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PHILANIAS

29. Januar 2017 4 Kommentare

Kleider machen Puppen. Viele Gründe gibt es, der Puppe in der Sammler-Vitrine ein individuelles Outfit angedeihen zu lassen: Nach einer eigenen oder berühmten Vorlage, für den besonderen optischen Reiz der Form und Farbe,  speziell für eine Puppenausstellung oder Convention oder – besonders bei Action-Puppen – authentisch für ein Foto- oder Video-Projekt.

Wer selber schneidert, benötigt ein Schnittmuster. Optimal geeignet hierfür sind die PASST! Maßschnittmuster, da dort die Maße der Puppe genau erfasst werden können und so auch – egal wie klein – eine hervorragende Grundlage für das geplante Puppennähprojekt auf Mausklick vom eigenen Drucker daheim ausgegeben wird.

Wer für sein Projekt eine professionelle SchneiderIn sucht, wird im Internet auf PHILANIAS stoßen. So ist auch George fündig geworden bei der Vorbereitung  für künftige Puppen-Schnittmuster-Aktivitäten.

George möchte an dieser Stelle Philania näher vorstellen und empfehlen für individuelle Auftragsanfertigungen für Puppen jeder Art.

Portfolio

Alles, was der Kunde puppenbekleidungsmäßig wünscht: Das genau ist, was Philania aus Stoffen mit Nadel und Faden zaubern kann. Aus Wünschen entstehen Kleidungsstücke oder Kollektionen, die in ihrer Detailtreue und Verarbeitungsqualität ihresgleichen sucht.

Ein Damenjackett für eine 11“ Fashion Doll (Barbie-Größe): Tailliert, funktionale Taschen mit Klappen, Futter, Hakenverschluss mit Fake-Knöpfen passender Größe – perfekt! Eine Bluse mit vorderer, unsichtbarer Verschlußleiste.  Corsagen, die sitzen wie angegossen. 5-Pocket-Jeans in unterschiedlichen Passformen für die weibliche und männliche Puppe von Welt…

Dazu kommen noch die ganz speziellen Besonderheiten der Arbeiten von Philania: In einer speziellen Knüpftechnik (Schiffchenspitze, Occhi, Tatting) in kunstvoller Handarbeit hergestellte Verzierungen, Borten und Gürtel. Und Schuhe, Schuhe, Schuhe.

Action Dolls

Für die Puppenauftragsschneiderin sind Action Dolls ein besonders interessantes Clientel – hat George von Philania gelernt. Besitzer von Action Dolls wollen Ihre Puppen gerne häufiger in anderen, aber stets authentischen Situationen sehen, fotografieren oder gar (Stop-Motion) filmen. Und die authentische Situation erfordert authentische Kleidung.

Ob das Reich der römischen Cäsaren, ob mittelalterliche Burg, Schlachtengetümmel oder Alltagskleidung einer zeitgenössischen Agentenszene – alles ist möglich.

Und eine weitere Besonderheit  bei den  Action Dolls: Hier ist, wohl einzigartig in der Puppenwelt,  die Männerquote erfüllt. Bei Puppe wie Besitzer.

Fashion Dolls

Das Herz der Sammler-Community in der westlichen, speziell anglophilen Welt schlägt vor allem für Fashion Dolls.

Es existieren Größenklassen bei diesen Puppen: am häufigsten anzutreffen sind die 11“-Puppen (Barbie-Größe, Maßstab ca. 1:6). Neben dem Massenmarkt für Kinder bieten eine Anzahl von Herstellern auch hochwertige Sammlerpuppen in dieser Größe an. Praktisch ausschließlich an Sammler richten sich die typischen Größen 16“ (ca. 1:4) und 22“ (ca. 1:3). Aber auch noch kleinere (Puppenhauspuppen (1:12)) und größere (bis ca. 1:2) Fashion Dolls werden benäht. Bei allen Größen gilt: Für passformkritische Kleidungsstücke ist Maßanfertigung erforderlich – selbst innerhalb einer Puppenhersteller-Serie unterscheiden sich Maße nach Jahrgang und Charakter gravierend.

