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„Irgendwie krank!“…

…war der erste, spontane Kommentar George´s Tochter bei der Diskussion über das bevorstehende Fotoshooting für den Start der Fashion Doll Fashion Plattform DOLLFORCE.

War doch der Autor letztens ganz harmlos und blaugrauäugig beim Umschauen, wo denn selbergeschneidert wird auf dieser Welt auf einige amerikanische Fashion Doll Magazines gestoßen. Weshalb nicht einmal einige interessante Schnittmuster für Modepuppen herausbringen?

Dass kleine Mädchen mit Puppen spielen, wird kulturell weitgehend akzeptiert. „… zur Prägung und Vorbereitung auf die spätere gesellschaftliche Position und Rolle…“, wie früher einmal analysiert wurde.

Der Zielleser dieser Magazine ist aber sicher kein Kind. Der Spruch über japanische Kleinwagen aus den 1970ern stimmt hier nur zur Hälfte: „Für Erwachsene zu klein, für Kinder zu teuer“. Eine große Zahl gestandener, ganz normaler (später hierzu mehr) Erwachsener frönen dem Hobby des Sammelns und der Gestaltung von Modepuppen.

„Ich kenne niemanden, der sich mit Puppen beschäftigt.“, argumentiert George´s Tochter. Stimmt. Warum eigentlich bei den beachtlichen Auflagen dieser Magazine? Aber kennen Sie jemanden, der Jungle Camp schaut oder BZ liest? Wer etwas recherchiert, kommt schon den Communities aber schnell auf die Spur.

Was treibt die Frau oder (seltener wohl) den Mann von heute dazu, als Hobby Puppen zu sammeln? An diesem Punkt kommt die Tochter-Vater-Diskussion nicht recht voran. Vieles kann man mutmaßen, unterstellen, mit in den Zeitschriften erspähten Indizien zu belegen versuchen – nur ist George wohl eher Nerd als Sigmund II. und Töchterchen hätte ihre Abschlussarbeit statt über Mental Economics  besser schreiben sollen über „The Psychology of Fashion doll collectors“.

Keinesfalls scheinen George sittlich stärker bedenkliche Motivationen bei der Beschäftigung mit den Puppen vorzuliegen, was aber sehr kontrovers diskutiert wird. Am ehesten vielleicht Kunst? Mit Malerei oder Fotographie oder (einigen) MTV Videos vergleichbar?

Wieviel Traurige Augen und Schmollmund ist normal? Wie viel Nacktheit und welche Pose ist erlaubt? Was trägt die modebewusste Puppe von heute? Ist ein Unterschied zu machen in der Bewertung eines abgebildeten Menschen und einer Puppe in einem Gothik-Magazin? Ist das Fesseln mit roten oder blauen Seilen angemessener? Und so weiter.

George´s Tochter jedenfalls konnte sich schlussendlich für ihr Weltbild wie Seelenwohl mit folgender Erkenntnis beruhigen: „Ach George, ich habe kein Problem damit, dass Du Dich mit dem Fashion Doll Thema beschäftigst. Du hast ja nur den kapitalistischen Aspekt des Umsatzwachstums in diesem Nischenmarkt im Auge.“. Gut so.

George selbst aber hat jetzt vermutlich Angst vor einem Outing. Niemals dürfte jemand erfahren, wenn er die kleinen Plastikfiguren mit den leuchtenden großen Augen und den liebevoll gestalteten Gewändern ins Herz geschlossen hätte…

Kategorien:Fashion Dolls, Geschichten, Internes Schlagwörter:
  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 10. April 2014 um 12:43

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