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AG Recyclingmode

28. April 2016 2 Kommentare

Konzentriertes Arbeiten. Die fünf Mädchen und die beiden Betreuerinnen sind ganz vertieft ins Trennen, Sortieren, Entscheiden, Kleben, Schneiden, Stecken und Nähen. Neues soll entstehen, kreativ, selbst geschneidert aus Altem.

Möglich ist dies als gemeinsames Projekt „Arbeitsgemeinschaft Recyclingmode“ zwischen der Grundschule am Roederplatz in Berlin Lichtenberg und dem Büro der umweltpolitischen Sprecherin der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus Berlin, Marion Platta.

Tabea Piotrowski, Mitarbeiterin des Büros, ist in ihrer Freizeit begeisterte Cosplayerin und hat so hobbybedingt sowohl viel Erfahrung an der Nähmaschine wie auch ein Gefühl für phantasievolle Outfits. Von ihr stammt die Idee, den Kindern einerseits das Nähen bei- und nahezubringen wie auch dies zu verbinden mit dem Recycling-Gedanken und Wissen und berechtigt kritische Gedanken zur Produktion preiswerter Massenkonfektion.

George, der die Schnittmuster für das Projekt bereitgestellt hat, durfte einmal schauen kommen in den Arbeitsraum im Polikum am Fennpfuhl in Lichtenberg – und nutzte natürlich die Gelegenheit gleich, der Büroleiterin der Linken Frau Beck einige Fragen zu stellen:

George: „Die Mädchen scheinen Spaß zu haben!“.

Frau Beck: „Ja tatsächlich. Sie sind mit Eifer bei der Sache. Und sie lernen schnell. Alle in der 5. oder 6. Klasse, so um die 12 Jahre alt.“.

George: „Was ist das Ziel des Projekts Recyclingmode?“.

Frau Beck: „Es geht um die Wiederverwertung von Textilien, es sollte nicht alles erst billigst gekauft und dann einfach weggeworfen werden. Und die Probleme, die bei der Herstellung von Kleidungsstücken vor allem in Billiglohnländern entstehen.“.

George: „Das klingt aber nicht gerade nach Spaß. Wie vermitteln sie diese Gedanken?“.

Frau Beck: „Der Ansatz von Tabea mit dem Nähen aus alter Kleidung ist hervorragend. Allein durch das Trennen der alten Stücke, der Auswahl geeigneter Stoffabschnitte und des eigenen Erfahrens des ganzen Prozesses von der Schnittmuster-Auswahl über das Zuschneiden und Nähen wird der Wert des fertigen Kleidungsstücks plötzlich ganz anders eingeschätzt. Und das ist ein Erfolgserlebnis, das macht Spaß. Abschließend ist eine kleine Modenschau geplant.“.

Frau Beck: „Daneben haben wir hier Zeit zum Sprechen, geben Hintergrundinformationen. Die Mädchen lesen die Schilder in den mitgebrachten Stücken, in welchen Ländern sie hergestellt wurden. Wir sind gerade am Vorab-Sichten von Videos über die Arbeitsbedingungen in der Konfektionsherstellung in diesen Ländern, müssen aber noch entscheiden, was wir den Kindern zumuten wollen. “.

George: „Fünf Mädchen sind nicht viele.“

Frau Beck: „In dieser Gruppengröße können wir uns um alle kümmern. Die Näherfahrungen sind sehr unterschiedlich. Und über die Gruppe hinaus wird die Idee auch verbreitet. Die Familien werden einbezogen bei der Suche nach Materialien. Und in der Schule wird darüber gesprochen. Richtige kleine Multiplikatorinnen.“.

George: „Schade, dass kein Junge dabei ist. Brauchen wir eine Quote?“.

Ein Mädchen aus der Runde, die das hört: „Jungen nähen doch nicht!!!“.

Frau Beck in die Runde: „Es gibt eine ganze Reihe von Jungen und Männern, die gerne nähen. Kennt ihr die Musikgruppe Puhdys? Die haben anfangs viele Ihrer Auftrittskostüme selbst genäht.“.

Frau Beck zu mir: „Wir hoffen, es gibt nach dieser ersten Nähgruppe im kommenden Schuljahr weitere Gruppen. Da schauen wir mal…“.

 

George: „Jetzt haben Sie aber kurzfristig noch Größeres vor.“.

Frau Beck: „Ja. Wir planen gemeinsam mit der Schule, der Direktorin Frau Daunke, die Bewerbung der Gruppe am jährlichen ökologischen Wettbewerb „Berliner Klimaschulen“; die Zusammenstellung der Bewerbungsunterlagen läuft gerade an.“.

George: „Danke für Ihre Zeit. Viel Spaß weiter mit den Kindern, dem Projekt und viel Erfolg beim Wettbewerb!“.

