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Schneidern im Mittelalter (10/13): Nähprojekt BRUCHE

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 10 – Nähprojekte: BRUCHE

Die Bruche (auch Brouche, Braies) war eine der ersten Formen der Beinbekleidung, belegt nur für Männer, seit Beginn des Mittelalters und in dieser Form über viele Jahrhunderte hinweg anzutreffen.

Dieses sehr einfache und schmucklose Kleidungsstück wurde überwiegend aus Leinen hergestellt, sicher wurde auch Nessel und Wolle verwendet – auf Hautfreundlichkeit dieses Stückes sollte aber geachtet werden.  Repräsentativere Materialien wurden wohl eher nicht eingesetzt – die Eleganz dieses Kleidungsstücks ist durch die schnittformbedingte Passform am Rumpf / im Schritt sehr begrenzt.

Die Länge der Bruche variierte je nach Verwendungszweck. In kurzer Form wurde die Bruche als Unterbekleidung, beispielsweise unter der Cotte, genutzt. Durchaus konnte dieses Kleidungsstück aber auch unter der Oberbekleidung sichtbar sein oder sogar, z.B. bei der Feldarbeit, allein getragen werden.

Zur Befestigung der Bruche an der Taille diente entweder ein Tunnelbund, oder ein höherer Taillenbund wurde um einen Gürtel herumgewickelt.

Mit Aufkommen der einzelnen Beinlinge wurde oft eine kurze Bruche als Unterbekleidung verwendet, um die Beinlinge oben zu befestigen.

Gemeinhin sind vor allem zwei sehr unterschiedliche Schnittformen der Bruche belegt, die wir uns bei der Wichtigkeit dieses Kleidungsstücks für die damalige Männerwelt auch kurz beschreiben wollen:

Typ 1: Einteiliges, einfachstes, sehr materialsparend im Stoffbruch zugeschnittenes rechteckiges Haupt-Schnittteil, das sowohl beide Beine wie auch den Rumpf umfasst. Recht gut sitzend bis etwa Knielänge. Der Bund kann angeschnitten und einzeln angesetzt sein. Diesen Typ bildet unser Nähprojekt ab.

Typ 2: Zweiteiliges Schnittteil mit Verbindung im Schritt, gelegentlich mit zusätzlichen Einsätzen. Dies entspricht eher bereits der heutigen Schnittführung einer Hose, allerdings noch ohne passformoptimierende Bogenlinien.

Nähprojekt Bruche

Im 13./14. Jahrhundert war die Bruche eine verbreitete Form des Beinkleides vor allem im einfacheren Volk – das erste Nähprojekt hier speziell für den Herrn.

Von Männern wurde diese Schnittform sowohl als Unterbekleidung unter anderem, längeren Obergewand getragen wie auch als sichtbares Kleidungsstück beispielsweise unter einer kürzeren Cotte wie bei unserem Musterstück aus Leinen.

Diese Varianten sind auf dem kostenlosen Schnittmuster für dieses Kapitel (Details unten) eingezeichnet:

  • Beinlänge: Kurz, Knie, Dreiviertel, Lang
  • Weite: Schmaler, Normal, Weit

Das Schnittmuster im Download beinhaltet eine bebilderte Schritt-für-Schritt Nähanleitung.

Das Schnittmuster zum Nähprojekt: Das Schnittmuster steht für die Maßschnittmuster-Software PASST! (kostenloser Download auf der Seite www.passt-online.de) und in vielen Standardgrößen zur Verfügung. In den gut 4 Wochen nach der Erstveröffentlichung dieses Blogartikels steht das Schnittmuster durch Eingabe des Gutschein-Codes auf der Bestellseite (dann EINLÖSEN klicken!) kostenlos zum Download bereit; nach dieser Frist gilt der normale Listenpreis.
Mittelalterliches Beinkleid BRUCHE
Eine im 13./14. Jahrhundert und im Alltag darüber hinaus verbreitete Form des Beinkleides war die Bruche. Von Männern wurde dieses Kleidungsstück…
Gutschein-Code: sim10br (gültig vom 12.10.-15.11.2013)
Details…
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