Für Fashion Dolls sind vor allem elegante Roben gefragt – aber auch stets alles Besondere. Die Hose mit echten Taschen und vorderem Verschluss. Die Corsage in der für genau diese Puppe wirklich passenden Form. Das Detail des handgearbeiteten Spitzenausschnitts und der Häkelblume mit Perle. Der elegante genau zum Outfit passend hergestellte Gürtel. Philania fragen.

Wer etwas zum Unterschied von Fashion Dolls zu BJDs lesen mag:  Matt(L)Angel? – die kulturelle Barriere zwischen Fashion Doll und BJD https://selberschneidern.blog/2013/01/04/mattlangel/

BJD

Das asiatische Pendant zur Fashion Doll ist die Ball-Jointed-Doll (BJD), benannt nach der Verbindungstechnik der Gelenke (Kugeln mit Gummibändern, im Gegensatz zu den meist verschraubten/geklickten Plastikgelenken der Fashion Dolls).

Weitere Erkennungsmerkmal der BJDs: Zumeist große Manga-Augen, gerne blass, gerne auch mal spitze Ohren oder Hufe, die weiblichen Exemplare mit großer (oder noch größerer) Oberweite, die männlichen Exemplare – sagen wir mal – metrosexuell.

Auch in unserem Kulturkreis gibt es eine nennenswerte Fangemeinde für BJDs. Vor allem junge Damen in den frühen Zwanzigern (vorher hat Mädchen das Geld für dieses recht teure Hobby nicht *g*)  haben Spaß an diesen faszinierenden Puppen. Sie werden herausgeputzt auf Manga-Conventions oder auch im Cosplay im Partnerlook mit Ihren (wortwörtlichen) TrägerInnen gezeigt.

Schuhe und Accessoires

Die handgearbeiteten, stets farblich perfekt zum Outfit passenden Schuhe sind eine ganz besondere Spezialität von PHILANIAS. In mehrlagige Sohlen werden Kappen und Bänder einarbeitet – wie bei den großen Vorbildern.

Selbst hergestellte, speziell auf das jeweilige Modell abgestimmte, geknüpfte Borten, Zierelemente wie Blumen und Gürtel , alles angefertigt in der jeweils korrekten Größe, lassen die Kleidungsstücke von PHILANIAS besonders detailreich und authentisch wirken.

Auch weitere passende Accessoires wie Taschen, Decken, Kissen u.v.m. sind auf Anfrage möglich.

Schnittmuster

Für passende Kleidungsstücke werden passende Schnittmuster benötigt. Das gilt für Menschen wie genauso auch für Puppen. Aus dieser Erkenntnis heraus arbeiten Philania beim Nähen für Puppen und George für die Schnittmuster zusammen.

Alle PASST! Schnittmuster lassen sich in beliebigen Größen ausgeben; für Menschen wie für Puppen. Einige Standardgrößen für Puppen sind in PASST! bereits verfügbar, aber unbedingt sinnvoll ist (wie beim Menschen) das genaue Vermessen – zu unterschiedlich fallen die Proportionen der Puppen trotz ähnlicher Größe aus.

Aber dann kann das angepasste Wunschschnittmuster nach (Puppen-)Maß direkt ausgedruckt und verwendet werden. Alle hier gezeigten Kleidungsstücke sind nach PASST! Schnittmustern entstanden.

Wer für kleinere Puppen näht, kennt die besonderen Herausforderungen: Das Material muss dünn genug sein und möglichst natürlich fallen; das Nähen ist diffizil und erfordert Geschick (z.B. beim Einnähen der Ärmel oder (mutig!) beim füttern); zu kleine Teile sollten angeschnitten werden. Zu den Besonderheiten des Nähens für Puppen werden Philania und George einmal etwas zusammenschreiben…

Fotos

Puppen-Models am Set sind super! Sie zappeln und quängeln nicht, verlangen kein höheres Honorar, sind auch beim 23. Versuch noch geduldig und statt der coolen angemieteten Location in der Fabrikhalle reicht auch der kompakte Bluescreen-Aufbau am Wohnzimmertisch.  Dagegen fällt auch das ewige Umfallen (Knete und Nylonfaden) sowie der Running-Gag „einzelnes Haar quer über dem Gesicht“ nicht so sehr ins Gewicht.

Wer professionelle Fotos sieht, vermag trotz der Kleine der Models kaum einen Unterschied zu erkennen zum lebenden Vorbild.

Nun ist George sicher kein Foto-Profi. Dennoch lassen sich mit wenig Aufwand recht schnell mit nur sehr wenig Nachbearbeitung für den Blog-Haus-Gebrauch durchaus vernünftige Abbildungen herstellen. Und – darum geht es ja hier – an der Kleidung ist nichts retuschiert.

Kontakt

Die Kleidungsstücke und Accessoires sind hergestellt von PHILANIAS Puppenschatzkammer:

www.etsy.com/de/shop/PhilaniasDollShop

www.philanias-puppenschatzkammer.de

In den kommenden Wochen plant Philania die Teilnahme an folgenden Puppenausstellungen – so können Sie persönlich Kontakt aufnehmen:

18.03.2017: Hamburger Barbie Fashion Doll Convention 2017 http://www.burg-seevetal.de/portal/veranstaltungen/veranstaltungen-11649-10.html

29./30.04.2017: Internationlaer PUPPENfrühling Münster http://puppenfruehling.de/the-show/

Die Schnittmuster für alle gezeigten Kleidungsstücke stammen von golden-pattern Schnittmuster nach Maß. Mit der Maßschnittmuster-Software PASST! lassen sich problemlos auch Puppen benähen:

www.passt-online.de

Weitere Blogartikel zum Thema:

Fashion Dolls: https://selberschneidern.blog/category/fashion-dolls/

BJD: https://selberschneidern.blog/category/bjd/

Alle genannten Markennamen sind Eigentum der jeweiligen Inhaber und werden hier nur als Beispiel zur Anwendung der beschriebenen Kleidungsstücke und Schnittmuster genannt.

Münchner Stadtmuseum

13. Oktober 2016 1 Kommentar

Ein vernieselter Sonntagmorgen in München. Zeit für Museum!

Nur wenige Schritte vom Marienplatz oder vom Viktualienmarkt entfernt liegt das Münchner Stadtmuseum. Schauen wir, was dort speziell für SelberschneiderInnen interessant sein könnte.

Was ist „Typisch München“? Auch für Museumsbesucher sicherlich nicht zuletzt Oktoberfest und Bier. Gezeigt werden einige moderne Trachten, wie sie auch wirklich zahlreichst in diesen Tagen des Oktoberfests auf den Straßen und in den Geschäften der Stadt zu sehen sind.

Interessanter ist da die historische, für Arbeitskleidung damals ungewöhnlich aufwendige Kleidung einer Münchner Kellnerin aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Zusammenstellung aus geschnürtem Mieder, langem Rock und Schürze, Schultertuch und Haube wurde zum Schönheitsideal Münchner Weiblichkeit, erfährt der Besucher. Viel Wissenswertes über die großen Münchner Brauereien und das Brauwesen allgemein inklusive.

Das Highlight im Münchner Stadtmuseum aber ist wohl die obere weitläufige Etage, komplett dem Thema „Puppentheater / Schaustellerei“ gewidmet. Phantastische, unterschiedlichste Puppen-Charaktere, -Techniken und -Welten sind zu bestaunen.

Auf einige puppenerschaffende Künstler wird näher eingegangen, wie beispielsweise auf Walter Oberholzer (1893 – 1980) mit vielen seiner Schöpfungen und seiner kompletten Werkstatt; oder auf Richard Teschner (1879 – 1948) mit Anfang des 20. Jahrhunderts stiltypischen Wunderwerken an Puppenkörpern und –kleidung.

Jeder Schaukasten, jede Spiegelung, jedes Detail in dieser Ausstellung lädt ein zum Schauen und Träumen.

Besuch absolut empfehlenswert!

Für den nächsten München-Besuch schon fest vorgemerkt: 1970 vermachte Hermine von Parish (1907 – 1998) ihr Lebenswerk – eine der umfangreichsten Sammlungen von Druckerzeugnissen zu einfach allem rund um Bekleidung vom 16. bis zum 19. Jahrhundert – dem Münchner Stadtmuseum, welches es seither unter dem Namen „von Parish Kostümbibliothek“ liebevoll weiterführt und der Öffentlichkeit zugänglich macht. Ein vielversprechendes Ziel für künftige Inspirationen – allerdings nur wochentags und auf Voranmeldung.

Auch abseits des Museums – es nieselt noch immer – bietet München eine Vielzahl von anschauenswerten Orten für jeden Geschmack.