Die „Arbeitsgemeinschaft Recyclingmode“ kommt erst seit wenigen Wochen ein Stündchen wöchentlich zusammen. Toller Ansatz. George freut sich über diesen über den eigentlichen Zweck hinausgehenden Sinn von Schnittmustern und über einen erneuten Beweis, dass sich das Selberschneidern in den letzten Jahren immer weiter verbreitet und verjüngt.

Ein Bericht zum Abschluss dieser Gruppe mit Fotos der Ergebnisse folgt.

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Das Paradigma der Gradierung

1. Februar 2016 3 Kommentare

golden-pattern Schnittmuster nach Maß

Seit sehr vielen Jahrhunderten befassen sich die Menschen mit der Herstellung zunehmend den Körperformen angepasster, individueller Kleidung. Die Kleidung wird zumeist aus in Bahnen gewebten Stoffen pflanzlichen oder tierischen Ursprungs hergestellt. Um aus diesen zweidimensionalen, rechteckigen Stoffbahnen den oft stark dreidimensionalen Menschen zu verhüllen, haben unsere pfiffigen Vorfahren Schnittmuster mit raffiniert geschwungenen Formen erdacht, die an den Kanten zusammengenäht den überaus komplexen menschlichen Körperbau überraschend perfekt umschließen können.

Nun sind Menschen sehr unterschiedlich gebaut. Nicht nur, dass sie mehrheitlich dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht mit jeweils spezifischen Körperformen angehören; sie sind auch sehr klein bis fast schon riesig; sie sind spargeldürr bis extraknuffig.

Aus diesem Grund ist Kleidung in sehr unterschiedlichen Abmessungen erforderlich. Solange die Herstellung zumeist im Haushalt erfolgte, war eine ganz pragmatische „Maßschneiderei“ üblich: Grob zuschneiden, anprobieren, optimieren, zusammennähen.

Spätestens mit Einzug der industriellen Produktion von Kleidungsstücken waren aber Regeln für die Maße der Kleidungsstücke/Schnittmuster erforderlich. Alle Menschen wurden in „Konfektionsgrößen“ eingeteilt, je nach Land, Kultur und Komplexität der Kleidungsstücke in vielleicht so um die 100. So gibt es in Deutschland beispielsweise Konfektionsgrößen für Babies, Kinder, Jugendliche, Damen und Herren, die beiden letzteren auch in normal, kurz und lang, und der Herr (wie fies!) alternativ auch mit Bauch. Es seien einmal beispielhaft die deutschen Damengrößen 36 oder 44 genannt.

 

golden-pattern Schniottmuster nach Maß

Die Gradierung

Um Kleidungsstücke herstellen zu können, sind Schnittmuster in den einzelnen Konfektionsgrößen erforderlich. Ein Designer hat die Form für z.B. ein Kleid entworfen, ein Ur-Schnittmuster in einer definierten Größe (z.B. Damen 36) wird erstellt. Und daraus werden dann alle anderen gewünschten Größen nach Regeln abgeleitet (38, 40, 42, …): das nennt sich Gradierung.

Zur Anleitung dieser Gradierung entstanden in den letzten 150 Jahren Unmengen von Fachliteratur, inhaltlich und formal überraschend ähnlich. Da werden „Sprungwert-Tabellen“ verwendet, eine „Interpolation“ zwischen Größen wird erforderlich, Sätze zur Konstruktion sind niedergeschrieben wie „… ein Zwölftel des Hüftumfangs plus 1,5 cm rechtwinklig zu …“.

Die generelle Logik der Gradierung ist die Definition festgelegter Stufen bei bestimmten Körpermaßen in Zentimetern (oder der jeweils landestypischen Längeneinheit) zwischen den einzelnen Konfektionsgrößen – so liegen zwischen der Konfektionsgröße Damen 36 und Damen 38 im Hüftumfang genau xx,x Zentimeter.

 

Gradierung kontra Mensch

Aus der Vorgehensweise zur konfektionierten Kleidungsherstellung an sich und der Gradierung ergibt sich eine Reihe von Problemen.

Als erstes und wichtigstes entspricht statistisch kaum ein Mensch einer der festgelegten Konfektionsgrößen. Schauen wir uns nur einmal die für die Passform existentiellen Maße Körpergröße, Brust-, Taillen- und Hüftumfang an. Wohl niemand von Ihnen werten LeserInnen wird in einer Konfektionsgrößen-Tabelle exakt die korrekten Werte finden. Schlimmer noch: Die Proportionen passen wahrscheinlich nicht besonders. Vielleicht sind Sie zu groß, die Taillenhöhe falsch oder das Hinterteil zu rund…

Weiterhin sind die Regeln zur Gradierung für Menschen nahe des Zentrums der Normalverteilung aller auftretenden Maße und Proportionen ausgelegt. Die Gradierung schwächelt bei vielen selteneren Proportionen – speziell bei den knuffigeren ZeitgenossInnen – und versagt allein schon durch die Nennung konkreter Längenangaben völlig für die Herstellung von Kleidungsstücken in untypischen Körpergrößen, z.B. für Puppen.

