Startseite > Artikel, Mittelalter > Schneidern im Mittelalter (3/13)

Schneidern im Mittelalter (3/13)

SCHNEIDERN IM MITTELALTER

Folge 3 – Schneidern von Mittelalter-Kleidung

Wie viel leichter haben wir es doch heute. Den täglichen Bedarf an verhüllender und wärmender Kleidung können wir einfach, schnell und vergleichsweise kostengünstig durch eine kurze Fahrt in die nächste Innenstadt oder das Outlet-Center vor der Stadt decken.

Selberschneidern ist heute dennoch wieder angesagt. Aus kreativen Gründen, der Liebe zum Besonderen, auch für Nischen ohne wirtschaftliches Interesse für die Bekleidungsindustrie wie seltenere Hobbies oder für Menschen abseits der Standardmaße.

Mittelalter-Kleidung für Ihr Hobby selber zu schneidern ist auch für Sie bewältigbar: einfache Formen, einfache Nähte, speziell in der ersten Hälfte des Mittelalters aber auch darüber hinaus anhaltend für die Kleidung der täglichen Arbeit kaum passformkritisch.

Wie bereits im letzten Kapitel erwähnt ist die Urform der Kleidungsherstellung das Selberschneidern im Umfeld der häuslichen Gemeinschaft – typischerweise durch die Frauen. Dies sollte allen heutigen SelberschneiderInnen Mut machen, mit etwas Bemühen ebenso authentische, einfachere Gewandungen herstellen zu können wie unsere nur auf eigene Übung und lokale Wissensweitergabe angewiesenen Vorfahren.

Sie selbst müssen dann entscheiden, wie viel Authentizität Sie sich zur Erstellung Ihres Kleidungsstücks zumuten wollen. „A“-sein, wie die Szene es fordert, wird heute objektiv begrenzt durch die Verfügbarkeit einiger Grundmaterialien; daneben spielen persönliche Faktoren eine Rolle wie die eigene Zeit (z.B. für das Nähen per Hand), Wohlbefinden (z.B. Verzicht auf Unterwäsche?) oder geänderte Wertvorstellungen (z.B. zur Verarbeitung von Pelzen).

Zur Authentizität aus Sicht des Autors sei noch etwas angemerkt: Zusammengefasst – nicht einfach. Die Grenze des Vertretbaren sollten Sie selbstbewusst ziehen nach persönlichem Ermessen zwischen der Replik des 100%ig wissenschaftlich belegten vorsichhinrottenden Gewebefetzens der Moorleiche von nebenan und dem Spaß der kleinen Tochter am „Prinzessinnen-Kleid“ aus rotem Baumwollsamt. Beides hat, meine ich, absolut seine Berechtigung.

Bei der Auswahl der Materialien und der Verarbeitung lassen sich aber ganz einfach einige grundlegende Dinge beachten, auf die in den nächsten Kapiteln noch eingegangen wird. Mit den Tipps, den Vorlagen und Ihrer kreativen Umsetzung können Sie sich ganz sicher sehen lassen auf dem nächsten Mittelalter-Markt.


Fortsetzung folgt…

Kategorien:Artikel, Mittelalter Schlagwörter:
  1. 21. August 2017 um 07:59

    You could certainly see your expertise in the article you write.
    The arena hopes for even more passionate writers like you who aren’t afraid to mention how they believe.
    At all times go after your heart.

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: