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Schneidern im Mittelalter (5/13 Teil 2)

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 5 Teil 2 – Material (2)

Barchent und andere Mischgewebe

Im 14. Jahrhundert begann in Mitteleuropa die umfangreichere Verarbeitung über das Mittelmeer importierter Baumwollgarne (Schussfaden) mit Leinengarnen (Kettfaden) zu dem Mischgewebe Barchent.

Der hohe Tragekomfort (weicher und leichter als reiner Leinen und angenehmer auf der Haut als Wolle) führte zu weiter Verbreitung.

Ähnlich wie Nesselstoff ist authentisches Barchent heute kaum mehr zu bekommen; der Name wird vielfach auch für andere Materialien verwendet. Vereinzelt werden versponnene Baumwoll-/Leinengewebe angeboten und – vor allem in der Trachtenmode – verarbeitet.

Neben der Veredelung des oft steifen Leinens durch Baumwolle waren auch andere Garnmischungen anzutreffen wie beispielsweise Leinen und Wolle, wo sich Stabilität und wärmende Wirkung gut ergänzen.

Seide

Die Gewinnung und Verarbeitung von Seide ist in China seit etwa 5000 Jahren bekannt.  Im Verlauf des Mittelalters wurde dieses Material zuerst durch Import auch in Europa bekannt. Über Byzanz verbreitete sich sowohl die Zucht des Seidenspinners rund um das Mittelmeer wie auch die Technik der Herstellung von luxuriösen Seidenstoffen – vor allem in Italien (führend z.B. Venedig).

Durch den aufwändigen Herstellungsprozess und die langen Importwege war Seide während des gesamten Mittelalters nur sehr wohlhabenden Personen vorbehalten.

Samt

Im Mittelmeerraum verbreitete sich während des 13. Jahrhunderts die Technik der Samtherstellung durch arabischen Einfluss von Osten zuerst nach Italien und nach Spanien, später nach Frankreich.

Samt – meist aus Seide, seltener und später auch aus Baumwolle – war sehr wertvoll.

 

Strickwaren

Für die Herstellung von Strickwaren / Maschenwaren  („Textile Flächen aus ineinandergreifenden Fadenschlaufen“) gab es im Mittelalter verschiedene sich von Anfängen immer stärker entwickelnde und verbreitende Techniken bis hin zur gewerblichen Herstellung.

 

Leder und Felle, Pelz

Tierfelle waren die wohl erste Bekleidung des Menschen. Über die gesamte Geschichte hinweg spielte die Verarbeitung von Fellen / Pelz und Leder in der Kleidungsherstellung eine wesentliche Rolle.

Im Laufe des Mittelalters wurde die verbrauchsnahe Gewinnung dieser Materialien durch Jagd (Hirsche, Wölfe, Füchse, Bären; aber auch Biber, Marder, Hasen, Eichhörnchen (Feh)) oder häusliche Tierhaltung (Schafe, Ziegen, Kälber, Fohlen, Kaninchen) zunehmend durch gewerbliche Gerbereien ergänzt.

Als schützendes und wärmendes Material waren Felle und Leder über das gesamte Mittelalter verbreitet. Phasenweise war auch die Verarbeitung teurer, speziell gezüchteter, auch importierter Pelze (Hermelin, Zobel, afrikanische Raubkatzen) beliebt. Noch heute sieht man bei manch offizieller  Aktivität in europäischen Königshäusern vererbte Hermelin-Umhänge.

Fortsetzung folgt…

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