 

Das Paradigma der Gradierung

Die Grundlagen der heute praktisch unverändert genutzten Schnittmuster-Gradierung sind entstanden in Zeiten von Papier und Stift und manueller Grundrechnung. Mit diesen Möglichkeiten entstanden – teilweise durch Anpassung praktischer Erfahrungen – bestmögliche Algorithmen für die Konstruktion typischer Kleidungs-Schnittmuster: Kleid und Rock, Hose und Sakko. Es wurden die häufigsten Standard-Konfektionsgrößen der Menschen festgelegt und dokumentiert und Algorithmen zur Abbildung der Schnitt-Teile, mit festen Größenannahmen, Abständen und Abstufungen in Zentimetern.

Generationen von Fachbuch-AutorInnen, Schnittmuster-Hersteller und SchneiderInnen arbeiten seither mit diesen Ansätzen, einem Paradigma, fest verankert in den Köpfen aller Insider.

George erinnert sich an ein Projekt-Kickoff zur Maßschnittmuster-Veröffentlichung mit einem Modeverband. Gespräch mit der Schnittmuster-Verantwortlichen, einer verdienten Dame und anerkannten Fachbuch-Autorin.

Dame:  Wie gradieren Sie von 32 auf 34?

George: Was ist gradieren? Was ist 32 und 34?

Dame: (erst sprachlos — dann abschließendes, George die Qualifikation absprechendes Gebrabbel)

Das Projekt wurde nach dem Workshop eingestellt. Die innovative Projekt-Initiatorin und –Leiterin konnte sich gegen die einflussreiche Schnittmuster-Expertin nicht durchsetzen.

Nun sind Paradigmen an sich nichts Schlechtes. Der Glaube und erste Gedanke „Das MUSS so sein, das war IMMER schon so!“ spart Zeit und viel Chaos durch sonst drohendes, unendliches Trial and Error. Aber das Thema Gradierung wäre reif für einen Paradigmen-Wechsel…

 

golden-pattern Schnittmuster nach Maß

Modulieren statt Gradieren

Der Form des einzelnen Menschen und damit auch die Schnittmuster-Teile für umhüllende Kleidung sind definiert durch eine Anzahl von relevanten Maßen. Einige davon sind beispielsweise Körpergröße, Brust-, Taillen-  und Hüftumfang. Diese Maße stehen in bestimmten Abhängigkeiten zueinander, um eine menschliche Form abzubilden, streuen aber weit in den absoluten, stufenlosen Werten wie in der Proportion zueinander. So kann beispielsweise der Taillenumfang sowohl deutlich kleiner als auch deutlich größer sein als der Brust- und/oder der Hüftumfang. Die möglichen Kombinationen der einzelnen Maße ergeben eine nahezu unendliche Anzahl auftretender menschlicher Formen.

So muss jeder Versuch scheitern, mit einer Standard-Konfektionsgröße (= abgestufte, festgelegte Proportion) ein für irgendeinen Menschen wirklich passendes Schnittmuster bereit zu stellen.

Nun ist in der Konfektionsherstellung wohl eine Gradierung erforderlich und eine wirtschaftlich bedingte Konzentration auf den Mittelwerts-Menschen verständlich und statthaft. Anders als in anderen Industrien ist der Weg zu „Losgröße 1“ noch kaum angedacht.

Für die Bereitstellung von Schnittmustern für SelberschneiderInnen ist eine Einteilung in Standard-Konfektionsgrößen aber überholt; ein Relikt aus Zeiten von Kurvenlineal und Bleistift, aus Logistik- und Lagerkosten der Schnittmuster-Verlage und der Stoffabteilung des Kaufhauses als Bezugsquelle.

Neue Algorithmen – nennen wir sie Modulierung –  berücksichtigen die Maße des Menschen wie sie sind: vielfältig und stufenlos. Die Größe 38 ist nur noch eine willkürlich festgelegte Ausprägung von Maßen, genau wie die Maße von Ihnen, Ihrem Partner, Ihren Kindern oder Ihrer Puppe oder auch mir jetzt genau am heutigen Tag.

Modulierte Schnittmuster bieten eine gravierend bessere Passform für die Herstellung von Kleidungsstücken als gradierte Schnittmuster jemals in der Lage wären zu liefern.

 

golden-pattern Schnittmuster nach Maß - PASST!

Schnittmuster nach Maß mit modulierenden Algorithmen

Die Schnittmuster von golden-pattern® Schnittmuster nach Maß werden individuell konsequent nach modulierenden Algorithmen erstellt. Jedes Ihrer Maße zählt zur Ausgabe einer bestmöglich passenden Konstruktion Ihres Wunschkleidungsstücks.

Die Maßschnittmuster-Software PASST! (für Windows-PCs) können Sie sofort, kostenlos und unverbindlich ausprobieren mit dem ebenfalls kostenlosen Probe-Schnittmuster TSHIRT.

golden-pattern Schnittmuster nach Maß - PASST!