Wer das Glück hat, von Ortsansässigen eingeladen am seit einem Jahr reservierten Tisch auf der Galerie den Blick in ein Oktoberfest-Zelt genießen zu dürfen – ein wirkliches Erlebnis, eine ganz bemerkenswerte Stimmung; aus dem Mix Münchner Eingeborener und dem Verständnis fernöstlicher Bonbonfarben-Romantik, aus unglaublichem Geräuschpegel und dem offensichtlichen Widerspruch zwischen Fülle an Menschen und Füllgrad der Maßkrüge.

Oder völlig gegensätzlich am Spaziergang nach Schwabing der Weg durch den Alten Nordfriedhof. Kein anderer Mensch, absolute Ruhe nur Tropfen fallen von Bäumen einzeln hörbar und spürbar. Friede und hingebungsvolle Zuneigung.

Oder selbstverständlich: Trachten shoppen in der Innenstadt.

München – bis nächstes Mal!

Nähen für Puppen?

17. Juni 2016 2 Kommentare

Vergangene Woche…

Der kleine DIN A5 Luftpolster-Umschlag wurde gerade geliefert, liegt jetzt auf dem Schreibtisch. Schon mit Spannung erwartet, wird daraus gleich ein kompletter Maßanzug erscheinen, ein dreiteiliges Business Outfit Bluse, Hose und Sakko. Auspacken – bügeln – fotografieren!

2 Monate zuvor…

Inge mailt George: „Ich habe Euch auf der Leipziger Buchmesse kennen gelernt und Eure Schnittmuster gleich ausprobiert. Ich bin begeistert, habe schon einige Puppensachen genäht. Darf ich die Sachen eigentlich auf Puppenbörsen verkaufen?“

Ein Mailwechsel entsteht. Einerseits typische Klärungen zur gewerblichen Nutzung der Schnittmuster. Aber für George viel interessanter: Inge näht für FASHION DOLLS! Seit mehreren Jahren gärt der Plan spezieller Schnittmuster für die kleinen Menschen-Abbilder in George´s Schublade. Und nicht nur der Plan. Im Anfall von Sammelleidenschaft liegen genau dort auch nicht wenige Dolls aller gängigen  Größen und Herkunft. Und www.dollforce.com wartet seither auf Belebung. Nur keine Zeit gefunden und keinen passenden Geschäftspartner. Eine Chance für diese interessante Nische?

George an Inge: „Wollen wir zusammen puppenmäßig was unternehmen? Näh doch mal etwas aus unseren Schnittmustern,  ich mache ein paar Fotos und dann überlegen wir mal zusammen. “

Wir einigen uns auf ein Outfit für eine 22“ Tonner American Model. Insgesamt selten und teuer und im deutschsprachigen Raum kaum anzutreffen, aber schick und groß genug auch für das eine oder andere Detail und vernünftige Fotos. Inge wird das Outfit schicken, sobald es fertig ist.

Zurück in der vergangenen Woche…

Auspacken … Begeisterung auf den ersten und den zweiten Blick. Die Bluse: Kleine Knöpfe, wie echt, dahinter fast unsichtbar durchsichtige Druckknöpfe für eine authentische vordere Öffnung. Kragen, Abnäher und Manschetten einwandfrei. Die Hose: echte Taschen! und ein überzeugender Hakenverschluss. Und das Sakko erst: Nicht einmal in Originalgröße ist ein solch sauberes Futter mit Bequemlichkeitsfalte im Rücken selbstverständlich.

Bügeln … George – merk Dir – für die Verpackung  der hochwertigen Stücke für den Versand an Kunden brauchen wir ne überzeugende Lösung.

Fotografieren … Glücklicherweise passt das Stück der 22“ AM aus der oben erwähnten Schublade wie angegossen. Einige Fotos für einen ersten Eindruck und zum Diskutieren – es soll ja noch nichts davon in einen Shop. Lernkurve 1: Auch bei den Puppen kommt es auf Maßmode an. Der blauäugige Ansatz von George, das Outfit auch gleich der genau gleich großen Volks Dollfie BJD SD überzustreifen, scheiterte kläglich an Schenkeln und Oberweite. Lernkurve 2: Für den Verkauf von Kleidungsstücken wird anders genäht als für Musterstücke für den Schnittmuster-Verkauf. Das An- und Ausziehen der Stücke mit den „Original“ vorderen Verschlüssen ist mühsam. Sehr. George´s Musterstücke sind meist hinten offen. Und eine zweite 22“ Fashion Doll mit steifen Armen ohne Ellenbogengelenk konnte schlichtweg nicht angezogen werden, ohne das Outfit zu beschädigen.

