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Schneidern im Mittelalter (6/13 Teil 2)

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 6 Teil 2 – Nähtechniken, Zubehör und Handwerkszeug (2)

Knopf

Auch der Knopf war bereits vor dem Mittelalter bekannt, sowohl aus Naturmaterial (Holz, Horn, Knochen) wie auch gegossen aus Metall. Er wurde als Verschluss immer in geringer Anzahl verwendet – meist als Knebel in Verbindung mit Schlaufen.

Nennenswerte Verbreitung erlangte der Knopf mit Knopfloch als Bekleidungsverschluss erst im Hochmittelalter. Der Knopf ermöglichte dem Körper folgende anliegende Formen, und wie oft bei Neuentdeckungen wurde der Knopf einige Zeit als modischer Selbstzweck zahlreichst verwendet.

Neben Knöpfen aus den oben genannten Materialien fand man dann auch häufig stoffbezogene Kugel-Knöpfe.

Schnürung

Eine sehr verbreitete Form des Verschlusses im Mittelalter war die Schnürung.

Speziell mit aufkommender körpernaher Frauenkleidung war die Schnürung als Verschluss ideal:  durch den dichten, starken Zug der hin- und herlaufenden Schnüre konnte ein Kleid sehr wirkungsvoll der Form der Trägerin angepasst werden.

Die Verschlussschnur kann durch in das Obermaterial eingearbeitete Nestellöcher gezogen oder von aufgenähten Schlaufen oder Haken gehalten werden.

Nadeln und Fingerhüte

Für die Herstellung von Nähten waren Nadeln erforderlich.

Historische Funde belegen Nähnadeln aus verschiedenen Materialien: Oft aus Knochen oder Bronze, aber auch aus Holz oder Horn.

Zum Schutz der Finger beim Nähen gab es bereits früh Nähringe und Fingerhüte.

Scheren

Für den Zuschnitt der Stoffe und des Nähmaterials sind Scheren erforderlich.

Die ursprünglich verbreitete Scherenform war die Bügelschere seit dem Altertum über den gesamten Zeitraum des Mittelalters und darüber hinaus.

Neben der Schere in „Haushaltsgröße“ zum Zuschnitt von Material jeder Art sind auch viele besondere Exemplare erhalten, wie beispielsweise die riesige Samtschere zum Schneiden der Schlaufen, zu sehen im Hamburgmuseum.

Im späteren Mittelalter entwickelte sich die heute bekannte Scharnierschere.

Elle und Messschnüre

Für den Handel und die gewerbliche Verarbeitung von Stoffen zur Kleidungsherstellung ist natürlich  die Mengenbestimmung von großer Bedeutung.

Zur Längenermittlung diente seit alther der Unterarm als Maßstab – die Elle. Sehr früh bereits bildete man diese Länge zur Reproduzierbarkeit auch in Holz oder Metall ab, teilweise mit Untereinheiten.

Für eine praktischere Handhabung vor allem auch im Schneiderhandwerk zur Personenvermessung wurden Messschnüre mit Knoten als Einteilung verwendet.

Allerdings kam es bis zur Neuzeit zu keiner überregional einheitlichen Normierung der Elle über das natürliche Vorbild (halt so ungefähr 50 cm) hinaus, was eine Vergleichbarkeit in Kommunikation und Handel sehr erschwerte.

Fortsetzung folgt…

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