 

Kostenloser Download der Maßschnittmuster-Software PASST! und des variantenreichen Basis-Schnittmusters TSHIRT:

www.passt-online.de 

 

Viel Spaß beim Selberschneidern!

NÄHMASCHINENTISCH

29. April 2015 1 Kommentar

Rückenschonend, platzsparend und transportabel: Innerhalb weniger Stunden entstand dieser höhenverstellbare NÄHMASCHINENTISCH aus günstigen Standardkomponenten vom Baumarkt. Falls Interesse besteht, kann George einmal eine Bauanleitung zusammenstellen…

So stand es auf der golden-pattern Facebook Seite – und es bestand Interesse – hier also die versprochene Anleitung zum Selberbauen:

Anlass und Idee

Erste Test- und Musterstücke neuer Schnittmuster von golden-pattern entstehen oft im Home-Office bei George. Das Büro ist eigentlich für das Selberschneidern nicht speziell ausgerüstet – die gängige Haushalts-Nähmaschine wartete im Lager und wurde bisher zur Nutzung auf den Esstisch gestellt.

Diese minimalistische Lösung hatte zwei wesentliche Nachteile:  Erstens war der Esstisch trotz aller Stuhlwechselversuche etwas zu hoch; nach wenigen Stunden, spätestens am zweiten Tag lauerten Rückenverspannungen. Zweitens war zum Abend das gemeinsame Familienessen behindert – Wegräumen und Fusselentfernen war lästig.

Deshalb die Idee, die Nähmaschine auf einem speziellen, ergonomischen, transportablen, immer bereitstehenden Nähmaschinen-Tischchen zu platzieren, das bei Bedarf jederzeit komplett vom Lager neben  den Schreibtisch getragen werden und dort auch solange benötigt verbleiben kann.

Konstruktion

Folgende Anforderungen  sollten bei der Konstruktion des Nähmaschinentischs erfüllt werden:

  • Größe und Gewicht sind in einem Rahmen, um von einer Person incl. Nähmaschine von Raum zu Raum getragen werden zu können.
  • Ergonomie: Versenkung des Nähmaschinenfußes auf die höhenverstellbare und deshalb stets optimale Arbeitsebene.
  • Alles stabil beisammen und bei Bedarf möglichst schnell einsatzbereit.
  • Alle erforderlichen Komponenten sind schnell, einfach und nicht zu kostspielig zu beschaffen.
  • Der Tisch ist ohne viel Werkzeug oder Spezialwissen schnell und einfach zusammenzubauen.

Also schnell eine Skizze gemacht und losgefahren,  um alles Notwendige zu beschaffen.

Beschaffung

Alle für diesen konkreten Nähmaschinentisch erforderliche  Komponenten wurden im Bauhaus und bei Ikea beschafft – George bekommt aber keine Prozente hierfür und  es können auch beliebige andere Häuser mit bestimmt genauso geeigneten Produkten aufgesucht werden.

Hier die Material- und Werkzeugliste:

Noch Hinweise zu einzelnen Komponenten:

Als Kompromiss zwischen Arbeitsfläche und Transportierbarkeit wurde als Arbeitsplattengröße 80×40 cm gewählt. Die reicht komplett für kleinere Arbeiten, und für große, unhandliche Stoffteile kann bei George der direkt angrenzende Schreibtisch mit zur Ablage genutzt werden.

Zur genauen Definition des Abstandes zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte (= Höhe des Nähmaschinenfußes) wurden aneinander verschraubte Winkel gewählt, die sich ohne zusätzliche Vorbereitungen durch die vorhandenen Löcher für unterschiedliche Höhen zusammenfügen ließen (s.Detailfoto).

Der Kabelkanal zur Aufnahme des Nähmaschinenanschlusses, der überschüssigen Länge des Fußschalter-Anschlusses und des Leuchtenkabels wurde nicht neu gekauft, sondern war von einem früheren Schreibtischkauf in dem genannten Möbelhaus übrig (ob es genau diesen Typ noch gibt? – aber ähnliche bestimmt).

Bei Auswahl der Steckdosenleiste ist vor allem zu beachten, dass seitlich Laschen für eine Wandmontage angebracht sind für die spätere Befestigung am Tisch. Ein Schalter in der Steckdose ist praktisch, um alles zusammen stromlos zu machen. Auch die Anschluß-Längen sind bei den einzelnen Modellen sehr unterschiedlich – vielleicht kann eine zusätzliche Verlängerungsschnur eingespart werden.

Je nach konkreter Auswahl der Winkel und der Platten muss die genaue Dimensionierung der Schrauben festgelegt werden: Die Gewindeschrauben  müssen durch die Winkel-Löcher passen und in der Länge jeweils zwei Winkel aufeinander schrauben können. Die Holzschrauben müssen Winkel und Beine sicher an den Holzplatten halten, die Plattendicke aber nicht durchstoßen. Also hier nochmal vor Ort genau schauen.