Einige der entstandenen Fotos sind hier zu sehen. Für einen ersten Versuch auf die Schnelle ist George zufrieden. Und Inge scheinbar auch, sie kann sich eine Zusammenarbeit in Sachen Puppenkleidung vorstellen.

Zukunft…

George wird Inge treffen. Termin und Ort stehen fest. Ein Burgrestaurant – George liebt Burgen…

Interessieren sich genug Leute für das Nähen für Puppen?

Soll und wird es künftig eine Kollektion von Puppen-Schnittmustern geben?

Was könnte entstehen?

Meinungen willkommen.

George wird berichten.


 

Alle PASST! Schnittmuster lassen sich auch für Puppen nähen. Das Outfit im Beispiel ist entstanden  aus den drei variantenreichen Basis-Schnittmustern DAMEN BLUSE, KLASSISCHE HOSE und SAKKO:

Sakko
DAMENBLUSE
Das Basisschnittmuster DAMENBLUSE für passt! ermöglicht mit tausenden einstellbaren Varianten die Grundlage unterschiedlichster Blusenformen für jeden Anlass. Einstellbar sind: …
Details…
Sakko
SAKKO für Damen und Herren
Variantenreiches PASST! Basisschnittmuster für Sakkos in verschiedenen Grundformen geeignet beispielsweise auch für Jackett, Blazer, Smoking, Cut, Frack. Verfügbare Varianten: …
Details…
Sakko
Klassische DAMEN- und HERRENHOSE
Basisschnittmuster klassische HERREN- oder DAMENHOSE. Variabel in Länge und Beinform. Bundfalten und Aufschlag sind wählbar…
Details…

 

Sensation: Erste Fashion Doll der Geschichte!

12. April 2013 2 Kommentare
jórunn matschwiese fundort

Fundort

Im Jórunner Moor nördlich von Lübeck wurde bei Bauarbeiten für einen Besucherparkplatz, vergraben unter einem abgestorbenen Baum, eine kleine Eichenkiste entdeckt,  die wohl einen der bedeutensten archäologischen frühmittelalterlichen Funde dieser Region der letzten Jahrzehnte darstellt.

Bei der behutsamen Öffnung der auf das frühe 9. Jahrhundert datierten Kiste im Museum für Altnordische Geschichte auf Schloss Jórunn-Matschwiese offenbart sich Unerwartetes. Neben typischen Schmuckstücken aus baltischem Bernstein, Bronze und Gold findet sich der eigentliche Schatz: Eine vollständig erhaltene Puppe, bekleidet mit sauber gearbeiteten, zeitgenössischen Kleidungsstücken, einem Trägerkleid mit Unterkleid, die Fibeln symbolisiert durch kleine Silberknöpfe mit Hornrahmen, gegürtet mit einem schmalen Lederriemen. Den Kopf bedeckt ein gefaltetes und hinten geknotetes quadratisches Leinentuch aus dem Material des Unterkleides. Die Puppe selbst, zweifelsfrei weiblichen Geschlechts, besteht aus graubraunem Leinen, gefüllt mit Stoffresten und Gänsedaunen, durch geschicktes Stopfen an den Gelenken beweglich gehalten. Größe und Proportionen erinnern stark an die heutigen BJDs oder Modepuppen.

jórunn matschwiese puppe

Puppe

Möglich wurde die extrem lange, fast unbeschädigte Erhaltung dieser leicht kompostierbaren textilen Sensation durch den sauerstoff- und organismenfreien Abschluss in der kleinen, aber massiven Eichenkiste ein gutstück vergraben im Moor. Mit großem Glück wurde das äußerlich eher unscheinbare Objekt bei den Baggerarbeiten von Planierraupenführer Leo T. erspäht: „Zuerst dachte ich mir: Wer versteckt da wohl eine Zigarrenkiste im Naturschutzgebiet?“.

