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Schneidern im Mittelalter (13/13): Weihnachts-Nähprojekt MITRA

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 13 – Weihnachts-Nähprojekt: MITRA

George hat eine Weihnachtsüberraschung versprochen in seinem Buch „Schneidern im Mittelalter“. Recherche ist angesagt. Was wäre zu schneidern zum Thema Weihnachten, ohne gleich in die Fänge der roten Marketingphantasien eines führenden amerikanischen Erfrischungsgetränks zu geraten?

Termine in der Weihnachtszeit

Die Termine und Gebräuche des Christentums rund um das Weihnachtsfest herum festigten sich in der Zeit zwischen spätem Altertum und frühem Mittelalter, etwa in den Jahren 300 bis 700 n.Chr.. Während früh noch die eine Fastenzeit ab November auf die Erscheinung des Herrn am 6. Januar vorbereitete, entwickelte sich dann eine Adventszeit von genau 4 Sonntagen vor dem 25. Dezember – wer mag darf gern selbst versuchen schlussendlich zu durchdringen, wie die Geburt Christi auf dieses Datum festgelegt wurde – im 7. Jahrhundert.


Nikolaus

Eigentlich gar nicht wirklich mit dem Weihnachtsfest verbunden ist die Geschichte um Nikolaus von Myra (an der Mittelmeer-Küste der heutigen Türkei), einem gutherzigen Bischof im 4. Jahrhundert. Ihm werden eine Reihe von Hilfsaktionen in Form von Geschenken an Verzweifelte und Bedürftige nachgesagt. So soll er unter anderem weiblichen Jugendlichen durch einen im Strumpf durch den Kamin zugestellten Geldbetrag eine freie Berufswahl ermöglicht haben.

Am Namenstag Nikolaus am 6. Dezember wird diesem Mann deshalb seit dem frühen Mittelalter gedacht, Kinder werden beschenkt. Dieser Bischof ist auch einer der Vorbilder für den Weihnachtsmann, der dann später die Verantwortung für Geschenke zum Weihnachtsfest übernahm. Dadurch, durch seine thematisch passende Gesinnung und durch die zufällige terminliche Lage des Namenstags im Advent wird Bischof Nikolaus heute in enger Verbindung zu Weihnachten wahrgenommen.

Wenn auch wie damals üblich einige Jahrhunderte verspätet, so sind doch erste ausführliche Lebensbeschreibungen und zahlreiche Abbildungen von Nikolaus von Myra ab dem 5. Jahrhundert erhalten, die den Bischof in seiner damals typischen Arbeitskleidung zeigen – Tunika, Umhang, Mitra.

Und schon sind wir beim gesuchten Kleidungsstück zum Selberschneidern: der Mitra.

Mitra

Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. Sie besteht aus einem festen, schildförmigen Vorder- und Hinterteil, zusammen- und am Kopf gehalten durch eine Innenmütze. Hinten sind zwei Bänder befestigt, die das Alte und Neue Testament symbolisieren.

Für die Mitra wurde als Material Leinen oder Seide verwendet, je nach Anlass teils umfangreich verziert, beispielsweise mit Borten oder Edelsteinen. Farblich bieten sich historisch wie thematisch vor allem Weiß, Gold und Rot an (Insider mögen bitte diese Vereinfachungen entschuldigen – dennoch hofft der Autor auf gelungenere Ergebnisse als das Filz-Teil aus dem Supermarkt).

Das Schnittmuster MITRA

Das Schnittmuster MITRA zeigt vier verschiedene, verbreitete Formen dieser Kopfbedeckung. Der Schnittmusterbogen ist ab sofort kostenlos verfügbar (Details siehe unten).

Für eine komplette Darstellung des Nikolaus (Ihr Nachwuchs wird die historische Authentizität sicher zu schätzen wissen!): eine knöchellange TUNIKA als Untergewand, Schultersack (für Geschenke) und Beutel (für willkommene Geldzuwendungen) aus dem Bogen ALLTAG IM MITTELALTER, HALBKREISMANTEL dreiviertellang mit umlaufender breiter Borte für drüber, durch eine große Fibel geschlossen. Ein großes Kreuz an langer Kette vor der Brust ergänzt den perfekten Eindruck. Bitte kein Polyesterbart.

Das Schnittmuster im Download beinhaltet eine bebilderte Schritt-für-Schritt Nähanleitung.

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) und in vielen Standardgrößen kostenlos in der Rubrik „Gratis“ zur Verfügung.
Mittelalterliche MITRA / Bischoffshaube
Die Mitra ist seit dem Mittelalter die traditionelle Kopfbedeckung von Bischöfen, zu gewissen Anlässen fast unverändert bis heute. …
 
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