Alles beisammen? Dann jetzt zusammen bauen.

Zusammenbau

Außer dem puren Zusammenschrauben der Einzelteile ist bei dieser Ausführung des Nähmaschinentischs nur an einer einzigen Stelle wirklich Hand anzulegen: Beim Ausschnitt in der Arbeitsplatte für die Nähmaschine.

Die Anzahl der benötigten Werkzeuge ist übersichtlich:

  • Der Nähmaschinen-Ausschnitt gelingt am besten mit einer Stichsäge.
  • Schmirgelpapier verschiedener Körnungen sorgt für späteres splitterfreies Nähen.
  • Ein Schraubenzieher und ggf. einen Schraubenschlüssel / eine Zange für die Holz- und Gewindeschrauben.

Schauen wir uns die Arbeitsgänge jetzt einmal genauer an:

  1. Die Nähmaschine soll in die Arbeitsplatte zur Arbeitsebene bündig versenkt werden und darunter auf der Bodenplatte stehen. Hierzu den Fuß ausmessen und die persönlich bevorzugte Position in der Arbeitsplatte einzeichnen. Bei dieser konkreten Ausführung wurden die Anschluss-Leitungen der Nähmaschine gleich noch geschützt, sowie Befindlichkeiten von George als Linkshänder berücksichtigt. Noch wichtig: Für den Tausch des Unterfadens kann die Maschine leicht herausgehoben und diagonal auf den Plattenausschnitt gestellt werden.
  1. Jetzt ist es an der Zeit, alle Kanten der beiden Platten mit feinem Sandpapier rund und absolut splitterfrei zu schleifen, damit später der Stoff keinen Schaden nimmt. An den Baumarktplatten war hier nicht mehr viel zu tun, vor allem aber an dem gerade gearbeiteten Ausschnitt.
  1. Ein zweiter für die Funktion wesentlicher Arbeitsschritt ist die Vorbereitung und Befestigung der Winkel für den gewünschten Abstand von Arbeitsplatte und Bodenplatte. Hier ist etwas probieren angesagt. George hatte Glück: Je 2 Winkel konnten genau zur Höhe des Nähmaschinen-Fußes zusammengeschraubt werden (notfalls passende Löcher in die Winkel bohren). Insgesamt 6 vorbereitete Winkelpaare halten die Bodenplatte unter der Arbeitsplatte und werden mit den Holzschrauben unter der Arbeitsplatte und an der Bodenplatte angeschraubt (Bild s. oben).
  1. Zeit für die Beine: Jeweils in den Ecken der Arbeitsplatte mit Holzschrauben befestigen. Jetzt das im Rohbau fertige Tischchen einmal auf die richtige Höhe einstellen, die Nähmaschine platzieren und schauen, ob es behagt (Stichpunkte Beinfreiheit, Zugänglichkeit der Bedienelemente der Nähmaschine, Ablagefläche etc.) (Bild s. oben).
  1. Jetzt kann der Kabelkanal hinten unter die Arbeits- oder Bodenplatte geschraubt werden.
  1. Die Steckdose hält angeschraubt unter der Arbeitsplatte, seitlich an der Bodenplatte oder – wie im konkreten Fall – mit 2 Winkeln am Kabelkanal (Bild s. oben).
  1. Als letztes noch eine Arbeitsleuchte mit hellem LED-Licht an der Arbeitsplatte befestigt: Zum einen ist George das eingebaute Nähmaschinen-Leuchtchen zu funzelig, zum anderen brauchen gelegentlich geschossene Muster-Fotos mehr Lumen.
  1. Alles noch stolperfrei verkabeln, anschließen,

Fertig!

Losschneidern!

 Optionen

Der Nähmaschinentisch von George ist mehr auf Einfachheit ausgelegt als auf Eleganz und handwerkliche Perfektion – erfahrenere Hobbybastler werden wahrscheinlich schon hier und da die Nase gerümpft haben. Nachfolgend einige Anregungen zur Optimierung für diesbezüglich anspruchsvollere SelberschneiderInnen (oder deren heimwerkeraffine PartnerInnen):

  1. Je nach persönlicher körperlicher Konstitution und Länge der Arme kann sich das Tragen des Tischchens incl. Nähmaschine von Raum zu Raum schwierig gestalten. Dies trifft umso sicherer zu, wenn statt der vorliegenden 80x40cm eine Arbeitsplatte von 100x50cm oder gar mehr zugunsten immer benötigtem Ablageplatz verwendet wird. In diesem Fall ist die Verwendung von zwei einsteckbaren, vorzugsweise blockierbaren Rollen unter den Beinen auf einer Seite empfehlenswert. Aber probieren, ob dann noch alles wackelfrei genug steht.
  2. Die Lösung der stabilen Abstandsdefinition zwischen Arbeits- und Bodenplatte mit Winkeln ist sehr praktisch, aber gewinnt sicher keinen Schönheitspreis. In erforderlicher Höhe speziell zugesägte Seitenleisten in der gewählten Holzqualität würden die Wertigkeit des Stückes deutlich steigern.
  3. Der Raum zwischen Arbeitsplatte und Bodenplatte ist außer der Stellfläche der Nähmaschine derzeit ungenutzt . Hier könnte ein zusätzliches Schublädchen Raum schaffen für Nähmaschinenzubehör oder Nähfadenröllchen.
  4. Selbstverständlich kann das Holz nach Belieben, z.B. zur übrigen Einrichtung passend, behandelt (z.B. lasiert) werden.
  5. … und Sie haben bestimmt noch viele eigene weitere Ideen für Ihren ganz individuellen Nähmaschinentisch.