Liebevoll von den Experten restauriert, ihr Alter von 1200 Jahren nur noch Experten offenbarend, kann diese erste Fashion Doll der Geschichte jetzt ab 01. April 2013 besichtigt werden in dem speziell neu hergerichteten zentralen Präsentationsraum des Schlosses. In der begleitenden Sonderausstellung „Matsch und Mode – Kindererziehung in der Wikinger-Zeit“ erfahren Sie darüber hinaus bis 26. Juli 2013 viel Wissenswertes über die Kultur dieser Zeit und Details zur Ausgrabung und Restauration dieses bemerkenswerten Fundes.

jórunn matschwiese kleidung

Puppe in Kleidung

Einen Besuch absolut wert!

PS: Dieser Text steht unter „Geschichten“, nicht unter „Artikel“ oder „Orte“, niedergeschrieben am ersten Tag des Monats April.

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„Irgendwie krank!“…

12. März 2013 1 Kommentar

…war der erste, spontane Kommentar George´s Tochter bei der Diskussion über das bevorstehende Fotoshooting für den Start der Fashion Doll Fashion Plattform DOLLFORCE.

War doch der Autor letztens ganz harmlos und blaugrauäugig beim Umschauen, wo denn selbergeschneidert wird auf dieser Welt auf einige amerikanische Fashion Doll Magazines gestoßen. Weshalb nicht einmal einige interessante Schnittmuster für Modepuppen herausbringen?

Dass kleine Mädchen mit Puppen spielen, wird kulturell weitgehend akzeptiert. „… zur Prägung und Vorbereitung auf die spätere gesellschaftliche Position und Rolle…“, wie früher einmal analysiert wurde.

Der Zielleser dieser Magazine ist aber sicher kein Kind. Der Spruch über japanische Kleinwagen aus den 1970ern stimmt hier nur zur Hälfte: „Für Erwachsene zu klein, für Kinder zu teuer“. Eine große Zahl gestandener, ganz normaler (später hierzu mehr) Erwachsener frönen dem Hobby des Sammelns und der Gestaltung von Modepuppen.

„Ich kenne niemanden, der sich mit Puppen beschäftigt.“, argumentiert George´s Tochter. Stimmt. Warum eigentlich bei den beachtlichen Auflagen dieser Magazine? Aber kennen Sie jemanden, der Jungle Camp schaut oder BZ liest? Wer etwas recherchiert, kommt schon den Communities aber schnell auf die Spur.

Was treibt die Frau oder (seltener wohl) den Mann von heute dazu, als Hobby Puppen zu sammeln? An diesem Punkt kommt die Tochter-Vater-Diskussion nicht recht voran. Vieles kann man mutmaßen, unterstellen, mit in den Zeitschriften erspähten Indizien zu belegen versuchen – nur ist George wohl eher Nerd als Sigmund II. und Töchterchen hätte ihre Abschlussarbeit statt über Mental Economics  besser schreiben sollen über „The Psychology of Fashion doll collectors“.

Keinesfalls scheinen George sittlich stärker bedenkliche Motivationen bei der Beschäftigung mit den Puppen vorzuliegen, was aber sehr kontrovers diskutiert wird. Am ehesten vielleicht Kunst? Mit Malerei oder Fotographie oder (einigen) MTV Videos vergleichbar?

Wieviel Traurige Augen und Schmollmund ist normal? Wie viel Nacktheit und welche Pose ist erlaubt? Was trägt die modebewusste Puppe von heute? Ist ein Unterschied zu machen in der Bewertung eines abgebildeten Menschen und einer Puppe in einem Gothik-Magazin? Ist das Fesseln mit roten oder blauen Seilen angemessener? Und so weiter.

George´s Tochter jedenfalls konnte sich schlussendlich für ihr Weltbild wie Seelenwohl mit folgender Erkenntnis beruhigen: „Ach George, ich habe kein Problem damit, dass Du Dich mit dem Fashion Doll Thema beschäftigst. Du hast ja nur den kapitalistischen Aspekt des Umsatzwachstums in diesem Nischenmarkt im Auge.“. Gut so.

George selbst aber hat jetzt vermutlich Angst vor einem Outing. Niemals dürfte jemand erfahren, wenn er die kleinen Plastikfiguren mit den leuchtenden großen Augen und den liebevoll gestalteten Gewändern ins Herz geschlossen hätte…

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MATT(L)ANGEL?

