details…