Diese Bauanleitung finden Sie auch – fertig zum Ausdruck als PDF formatiert – in der GRATIS-Rubrik des Schnittmuster-Shops www.passt-online.de. In diesem Shop finden Sie natürlich auch alle Schnittmuster zum Selberschneidern auf Ihrem neuen Nähmaschinentisch…

SCHNEIDERN IM MITTELALTER jetzt als eBook erhältlich

Seit heute ist das Buch „SCHNEIDERN IM MITTELALTER: Historisches, Hintergründe und Nähprojekte nach Maß“ als eBook bei Amazon (www.amazon.de/dp/B00JUWX03I) erhältlich.

Inhaltlich überarbeitet und um einige Nähprojekte gegenüber den Blog-Artikeln ergänzt, ist dieses Buch die richtige Lektüre für alle historisch interessierten SelberschneiderInnen.

Der erste Teil des Buches beschreibt die mittelalterliche Herstellung von Kleidung: Materialien, Technik sowie typische Kleidungsstücke – immer auch mit dem Seitenblick auf die heutigen Möglichkeiten hinsichtlich Materialverfügbarkeit, Technik und Zeitgeist.

Der zweite Teil umfasst 8  Nähprojekte, in denen eine Garderobe für die Frau und den Mann (und auch die Kinder) erläutert wird aus den Stücken Cotte, Seitlich offenes Kleid, Gebende, Bruche, Kapuzenhaube, Halbkreismantel und Kugelknopf. Eine Mitra erlaubt auch die vorweihnachtliche Nutzung.

Wer dieses Buch nicht ausschließlich aus allgemeinem Interesse liest, sondern gleich mitschneidern möchte: Ergänzend  stehen die Schnittmuster der Nähprojekte als Set für die Maßschnittmuster-Software PASST! zur Verfügung. Der 10-Euro-Gutschein im Buch als Rabatt auf die Schnittmuster entlastet die Hobby-Kasse.

Schneidern im Mittelalter (13/13): Weihnachts-Nähprojekt MITRA

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 13 – Weihnachts-Nähprojekt: MITRA

George hat eine Weihnachtsüberraschung versprochen in seinem Buch „Schneidern im Mittelalter“. Recherche ist angesagt. Was wäre zu schneidern zum Thema Weihnachten, ohne gleich in die Fänge der roten Marketingphantasien eines führenden amerikanischen Erfrischungsgetränks zu geraten?

Termine in der Weihnachtszeit

Die Termine und Gebräuche des Christentums rund um das Weihnachtsfest herum festigten sich in der Zeit zwischen spätem Altertum und frühem Mittelalter, etwa in den Jahren 300 bis 700 n.Chr.. Während früh noch die eine Fastenzeit ab November auf die Erscheinung des Herrn am 6. Januar vorbereitete, entwickelte sich dann eine Adventszeit von genau 4 Sonntagen vor dem 25. Dezember – wer mag darf gern selbst versuchen schlussendlich zu durchdringen, wie die Geburt Christi auf dieses Datum festgelegt wurde – im 7. Jahrhundert.


Nikolaus

Eigentlich gar nicht wirklich mit dem Weihnachtsfest verbunden ist die Geschichte um Nikolaus von Myra (an der Mittelmeer-Küste der heutigen Türkei), einem gutherzigen Bischof im 4. Jahrhundert. Ihm werden eine Reihe von Hilfsaktionen in Form von Geschenken an Verzweifelte und Bedürftige nachgesagt. So soll er unter anderem weiblichen Jugendlichen durch einen im Strumpf durch den Kamin zugestellten Geldbetrag eine freie Berufswahl ermöglicht haben.

Am Namenstag Nikolaus am 6. Dezember wird diesem Mann deshalb seit dem frühen Mittelalter gedacht, Kinder werden beschenkt. Dieser Bischof ist auch einer der Vorbilder für den Weihnachtsmann, der dann später die Verantwortung für Geschenke zum Weihnachtsfest übernahm. Dadurch, durch seine thematisch passende Gesinnung und durch die zufällige terminliche Lage des Namenstags im Advent wird Bischof Nikolaus heute in enger Verbindung zu Weihnachten wahrgenommen.