4. Januar 2013 1 Kommentar

MATT (L) ANGEL?
oder
Die kulturelle Barriere zwischen BJD und Fashion Doll

Der Autor ist derzeit bei Recherchen zur Vorbereitung eines Schnittmuster-Projektes für Fashion Dolls.

Für das Schneidern von Musterstücken werden „Models“ der verschiedenen gängigen Puppengrößen benötigt, also fleißig Marktbeobachtung und gezieltes eBay-Shopping. Nicht ganz trivial: Wenn zugunsten von Versandzeiten und Zollformalitäten europäische Angebote bevorzugt werden, ist das Angebot und die Anbieterzahl übersichtlich und Auktionspreise der Puppen steigen locker einmal deutlich über den Neuwert. Aber von je etwa 10 Puppen – in der letzten Minute nur bis zum eisern eingehaltenen Limit beboten – wird eine Puppe günstig erhascht. So wächst in den Wochen der Vorweihnachtszeit die Sammlung der BJDs und Fashion Dolls für den Start der Modelinie im Frühjahr.

Großes Glück, eine der limitierten RanD ANGEL von R&D Taiwan recht günstig zu ersteigern, wohl da im Angebotstext nicht das instantly teure  „BJD MSD“ erwähnt wurde sondern die erheblich preiswertere Formulierung „Puppe in Tonner-Größe“. 16 Zoll sei Dank!

Mann ist schwer zu bekommen: Ohne zu große Verzögerung benötigten die vielen, anfangs wohl übermotiviert bebotenen Fashion Doll Tonner Tyler 16“ Damen der unterschiedlichsten Haarkolorationen einen Partner. Nach vielen Gebots-Niederlagen dann Erfolg bei einem Tonner MATT, slightly überbezahlt, aber supernetter Kontakt zur Verkäuferin und – was soll‘s.

Jetzt liegen Tonner Matt und R&D Angel zusammen in der Kiste. [Anm. d. Autors: Er sammelt seine neuen Models im Moment noch in einer Kiste gestapelt, inventarisiert und vermessen, bevor sie dann neu eingekleidet nach dem Fotoshooting einen angemessenen Platz in der Show-Vitrine einnehmen werden…]

Schon bei der Vermessung fiel auf, dass Matt und Angel ein hübsches Paar abgeben würden. Bei den ersten Fotos steht Matt noch brav hinten neben seiner zugeordneten Tyler, während Angel sich frech in der Mitte der ersten Reihe positioniert. Aber später zurück in der Kiste liegen die Beiden plötzlich nebeneinander…

Matt und Angel werden es nicht leicht haben. Scheinen doch viele Widerstände die dauerhafte Zweisamkeit zu bedrohen:

Naheliegend (wortwörtlich) und verständlich: Wird Tyler im Karton schräg darunter wohl eifersüchtig sein?

Fashion Doll und BJD. Werden die kulturellen Barrieren der in fast sämtlichen demographischen Aspekten gegensätzlichen Klientel dieser beiden Sammler-Gemeinden die aufkeimende Liebe zermürben? [Anm. d. Autors: Wer mag, absolut spannend, beispielsweise in Facebook-Auftritten die Menschen, die Aussagen, die Dolls, das Umfeld bei Tonner-Veranstaltungen mit z.B. einer Anime Convention zu vergleichen!]

Und nicht zuletzt die Beiden selbst. Angloamerikanisch coole Übereleganz trifft fernöstlich geformte Naughtiness. Während Matt oft etwas steif rüberkommt, ist Angel aufgrund ihrer losen Joins tendentiell überaktiv. Wird der künftige Alltag der Models mit der branchenüblichen Bissigkeit im Wettbewerb um Gelenkezahl, Positionierbarkeit, Hautverfärbungen und Google-Erfolg Einfluss haben auf die gemeinsame Arbeit oder die Freizeit in der Kiste?

Und ja noch eine vierte, existentielle Bedrohung: Wird der Autor Matt oder Angel vielleicht wieder verkaufen und das Paar so brutal auseinanderreißen? [Anm. d. Autors: niemals! – versprochen.]

Werden Matt und Angel ihr gemeinsames Glück finden?

Time in der Kiste will tell.

Oder wie ist Ihre Meinung?

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