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nhm – Wien

Naturhistorisches Museum, Wien (NHM)Alljährlicher Advents-Besuch in Wien. Immer erneut absolut empfehlenswert. Die Straßen, die Gebäude, die kleinen intelligent benannten Läden, die Sprache der WienerInnen wie auch die selbstverständliche Offenheit  zu alltäglichem internationalen Sprachenmix. Und nicht zuletzt *schäm* Punsch und Käsekrainer. Existiert eigentlich bereits eine Analyse der Ursachen der offensichtlich seit Jahrhunderten bestehenden besonderen Zuneigung zwischen Berlin und Wien?  Nur die Dezember-Samstage mag man ob der zahllosen Busladungen alle Eindrücke verstellender lärmender Horden eher meiden.

Dieses Jahr einmal wieder ein Besuch im Naturhistorischen Museum NHM. Gleich nach dem Frühstück zur Öffnungszeit um 9 Uhr [spricht der leidgeprüfte Frühaufsteher im Angedenken (nicht nur) in Berlin um diese Zeit noch geschlossener Tore], wenn der winterlich-dunkelblaue Himmel eines sonnigen Morgens und die Ruhe auf dem Weg durch die noch geschlossenen Adventsmarktbuden zwischen den architektonisch traumhaften Museumszwillingen  KHM/NHM wieder einen interessanten Tag verspricht.

Dieser kurze Bericht beleuchtet nur einen Bruchteil der Gründe, unbedingt wieder einmal in das NHM hineinzuschauen. Aber wir sind im selberschneidern-Blog – deshalb jetzt die Selberschneider-Brille aufgesetzt. Ein Blick nach oben in die weihnachtlich geschmückte Kuppel wird ja dabei nicht verboten sein…

Das wohl bekannteste Ausstellungsstück des NHM ist eine Anfang vergangenen Jahrhunderts bei Bauarbeiten nahe Wien gefundene kleine Steinstatue, genannt „Venus von Willendorf“.

Was überlegt da der Selberschneider? Zuerst einmal der Beweis, dass bereits vor 25.000 Jahren knuffig als sexy empfunden wurde. Und wenn da wieder eine (nicht wirklich belegte) Geschichte ungefragt im Hirn zusammenrinnt: Die sehr spärlich bedeckte Dame steht gesenkten Hauptes in der Umkleidekabine des steinzeitlichen H&M; wieder ist der lange ersehnte Fellumhang nicht in der richtigen Größe vorrätig :-(. Gut, wenn man SelberschneiderIn ist – Mammut sei Dank! Nur noch schnell den Partner überreden, die Quelle der wärmenden Umhüllung zu erlegen.

Das letzte Mal war das extrem wertvolle Fundstück in einer abgedunkelten Kammer in einem kleinen tresorartig-panzerverglasten Wandausschnitt ausgestellt – diesmal aufgrund von Bauarbeiten in einem anderen, hellen Raum in einer freistehenden Vitrine. Wenn das mal das Original ist…

Weitere Schaustücke befassen sich direkter mit Kleidung und Textilien.

Gerade aktuell beschäftigt sich eine Sonderausstellung mit dem Aussterben von Arten. Ein Anlass, u.A. über die Verwendung von Fellen und Pelzen nachzudenken. Der Zeitgeist ändert sich – Bilder von Jagdausflügen vor gerade 100 Jahren erscheinen heute mehrheitlich – sagen wir -befremdlich.

Ein Schaukasten zeigt die Gewinnung des Purpur-Farbstoffes aus Schnecken.

Zeit zu gehen. Auch dieses Mal viele neue Sachen entdeckt, Ideen gesammelt,  Details gelesen und gelernt und die Blickachsen der Gänge und Säle nach immer neuen beeindruckenden Aussichten erforscht. Ein schöner halber Tag und genug Potential für wieder einmal.

PS: Den nhm Museumsshop besuchen. Schöne Repliken von Funden archäologischer Schmuckstücke und – wer es mag – wissenschaftlicher Lesestoff zu frühzeitlichen Textilien.

noch´nPS: Wer danach etwas selberschneiderische (fast)Neuzeit braucht: Gleich nebenan die Mariahilfer Strasse zu Fuß ein Viertelstündchen hoch bis Komolka, dem traditionellen und sicher schönsten Stoffgeschäft (nicht nur) Wiens. Wer das Buch PASST! kennt – viele der Fotos sind von dort.

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