Wenn auch wie damals üblich einige Jahrhunderte verspätet, so sind doch erste ausführliche Lebensbeschreibungen und zahlreiche Abbildungen von Nikolaus von Myra ab dem 5. Jahrhundert erhalten, die den Bischof in seiner damals typischen Arbeitskleidung zeigen – Tunika, Umhang, Mitra.

Und schon sind wir beim gesuchten Kleidungsstück zum Selberschneidern: der Mitra.

Mitra

Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. Sie besteht aus einem festen, schildförmigen Vorder- und Hinterteil, zusammen- und am Kopf gehalten durch eine Innenmütze. Hinten sind zwei Bänder befestigt, die das Alte und Neue Testament symbolisieren.

Für die Mitra wurde als Material Leinen oder Seide verwendet, je nach Anlass teils umfangreich verziert, beispielsweise mit Borten oder Edelsteinen. Farblich bieten sich historisch wie thematisch vor allem Weiß, Gold und Rot an (Insider mögen bitte diese Vereinfachungen entschuldigen – dennoch hofft der Autor auf gelungenere Ergebnisse als das Filz-Teil aus dem Supermarkt).

Das Schnittmuster MITRA

Das Schnittmuster MITRA zeigt vier verschiedene, verbreitete Formen dieser Kopfbedeckung. Der Schnittmusterbogen ist ab sofort kostenlos verfügbar (Details siehe unten).

Für eine komplette Darstellung des Nikolaus (Ihr Nachwuchs wird die historische Authentizität sicher zu schätzen wissen!): eine knöchellange TUNIKA als Untergewand, Schultersack (für Geschenke) und Beutel (für willkommene Geldzuwendungen) aus dem Bogen ALLTAG IM MITTELALTER, HALBKREISMANTEL dreiviertellang mit umlaufender breiter Borte für drüber, durch eine große Fibel geschlossen. Ein großes Kreuz an langer Kette vor der Brust ergänzt den perfekten Eindruck. Bitte kein Polyesterbart.

Das Schnittmuster im Download beinhaltet eine bebilderte Schritt-für-Schritt Nähanleitung.

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) und in vielen Standardgrößen kostenlos in der Rubrik „Gratis“ zur Verfügung.
Mittelalterliche MITRA / Bischoffshaube
Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. …
 
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Schneidern im Mittelalter (12/13): Rückblicke und Ausblicke

23. November 2013 2 Kommentare

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 12 – Rückblicke und Ausblicke

Sie lesen jetzt das letzte „offizielle“ (s.u.) Kapitel dieses Buches  – vielen Dank für Ihr Interesse!

Hat Ihnen die kleine Einführung in das mittelalterliche Schneidern gefallen? Haben Sie sich selbst an einem oder mehreren der Nähprojekte versucht? Zu viel Theorie? Zu viel Praxis? Zu trivial? Zu kompliziert? Oder auch einfach super?

Rückmeldung willkommen! Gerne auch mit einem Foto Ihrer Schöpfungen auf Basis der Buch-Schnittmuster.

Falls Sie neu dazugestoßen sind, nach der Erstveröffentlichung hier im Blog, können Sie alle Kapitel in der Rubrik „Artikel“ dennoch ganz in Ruhe nachlesen und nachschneidern. Die Schnittmuster sind dann zwar nicht mehr kostenlos, aber auf www.passt-online.de zum günstigen Set-Preis als Maßschnittmuster für PASST! erhältlich: HXX1330SETSIM „Set SCHNEIDERN IM MITTELALTER“.

Apropos PASST!: Sollten Sie die Schnittmuster noch in einer Standard-Konfektionsgröße bestellt haben, können Sie jetzt alle unsere Schnittmuster auch nach Ihren persönlichen Maßen ausgeben. Auf der genannten Adresse unsere kostenlose Maßschnittmuster-Software PASST! herunterladen und Ihre Schnittmuster-Lizenzen importieren. Und schon passt! es nicht nur Ihnen, sondern auch Ihrem Partner, Ihren Kindern, Ihren Puppen, Ihrer Theatergruppe…

Außerdem finden Sie auf www.passt-online.de auch viele weitere Schnittmuster.

Dieses Buch hat sich ja speziell mit einigen Modellen des 12. bis 14. Jahrhunderts beschäftigt („Kollektion 1330“). Online finden Sie noch eine „Kollektion 1495“ mit interessanten Modellen des Spätmittelalters sowie eine Reihe von frühmittelalterlichen Stücken („Kollektion 800“).

Und wer das Mittelalter einmal verlassen möchte: Es warten auch authentische, digitalisierte Original-Schnittmuster der letzten 150 Jahre „Retro“ sowie natürlich das Kernprogramm: Basis-Schnittmuster alltäglicher Kleidungsstücke für jeden Anlass in zehntausenden Varianten nach Ihren persönlichen Maßen.

Während des Schreibens und der Veröffentlichung der einzelnen Kapitel sind noch viele Ideen entstanden, viele Anregungen hätten Wert eingearbeitet zu werden. Von Tippfehlern, vanished Satzzeichen und lektorenresistenten Bandwurmformulierungen ganz zu schweigen.

Der Plan der kommenden Wochen ist, dies als Chance aufzunehmen, sich einmal als eBook Autor zu versuchen – alles in einem Guss, ergänzt und verhübscht aufzubereiten. Lockeres Ziel ist die Veröffentlichung im Frühjahr 2014. Das wäre auch Ihre Chance, alles einmal am Stück und am Strand zu lesen. Mehr dazu Anfang kommenden Jahres hier im Blog.

Und hier ist jetzt s.u.:  Es folgt noch das versprochene „Weihnachtskapitel“ – ein bisschen mittelalterliche Info und ein bisschen Schnittmuster rund um das Thema. Zu lesen hier kurz vor Weihnachten.

Viel Spaß beim Selberschneidern!
George

Set SCHNEIDERN IM MITTELALTER
Die Schnittmuster zu den Nähprojekten: Die 5 Schnittmuster zu den Nähprojekten in diesem Buch (COTTE, SEITLICH OFFENES KLEID, GEBENDE, BRUCHE, KAPUZENHAUBE) zum günstigen Set-Preis.
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Schneidern im Mittelalter (11/13): Nähprojekt KAPUZENHAUBE

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 11 – Nähprojekte: KAPUZENHAUBE

Die Kapuzenhaube (auch Gugel, Cucullus genannt) war eine seit dem späten 11. Jahrhundert bis 15. Jahrhundert hinein verbreitete Kopfbedeckung für Männer. Sie unterlag einer stetigen, zunehmend modisch orientierten Weiterentwicklung.

Die generelle Form bestand aus einem die Schultern bedeckenden Cape mit angeschnittener Kapuze. Der hintere Kapuzenteil endete in einem Zipfel (Liripipe), das im Verlauf der Jahrhunderte teilweise bis zur Hüfte hinab hing.

Durch die etwa gleiche Größe des Hals- und Gesichtsausschnittes lies sich die Kapuzenhaube nicht nur in der ursprünglich sinnhaften Form (nämlich als Kapuze) tragen, sondern auch als in der Gesichtsöffnung getragenen Hut. Sehr lange Liripipes wurden dabei dann um die Stirn gewickelt.

Die ursprüngliche, für Arbeit und Reise genutzte Form der Kapuzenmütze diente dem Wetterschutz und der Wärmung des Kopfes. Hierzu wurde dichte Wolle oder auch Leder/Fell verwendet. Für bessere Dichtheit und Tragekomfort konnte die Kapuzenmütze gefüttert sein – später auch gern modisch kontrastfarbig.

Als modische Kopfbedeckung ab dem 14. Jahrhundert war die Kapuzenmütze häufiger auch in anderen, zur übrigen Kleidung passenden Materialien anzutreffen.

Das Schnittmuster Kapuzenhaube

Auf dem Schnittmuster sind neben der typischen Grundform keine weiteren festen Varianten eingezeichnet; die Schnittform ergibt sich ursächlich aus den Kopfmaßen. Anpassungen können aber je nach gewünschtem Einsatzzweck und Trageart leicht selbst frei vorgenommen werden, speziell:

Schulterlänge:  Je nach Material und gewünschter Trageart kann das Cape-Teil kürzer oder länger, schmaler oder breiter ausgeführt werden.

Liripipe:  Als frühe Arbeitsbekleidung eher in der eingezeichneten Länge, kann aber nach persönlichem Belieben verlängert werden (grundsätzlich je später desto länger).

Zur Ausführung eignen sich dichte, etwas festere Materialien – vor allem Wollstoffe / Loden oder auch Leder und Fell.

Das Musterstück ist in Kalbsleder ausgeführt. Bei der Arbeit mit Leder ist es eine Herausforderung, ergibt aber auch im Ergebnis eine Einmaligkeit, die natürlichen Gegebenheiten wie Form oder Stärke des Materials in die Arbeit einzubeziehen. Im Musterstück beispielsweise bildet der natürliche Rand der Haut weitgehend den Saum des Capes; eine Verlängerung der Liripipe ist mit einem Lederriemen angenestelt.

Das Schnittmuster im Download beinhaltet eine bebilderte Schritt-für-Schritt Nähanleitung.

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) und in vielen Standardgrößen zur Verfügung. In den gut 4 Wochen nach der Erstveröffentlichung dieses Blogartikels steht das Schnittmuster durch Eingabe des Gutschein-Codes auf der Bestellseite (dann EINLÖSEN klicken!) kostenlos zum Download bereit; nach dieser Frist gilt der normale Listenpreis.
Mittelalterliche KAPUZENHAUBE
Die Kapuzenhaube bei Männern war vom frühen 13. Jahrhundert bis ins 15. Jahrhundert anzutreffen und in einer stetigen, zunehmend modisch orientierten Weiterentwicklung…
Gutschein-Code: sim11kh (gültig vom 04.11.-08.12.2013)
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